Apropos Corona: Sozialismus oder Barbarei

21.08.2020: Onlineveranstaltung unserer Bildungsstätte Salvador-Allende-Haus in Kooperation mit linken Partner*innenverbänden zu Perspektiven der Arbeiter*innenbewegung in der Krise.

Apropos Corona: Sozialismus oder Barbarei

Online-Podiumsdiskussion mit

Moderation: Ines Schwerdtner (Chefredakteurin Jacobin Magazin)
Michael Heinrich
Andrea Trumann
Eva Bockenheimer
Ingar Solty
Sedat Kaya (DIDF-Jugend)
Jan Dieren (Jusos)
Karl Müller-Bahlke (SJD - Die Falken)

Ihr könnt der Diskussion am Dienstag auf YouTube zuschauen.

Die derzeitige Krise, die durch die Corona-Pandemie ausgelöst wurde, legt Eigenheiten und Dynamiken der kapitalistischen Verhältnisse auf besondere Weise zutage. Diese Dynamiken haben auch vorher gewirkt, ihre Wirkung wird durch die Krisensituation aber zugespitzt. Offenbar wird zur Zeit der Widerspruch zwischen der kapitalistischen Verwertungspraxis und dem (Über-)Leben der Menschen. Konkret hat dies zu Streiks in der italienischen Automobilproduktion geführt. Für die Arbeiter*innen war es widersinnig, das Wochenende in häuslicher Quarantäne zu verbringen, am Montag aber wieder dicht gedrängt in der Werkshalle zu stehen. Öffentlich wird darüber diskutiert, welche Bedeutung bestimmte Arbeitsbereiche für die Gesellschaft haben, auf die Spitze getrieben durch die Einordnung bestimmter Berufe als "systemrelevant". Zugleich machen mittlerweile immer mehr Menschen ihrem Unmut über die Einschränkungen im öffentlichen Leben Luft und einige davon berufen sich auf Verschwörungstheorien, die den Lockdown als planvolle Beschneidung von Freiheitsrechten zur Bereicherung oder weitergehenden Ermächtigung böser Eliten betrachten. In welchem Verhältnis stehen Linke, die eine emanzipatorische Veränderung der gegenwärtigen Verhältnisse wollen, zu den Maßnahmen, die der Bekämpfung von Covid19 dienen? Wie verhalten sie sich zu den Demonstrant*innen, die das Ende des Lockdowns fordern? Haben wir es hier mit einer autoritären Revolte zu tun, die Freiheit sagt, aber Neoliberalismus meint? Oder steckt dahinter die - verdrehte - Erkenntnis, dass die Krisenkosten wieder einmal auf die Lohnabhängigen abgewälzt werden? Und wie steht es um das subversive Potential in dieser Krise? Einschränkungen der Arbeiter*innenrechte werden größtenteils hingenommen - aber ist der Blick stattdessen auf andere Bereiche zu lenken, in denen Menschen sich solidarisch organisieren? Gelingt es arbeitenden Menschen in der Krise der offenbaren Unzulänglichkeit der Marktwirtschaft ihre solidarische Selbstorganisation in der Produktion entgegenzustellen? Wir wollen gemeinsam über diese Fragen diskutieren und klären, in welcher Situation arbeitende Menschen und die Linke heute stehen. - Und was sich darüber durch die derzeitige Krise lernen lässt.

Bildnachweis: "Montage unter Verwendung von Motiven von: © Can Stock Photo / ylivdesign (Kassiererin) © Can Stock Photo / AlexanderPokusay (Krankenschwester) © Can Stock Photo / miceking (Paketbote) © Can Stock Photo / ynmcreations (Virus)"


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