Falken in Berlin weiter von Nazis bedroht

20.11.2006: Falkenhaus in Britz war Ziel der Attacke, Polizei vertrieb die Rechtsextremen.

Der Tagesspiegel Berlin meldet: Neukölln - Kinder und Jugendliche der "Sozialistischen Jugend Deutschlands" (Die Falken) sind am Freitagabend offenbar von rund 40 Rechtsextremen bedroht worden.

Dies sagte ein Sprecher der Organisation gestern. Die Mitglieder hielten sich im Anton-Schmaus-Haus in Britz auf. Die Rechtsextremen sollen sich am U-Bahnhof Britz-Süd versammelt und zunächst eine kleinere Gruppe zu dem im Park gelegenen Haus geschickt haben. Sie erkundeten, wie viele Kinder und Jugendliche sich dort aufhielten. "Die Betreuer bemerkten die Gruppe Rechtsextremer, schlossen sich im Haus ein und riefen die Polizei", hieß es. "Die Beamten fuhren den Rest des Abends Streife, so dass die Rechten verschwanden."

Das Falkenhaus in Britz

Die Polizeipressestelle konnte dies gestern noch nicht bestätigen. Wie die "Falken" weiter mitteilten, soll das Anton-Schmaus-Haus in den vergangenen Monaten mehrfach mit rechtsextremen Symbolen und Slogans wie "Linke Jugendzentren zerstören" beschmiert worden sein.

Die häufigen Übergriffe stehen im Zusammenhang mit dem Erstarken rechtsextremer Gruppierungen wie den sogenannten "Autonomen Nationalisten Berlin" oder der "Aktionsgruppe Rudow" sowie dem Einzug der NPD in die Neuköllner Bezirksverordneten- Versammlung. Die Mitgliederversammlung des Neuköllner Kreisverbandes der SJD - Die Falken hat angesichts dieser Bedrohung im Oktober 2006 ein antifaschistisches Netzwerk gegründet.

Ziel der Falken ist die Vernetzung antifaschistischer Initiativen in Neukölln. Hierzu nutzen sie ihre Kontakte zum linken Parteienspektrum mit den dazugehörigen Jugendorganisationen, zur Antifa, linken Bündnissen und Schülervertretungen.

Die Neuköllner Falken planen im Rahmen ihres Engagements gegen Rechts 2007 zudem ein umfangreiches antifaschistisches Bildungs- und Kulturprogramm. Zentrum dieser Aktivitäten wird das Anton-Schmaus-Haus sein, das zur Basis linker Jugendgruppen im Süden Neuköllns werden soll.


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