Ihr könnt uns mal kreuzweise!

21.03.2015: Heute werden erneut fundamentalistische Christ*innen in Münster marschieren und ihre menschenfeindlichen Ansichten auf die Straße tragen

Diese Veranstaltung bietet, wie auch der "Marsch für das Leben" in Berlin, viele Anknüpfungspunkte für eine Hetze gegen alles, was vermeintlich anders ist und steht damit in einer Reihe mit sexistischen und antifeministischen Bewegungen wie zum Beispiel die "Besorgten Eltern" oder die "Lebensschützer".

Dahinter steht die Auffassung, dass Sexualität nur natürlich sei, wenn sie der Reproduktion dient, also ‚gottgewollt‘ stattfindet, und dass der Lebenszweck von Frauen darin bestehe, Mutter zu werden. Andere Konzepte von Sexualität und Geschlecht werden abgewertet und verleugnet.

Im aktuellen Diskurs wird deutlich, dass der Körper von Frauen ein politisches Kampffeld ist. Durch den §218 ist ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland immer noch illegal, auch wenn er unter bestimmten Umständen straffrei bleibt. Letztlich geht es dabei um die Frage, ob Frauen der volle Status als Bürgerinnen zukommt - das heißt, ob Frauen das Recht haben, frei über ihren Körper zu bestimmen oder nicht.

Die Abschaffung der Rezeptpflicht für die Pille danach hat eine weitere große Debatte über sexuelle Selbstbestimmung ausgelöst. Obwohl die Pille danach bereits in 80 Ländern rezeptfrei erhältlich ist, wurde die Rezeptflicht im vermeintlich so fortschrittlichen Deutschland erst auf großen Druck der EU abgeschafft. Daran wird deutlich, dass die Ansichten der "Lebensschützer" nicht nur von irgendwelchen "religiösen Trotteln" vertreten werden, sondern fest in der Gesellschaft verankert sind. Bürgerliche Parteien wie die CDU sind weiterhin für eine Rezeptpflicht der Pille danach und begründen dies damit, dass vor allem junge Frauen die von ihnen sogenannte "Abtreibungspille" sonst bedenkenlos nehmen würden. Damit sprechen sie Frauen die Selbstbestimmung über ihren eigenen Körper nahezu vollständig ab.

Das alles sind für uns gute Gründe, uns mit allen Menschen zu solidarisieren, die von dieser Diskriminierung durch "Lebensschützer", 1000 Kreuze, CDU und wie sie alle heißen, betroffen sind.

Wir fordern das Recht auf geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung! Wir fordern die uneingeschränkte Entscheidungsfreiheit von Frauen über ihren eigenen Körper und einen sicheren Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen! Wir fordern die ersatzlose Streichung des §218!

Beteiligt euch an den Protesten in Münster und überall anders, wo diese Menschen versuchen ihre antiemanzipatorische Kackscheiße zu verbreiten!

Mehr Infos hier: gegen1000kreuze.blogsport.de/