Den Rechten die Zähne gezeigt: in Viersen!

15.01.2010: Nach rassistischem Überfall im Dezember 2009 rief linkes Bündnis zur Kundgebung auf

Am 25.12.2009 wurde am hellichten Tag in der Viersener Fußgängerzone ein Deutscher mit Migrationshintergrund von drei offensichtlich der rechten Szene zuzuordnenden Männern, welche alle Springerstiefel, Bomberjacke trugen und eine Glatze hatten, aus offensichtlich rassisistischen Gründen krankenhausreif zusammengetreten und beleidigt.

Manch einer mag jetzt denken, solche Nazikraken gibt es doch gar nicht mehr, doch bei uns auf dem Lande sind sie noch relativ stark verbreitet.

Den Rechten die Zähne gezeigt: in Viersen!

Von Seiten der Bevölkerung zeigte niemand Zivilcourage und half dem Mann. Schnell gab es ein Bündnis aus dem Büro gegen Militarismus und Rassismus, der Partei Die Linke, örtlichen Antifagruppen, der VVN/BdA und natürlich uns Falken. Das Bündnis rief zu einer Kundgebung am 04. Januar 2010 um 14:00 Uhr am Viersener Busbahnhof / Kreisbücherei unter dem Motto "Keine Homezone für Nazis - auch nicht in Viersen" auf, um Flagge gegen die immer offensichtlich werdende rechte Szene in Viersen und den umliegenden Gemeinden zu zeigen. Wir haben uns dem Bündnis, bei allen inhaltlichen Schwächen angeschlossen, weil auch von uns immer wieder Leute von Nazis angemacht und sogar angegriffen werden, und wir uns regelmäßig aktiv gegen rechts positionieren.

Zu unserer Überraschung kamen dann auch gut 100 Leute zu der Kundgebung, darunter ca. 20 Falken. Die anwesende Polizei hielt sich zunächst zurück, machte dann aber Stress, weil einige Fahnenstöcke zu lang bzw. zu dick waren. Nachdem auch unsere Falkenfahnenstange kassiert worden war und wir eine Quittung für diese verlangten, wurde uns diese wieder ausgehändigt und wir mussten diese in den Lauti legen. Der Polizei ging wohl auch die gespielte Musik gegen die Strich und so wurde uns entgegen der erteilten Genehmigung das Abspielen von Musik untersagt. Da wir uns das nicht so ohne weiteres gefallen lassen wollten, besprachen wir uns kurz und entschlossen die Kundgebung spontan in eine Demonstration umzuwandeln.

Den Rechten die Zähne gezeigt: in Viersen!

Also kurze Ansage über´s Mikro, schnell aufstellen und los ging´s. Die Straße wollte man uns nicht lassen, was aber angesichts von 100 Demonstrant/innen und wenigen Polizeikräften von vornherein für diese aussichtslos war. Vom Busbahnhof zog die Demo lautstark in Richtung Fußgängerzone, durch diese, weiter über die Hauptstraße in die Große Bruchstraße vorbei an einem Militär-Shop, der von den Zivilipolizisten und den Staatsschutzbeamten gesichert wurde, als die Demo "Schöner leben ohne Naziläden" skandierte, zum Viersener Bahnhof, wo sich dann die Demo auflöste.

Angesichts des Zeitpunkts, der kurze Mobilisierungsphase und keiner ausgeprägten linken Struktur im Kreis Viersen war die Kundgebung bzw. Demo ein voller Erfolg, weil wir den Grund der Demo vielen Passant/innen näher bringen konnten und viel Zustimmung ernteten. Zu Beginn hatten sich Nasen kurz blicken lassen und "Nationaler Widerstand" gerufen.

Als sich ein paar Genoss/innen zu ihnen auf den Weg machten, um nachzufragen, was sie damit meinten, gaben diese Fersengeld. In diesem Sinne: Kein Vergeben, kein Vergessen, Nazis haben Namen und Adressen!

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