Schützen, fördern, beteiligen - bei der Umsetzung der Kinderrechte bleibt noch viel zu tun

19.11.2013: Heute, am 20. November ist internationaler Tag der Kinderrechte.

Am 20. November 1989 unterschrieben 191 Länder ein Übereinkommen über die Rechte der Kinder, die so genannte "UN-Kinderrechts-Konvention". Seit 1992 gilt die UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland. Doch auch über 20 Jahre danach stellen wir fest: Auf dem Weg zu kindgerechten Lebensverhältnissen in Deutschland und einer umfassenden Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in den drei Dimensionen Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechten bleibt noch viel zu tun. Umso wichtiger, dass sich Falken für Kinderrechte stark machen - wie die Lüneburger Falkengruppe!

"Zugang zu Informationen fördern - Medienkompetenz stärken" das war genau ihr Ding: Die Lüneburger Falken haben mit ihrem Medienprojekt den 3. Platz des diesjährigen "Kinder-haben-Rechte-Preis” vom Niedersächsischen Kinderschutzbund und dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration gemacht! Die feierliche Preisverleihung fand am 15. November im Hannoveraner GOP-Theater statt.

Bild von Hannah Jung

Preisverleihung an die Lüneburger Falkengruppe

Dort wurden die Lüneburger für ihre tolle Medienarbeit und speziell für den Lüneburger Spielplatztest ausgezeichnet.

Die Jury würdigte die umfassende und gute Verknüpfung von aktiver Medienarbeit, dem Anspruch der Macher des Spielplatztests nicht nur Spielplätze zu erkunden, sondern die Informationen anderen Kindern über das Internet in ansprechender Form zugänglich zu machen.

Die Jury würdigte die umfassende und gute Verknüpfung von aktiver Medienarbeit, dem Anspruch der Macher*innen des Spielplatztests nicht nur Spielplätze zu erkunden, sondern die Informationen anderen Kindern über das Internet in ansprechender Form zugänglich zu machen. Das Motto der Preisauslobung lautete "Stark informiert” weil damit besondere Projekte prämiert werden, "die nach Artikel 17 der UN-Kinderrechtskonvention den Zugang von Kindern und Jugendlichen zu Informationen und Wissen aus einer Vielfalt nationaler und internationaler Quellen ermöglichen”.

Die Lüneburger Falken freuen sich sehr über diese Würdigung. Gleichzeitig steht aber aus der Sicht der Falken noch ein großer Teil der Arbeit an. Georg Gunkel-Schwaderer, Bildungsreferent bei den Falken: "Der Preis ist wichtig und gut - wir freuen uns wirklich unglaublich darüber. Aber ein Preis ist immer auch doppeldeutig: Er hebt etwas hervor, was in der Gesellschaft nicht selbstverständlich ist.

Mehr dazu lesen und über die große Kinderrechte-Sause in Hannover erfahren, könnt ihr beim Bezirk Hannover der SJD - Die Falken. (Bilder von Hannah Jung, Falken Nordniedersachsen)

Und ob!

Ob schützen, fördern und erst recht beteiligen - Kinder und ihre Rechte! An eine zukünftige Bundesregierung stellen die SJD - Die Falken daher im Bezug auf Kinderrechte folgende Forderungen:

  • Mitbestimmung umsetzen! Die Frage der Beteiligung und Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen dient als Gradmesser für die Demokratie in einer Gesellschaft. Für eine vollständige Verwirklichung der Kinderrechte bedarf es eines grundsätzlichen Perspektivwechsels auf Kinder und Jugendliche samt kind- und altersgerechter Beteiligungsformen in allen Lebensbereichen: In der Familie und der Freizeit ebenso wie in der Schule oder in der Politik müssen junge Menschen mitbestimmen können - bei allen Angelegenheiten, die sie betreffen.
  • Kinderrechte für ALLE! Auch über drei Jahre nach der Rücknahme der bei der Ratifizerung abgegebenen Vorbehaltserklärung kommt Deutschland seiner Verantwortung für die Rechte von jungen Menschen auf der Flucht nicht nach. In der Praxis der deutschen Asylpolitik hat sich seit der Rücknahme zu wenig geändert. Die Rücknahme der Vorbehaltserklärung muss sich nun auch in der praktischen Umsetzung der Flüchtlingspolitik ausdrücken. Dies betrifft insbesondere 16-17 jährige Jugendliche, die nach wie vor von deutschen Behörden oft wie Erwachsene behandelt werden. Besonders gravierend sind die Probleme bei unbegleiteten Flüchtlingskindern, also jungen Menschen, die ohne Eltern oder andere volljährige Angehörige nach Deutschland kommen. Entgegen Artikel 20 der UN KRK werden diese in Sammel- und Massenunterkünften untergebracht, den meisten wird ihr Recht auf Schutz verwehrt, indem sie allenfalls eine Duldung erhalten, was ihnen im Hinblick Perspektiven auf gesellschaftliche Teilhabe und Bildung verbaut.
  • Die Kinderrechte endlich ins Grundgesetz! Die noch immer ausstehende Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz steht stellvertretend für die weiterhin mangelhafte Berücksichtigung des Kindeswohls bei allen Entscheidungen in Politik, Verwaltung und Rechtsprechung. Die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz bedeutet einen notwendigen Paradigmenwechsel. Die Anerkennung von Kindern und Jugendlichen als (Rechts-)Subjekte sorgt für eine Stärkung ihrer gesellschaftlichen Stellung.

Hierbei handelt es sich allein um einige der dringlichsten oder gerne übersehenen Aspekte. Für alle Kinder unabhängig von Staatsangehörigkeit, Geschlecht und wirtschaftlicher Lage gilt:

Es bleibt noch viel zu tun!

Bild von Hannah Jung

Luftballonaktion in Hannover