Braunschweiger Falken werden Zähne zeigen!

09.10.2006: Der politisch motivierte Brandanschlag auf den Bulli der Braunschweiger Falken am 21.07. war kein "Dummerjungenstreich". Das ergaben Ermittlungen der Polizei...

PM der Braunschweiger Falken:

Wie schon beim Brandanschlag auf den DGB- Jugendtreff wartet die Polizei auf weitere Hinweise aus aufmerksamen Kreisen der Bevölkerung.

Eine "Braune Armee Fraktion" zündelte am Falkenbüro.

Dies war erneut die Reaktion auf eine antifaschistische Veranstaltung der Falken. Auch fanden sich zeitgleich zu Brandanschlag in der Umgebung rassistische Hetzparolen. Ein Wochenende später befanden sich ähnliche Nazisymbole an den Räumlichkeiten von AIDS-Hilfe und VHS. Auch hier wieder mit der Bezeichnung "Braune Armee Fraktion". "Das alles spricht nicht für den gern herangezogenen Einzeltäter, sondern für eine Gruppe!", sieht sich Bastian Zimmermann, Bezirksvorsitzender der Falken, bestätigt. "Doch fand die Polizei keine ‚ermittlungsfähigen’ Spuren und wir werden schauen, was getan werden muss!"

Im Frühjahr erklärte die Polizei, keine "Rechte Szene" in Braunschweig zu kennen und zum Brandanschlag sprach sie zuerst von widersprüchlichen Zeugenaussagen. Zu bezweifeln ist, ob bei einer solchen Haltung überhaupt alle Vorfälle bekannt gemacht werden wollen. Diesmal scheinen die Ermittlungen letztlich ordentlich geführt worden zu sein, trotz der polizeilichen Zeugenkritik. Dass die regionale NPD sehr wohl offensiv die Sozialistische Jugend - Die Falken diffamierend angreift, konnten sie selbst ermitteln.

Eingestellt wurden auch die schlagzeilenwürdigen Ermittlungen des Staatsschutzes gegen ein Falkenmitglied. Als Reaktion auf die offizielle Leugnung einer rechtsextremen Szene wurde eine Sammlung von Übergriffen zusammengestellt. Der Versuch des Staatschutzes, daraus die ‚Vortäuschung von Straftaten’ zu machen, scheiterte. "Dieses Vorgehen war haltlos, zumal die Polizei ohne solche Hinweise aufmerksamer Antifaschisten und Antifaschistinnen nicht weiter käme!", meint Zimmermann.

Es gibt eine "Rechte Szene" und, wie überall in Deutschland, inzwischen neue Netzwerke.

Weiterhin sind die Schlägertrupps mit menschenverachtend-faschistischen Demagogen dabei. Allerdings machen rechte Agitatoren sich heute die sozialen Nöte zunutze und tauchen ein in die ‚bürgerliche Mitte’. "Dort ist ihr Agitationsfeld und zwar mit Schlagworten, die dem politischen Populismus und den Globalisierungsgegnern entliehen sind. Sie dringen in Musikszenen, Sport- und Schützenvereine ein und auch Kinderfeste sind ihr Agitationsplatz.", skizziert Bastian Zimmermann die bekannte Entwicklung.

Nicht nur Vorfälle aufzuzeichnen oder gegen ihr Auftreten Widerstand zu leisten, ist eine Verantwortung der Falken gegenüber ihrer Tradition.

Der Bezirksvorstand beriet sich mit den regionalen Gliederungen der Falken und entschloss sich, Fachleute und Szenekenner einzuladen, die rechte Realität in dieser Stadt einzuschätzen. Die Zähne zu zeigen bedeutet immer auch, etwas entgegen zu setzen. "Dabei haben wir viele Verbündete!", versichert Zimmermann zufrieden. "Die Angriffe gegen die Falken ist ein Angriff auf erfolgreiche Arbeit mit und von Kindern und Jugendlichen. Also sorgen wir für Aufklärung, damit niemand sagen kann, nichts gewusst zu haben!", bekräftigt Zimmermann die Ziele.

Die breite Solidarität nach dem Brandanschlag, angeführt von den Nachbarn, anderen Jugendverbänden, Gewerkschaften und dem Bundesvorsitzenden der AWO, Wilhelm Schmidt, ermutigt uns dazu.

Zähne zu zeigen beginnt mit dieser Solidarität und der gemeinsamen Überzeugung, dem Faschismus keinen Raum zu lassen!

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