8. März: Bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in den Gesundheits- und Erziehungsberufen!

08.03.2021: Zum internationalen Frauentag fordern wir höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in den Gesundheits- und Erziehungsberufen.


Seit dem frühen 20. Jahrhundert gilt der 8. März in der weltweiten Arbeiter*innenbewegung als internationaler Frauentag für den Kampf um die Befreiung vom Patriarchat und die Emanzipation der Arbeiterinnen. Dieser Kampf ist noch nicht vorbei. Seit dem Beginn der Coronapandemie stehen besonders die Lohnabhängigen in den "systemrelevanten Berufen" unter Druck. Gerade in Berufen, in denen besonders viele Frauen arbeiten - etwa als Krankenhausbeschäftigte (75% Frauenanteil) oder Erzieherinnen (97% Frauenanteil) - stehen die Beschäftigten unter hoher Belastung.Im Gesundheitssystem haben Privatisierungen und Personaleinsparungen seit Jahrzehnten zu einer stetigen Verschlechterung der Arbeitsbedingungen geführt. In der Pandemie zeigt sich nun mit aller Härte, dass die Zahl der Intensivbetten irrelevant ist, wenn es nicht genug Pflegekräfte gibt, um die Patient*innen zu betreuen.

Während aber letztes Jahr noch wohlwollende Klatschveranstaltungen den Beschäftigten ihre gesellschaftliche Wertschätzung verdeutlichen sollte, hat sich an den schlechten Arbeitsbedingungen und den niedrigen Löhnen nichts geändert. Im Gegenteil macht sich die Bundesregierung nun daran die Coronamaßnahmen zu lockern und steuert damit direkt auf eine Situation überfüllter Intensivstationen und eines am Rande des Kollaps stehenden Gesundheitssystems zu.

Für die Beschäftigten bedeutet dies nicht nur eine immense Arbeitsbelastung, sondern auch eine erhöhte Gefahr sich mit dem Covid-19-Virus bzw. einer seiner Mutanten zu infizieren, gegen die auch die neuen Impfstoffe keinen vollständigen Schutz bieten.

Auch für die Erzieherinnen sieht es kaum besser aus, denn da Home Office für sie unmöglich ist, besteht auch für sie ein erhöhtes Infektionsrisiko. Ebenso wie Lehrerinnen sind Erzieherinnen jedoch notwendig um die Kinder der anderen Lohnabhängigen zu betreuen, damit diese dem Staat und der Wirtschaft zur Verfügung stehen.

Im gesellschaftlichen Streit über die Frage, ob die partielle Auslagerung der Erziehungsarbeit aus der Familie nun im Rahmen der Pandemie zurückgenommen werden sollte, drücken sich daher auch die Symptome weitreichender sozialer Interessenkonflikte aus. Jene Frauen, die diese Arbeit in der Vergangenheit als unbezahlte Hausfrauen verrichtet haben, stehen heute nicht mehr zur Verfügung - sowohl aufgrund ihrer persönlichen Wünsche als auch aufgrund des notwendigen Familieneinkommens. Die Schließungen der Kitas und Schulen erzeugen daher nicht nur erhöhten Druck bei den Familien sondern besonders bei den Frauen, die neben ihrer Lohnarbeit nach wie vor das Gros der Erziehungs- und Sorgearbeit übernehmen.

Ebenso klar ist jedoch, dass die Öffnung der Kitas und Schulen den Druck und das Risiko für die dort Beschäftigten massiv erhöhen würde. Es ist daher nicht möglich aus feministischer Perspektive aus der jetzigen Situation die eine Position der Frauen in der patriarchalen kapitalistischen Gesellschaft abzuleiten.

Es liegt allerdings auf der Hand, dass die Position derer, die in den systemrelevanten Berufen arbeiten, sofort verbessert werden muss. Gegen die weitere Neoliberalisierung auf dem Rücken der Beschäftigten fordern wie deshalb: Höhere Löhne, bessere Arbeitsschutzbedingungen, eine Rücknahme der Privatisierung des Gesundheitssystems und einen Ausbau beim Gesundheits- und Erziehungspersonal!