Vorwärts nimmer - Rückwärts immer!?

26.03.2012: In der letzten Ausgabe des "Vorwärts" wurde auf "satirische" Art die Extremismusdebatte aufgegriffen. Leider plump und ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich bei den Falken oder Jusos ehrenamtlich engagieren. Doch jetzt gibts den "Rückwärts"!

Der Vorwärts, die Mitgliederzeitung der SPD, war wohl selbst überrascht, über die Vielzahl an Reaktionen auf ihre letzte Ausgabe. Ausgerechnet ein Comic hatte insbesondere in den Reihen von Jusos und Falken für Empörung und Kritik gesorgt. In diesem streiten sich ein schweinsnasiger "Linker" und ein eierköpfiger "Rechter" um die Richtigkeit ihrer Extrempositionen, bis sie am Ende darum rangeln, wer denn jetzt ein Auto anzündet. Obendrein fordert der mit Hammer und Sichel als "Linksextremer" zu erkennende ausgerechnet den "sozialistischen Jugendtreff" - ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich bei den Falken politisch und ehrenamtlich engagieren.

Tatsächlich hätte man einen Comic, der auf derart einfache und dummdreiste Art das Hufeisenschema der Extremismustheorie mit seiner gefährlichen Gleichsetzung von Rechts und Links bedient, eher von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) erwarten können. Leider haben die Stellungnahmen des Vorwärts-Chefredakteurs Uwe Knüpfer die Lage nur verschlimmert. Statt auf inhaltliche Punkte einzugehen, wurde die Kritik als "Shitstorm" pauschal herabgewürdigt und der Comic mit dem Argument "Satire darf alles" verteidigt.

Erklärt wurde nicht, warum ausgerechnet eine sozialdemokratische Zeitung in der Zeit der Extremismusdebatte, in einer Zeit, in der die Förderprogramme zur Prävention von Rassismus und Faschismus zugunsten von Programmen gegen Linksextremismus gekürzt werden - ohne dabei erklären zu können, was Linksextremismus eigentlich sein soll -, einer Zeit, in der sozialistische Jugendtreffs der Falken von Nazis mit Hassparolen besprüht und sogar angezündet werden, in das Horn derer bläst, die antifaschistisches und zivilgesellschaftliches Engagement generell in Verruf bringen wollen und damit ihren Beitrag zur Relativierung und Verharmlosung von rechter Ideologie und Gewalt leisten.
Erklärt wurde auch nicht, wie all diese Vorgänge der Vorwärts-Redaktion entgangen sein könnten. Aber wir haben da so unsere (natürlich ganz satirisch gemeinten) Vorstellungen…

Vorwärts nimmer - Rückwärts immer!?

Wer mehr zum "Comicgate" lesen möchte, findet hier die Stellungnahme des Vorwärts-Chefredakteurs sowie als Besipiel eine gemeinsame Positionierung der Jusos und Falken aus NRW.

Zugehörige Dateien:
COMIC- rückwärts (Text: Immanuel Benz/ Bild: Katharina Vogel)Download (780 kb)
Aktuelle Termine
Galerien

Aktion "Keine Grenzen für Kinder - Refugees Welcome"