"Antifaschismus gelebt" - in Köln!

31.12.2008: Gegen "Islamisierungs-Kongress" der rechten Szene - der Blockadebericht

Die rechtspopulistische Organisation "PRO Köln" hatte für den 20. September 2008 auf dem Heumarkt, einem zentralen Platz Kölns, eine Veranstaltung gegen die Islamisierung angemeldet.Eingeladen waren europäische Größen der rechten Szene, die aber zum größten Teil dann doch nicht kamen, wie zum Beispiel Le Pen und die Kameraden von Vlaams Belang.

Moscheebau zum Anlass genommen

Pro Köln hat sich in Köln besonders durch die Hetze gegen die von ihnen so genannte "Großmoschee" einen Namen gemacht. Die Diskussion wurde sogar ernsthaft von den in Köln bestimmenden Medien und hier dem wichtigsten Organ, dem Kölner Stadt- Anzeiger, aufgegriffen und war so anerkannt im bürgerlichen Lager. Auch die Linkspartei tat sich anfangs mit einem Engagement für die Moschee schwer, aufgrund ihrer grundsätzlichen Religionskritik. Lange war nun unklar, ob und wo die Veranstaltung stattfinden sollte und in welchem Rahmen. Viele bekannte und zentrale Plätze in der Kölner Innenstadt standen zur Diskussion, der Heumarkt ist einer davon.

Widerstand gegen Neonazi- Sightseeingtrip

Am 19. September, einen Tag vor dem geplanten Kongress, versuchte Pro Köln seinen Gästen eine Stadtrundfahrt zu genehmigen, stieß aber auf Gegenwehr durch die Bevölkerung (z.B. des Fähreninhabers, als sie über den Rhein fahren wollten). Zwei Bündnisse hatten sich schon im Vorfeld gegründet (das eine aus eher linken, das andere auch die bürgerlichen Parteien abdeckend: "hingesetzt.mobi" und "Wir stellen uns quer"). Wir Falken in Köln haben beide Aufrufe unterstützt, uns dann aber natürlich lieber den aktiven Blockaden, als der Konzertveranstaltung für Kind und Kegel auf dem Roncalli- Platz angeschlossen. Erfreulicherweise bekamen wir Unterstützung von den Genossinnen und Genossen aus Braunschweig, Dortmund und Aachen, für deren Kost und Logis natürlich gesorgt wurde.

20. September 2009: der Blockadetag in Köln

Die Blockaden waren gut organisiert: jeder Zugang zu dem Platz wurde abgedeckt und blockiert. Streitigkeiten zwischen dem Schwarzen Block und der Polizei führten zwischenzeitlich leider dazu, dass der Schwarze Block die anderen Blockierer angriff, um auf den Heumarkt durchzubrechen, aber das alles war viel weniger dramatisch als später dargestellt. Die Polizei fuhr Wasserwerfer auf, aber es blieb bei der Provokation. Auf den Heumarkt kamen bis zum Mittag vielleicht zwanzig, danach etwas mehr Rechte - ein "Kongress" oder eine Großveranstaltung war es lange nicht! Am frühen Nachmittag wurde die Veranstaltung von der Polizei verboten, wogegen Pro Köln im Nachhinein klagte.
Wir sind erschöpft und erfolgreich nach Hause gegangen, andere hatten weniger Glück und wurden teilweise bis Mitternacht von der Polizei festgehalten, während die Rechten unter Polizeischutz aus der Innenstadt gebracht wurden.

Und danach? Ist schon wieder davor!

Köln war riesig stolz- eine Stadt wehrt sich! Na ja... eine Stadt veranstaltet auch gleichzeitig eine Riesen- Konsumaktion, den "Längsten Tisch", was sicherlich den einen oder die andere BürgerIn vom Demonstrieren abgehalten hat.
Die Klage Pro Kölns gegen das Veranstaltungsverbot war insofern erfolgreich, als dass wir im Mai 2009 den nächsten Kongress- Versuch befürchten dürfen.

Das kriegen wir schon hin?

Momentan stellt sich Köln kaum gegen Rechts. Einmal im Monat demonstrieren die Rechten mit Deutschlandfahnen und mehr vor der Moschee. Gegendemonstranten? Nicht mehr als fünfzig, die von der Polizei regelmäßig getreten und gekesselt werden.

Es ist also noch viel zu tun! Kommt hin!

Auch in diesem Jahr hoffen wir auf eure Solidarität und versprechen euch bei entsprechenden Aufrufen unsere!

Auch wenn wir uns am 20. September über noch mehr Falken gefreut hätten, können wir rückblickend nur weiter empfehlen, GenossInnen für den Widerstand gegen rechte Demos auch außerhalb des KVs zu mobilisieren! Die Gäste stellen keine hohen Ansprüche und DAS ist Vernetzung jenseits des Funktionärapparats. Der antifaschistische Kampf ist notwendig, überall!

Wie wir jetzt jeden Monat sehen, muss er außerdem langfristig sein, auch wenn die Medien Europas nicht auf unsere Städte sehen.

Berich von Sarah van Dawen, KV Köln.

Aktuelle Termine
Galerien

Aktion "Keine Grenzen für Kinder - Refugees Welcome"