Nicht still sondern laut gegen Rechts

22.12.2004: 1000 Menschen folgten Aufruf der Falken in Regensburg.

Demonstration zieht durch Regensburg

Nahezu 1000 Menschen, darunter viele junge Leute, zumeist aus Regensburg und den umliegenden Orten und Landkreisen, äußerten am letzten Samstag auf einer Demonstration in Regensburg lautstark ihren Unmut über die wachsende Zahl von Rechtsextremen, die in der Stadt politisch aktiv sind. Für die Besucher des Lucreziamarktes eine kleine Abwechslung an diesem Samstagnachmittag.

Gleiche Rechte für alle in Deutschland lebenden Menschen

Am Bismarckplatz folgen schließlich zwei Reden. Anna Busl spricht für die SJD - Die Falken und betont, dass Rassismus in Deutschland schon zur Normalität gehöre. Sie weist auf Sondergesetze für Nichtdeutsche, auf die restriktive Asyl- und Flüchtlingspolitik und auf rassistische Vorfälle in der Polizei hin. Viel Beifall erhält sie für die Forderungen, dass alle in Deutschland lebenden Menschen gleiche Rechte erhalten sollten und niemand als illegal abgestempelt werden dürfe.

Auch Ernst Grube, der Landessprecher der VVN-BdA ist angesichts der großen Teilnehmerzahl zuversichtlich, dass in Regensburg Faschisten nicht Fuß fassen können. Er verfolgt die Tätigkeiten der sogenannten "Kameradschaften" der Rechten auch schon längere Zeit mit wachen Augen und spricht den Demonstranten Mut beim Engagement gegen Rassisten zu.

Immer mehr Aktivitäten von Rechts in Regensburg

In einem Flugblatt der Regensburger Falken werden die Aktivitäten der Neonazis aufgezählt: so haben sie "Mahnwachen" abgehalten und versucht, auf Veranstaltungen der Gewerkschaften ihre Propaganda zu verbreiten. "Enough is Enough - Genug ist genug", meinen die Gegner. "Abzuwarten bis sich der ‚Nazispuk‘ in Luft auflöst, war schon immer die schlechteste aller Lösungen" heißt es im Flugblatt. Deswegen soll demonstriert werden. Angemeldet hat die Demo die Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken (SJD), als Hauptredner trat Ernst Grube von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) auf.

Überwältigender Mobilisierungserfolg

Es ist klar: in Regensburg haben sich die offenen Neonazis eingenistet. Die Demonstration zog trotzdem - oder gerade deshalb - los, mit unerwartet großer Teilnehmerzahl.

Zum Schluss der Kundgebung ruft Florian Heiß auf, der Demonstration in Zukunft weitere Aktionen folgen zu lassen. Die erste weitere Aktion behält sich jedoch die Polizei vor. Ein junger Teilnehmer der Demo soll in Gewahrsam genommen werden. Nicht wegen einer Straftat während der Demo, auch nicht, weil er sich irgend ein Vergehen zuschulde kommen ließ. Der Grund: er kannte die Auflagen für die Demo nicht genau und trug eine Jacke mit Nietenbesatz.

Bilanz der Demo: Ein deutliches, friedliches Zeichen gegen Faschismus in Regensburg.

(Quelle: Pressemitteilung der SJD - Die Falken, Bezirk Niederbayern-Oberpfalz)

Mehr Informationen zur Demonstrationen und zu weiteren Entwicklungen finden sich auf der Website der SJD - Die Falken, Bezirk Niederbayern-Oberpfalz.

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