Moria ist kein Einzelfall

07.10.2020: Die SJD - Die Falken verurteilt die Grenzpolitik der EU und fasst folgenden Beschluss auf dem Herbst-Bundesausschuss in Magdeburg:

Seit Jahrzehnten müssen wir beobachten, wie das Recht auf Asyl bundes- aber auch europaweit immer mehr ausgehöhlt wird. Asylrechtsverschärfungen, Schengen- Abkommen, Frontex, Auffanglager außerhalb der EU und an ihren Außengrenzen zeigen uns die menschenverachtende Außenpolitik von Deutschland und der EU.

Wir Falken verurteilen die Grenzpolitik der EU, wie auch die Gleichgültigkeit von weiten Teilen der Öffentlichkeit, sowie das beharrliche Wegschauen von Seiten vieler deutscher Medien. NGOs vor Ort tragen mehr zur Aufklärung bei als manch führendes Presseorgan. Wir erkennen: Dieses Wirtschaftssystem muss überwunden werden, damit das Sterben der Unschuldigen, die Ausbeutung von Mensch und Natur, sowie die Repression im Namen des Kapitals, endlich ein Ende hat. Dafür wollen wir kämpfen.

Wir in Europa leben in Verhältnissen - die zumindest im Vergleich zu anderen Weltregionen - von Stabilität und Wohlstand geprägt sind. Dies verdanken wir Jahrhunderten der Eroberungspolitik. Die Position des europäischen Kapitals baut auf Verbrechen auf, deren Profiteure wir sind. Auch unsere hart er- und umkämpften Sozialstaaten leben von den Steuern und Abgaben einer erfolgreichen Wirtschaft. Dieser Zusammenhang wird in der Öffentlichkeit wenig thematisiert, weil aus ihm nicht nur ein geknicktes Selbstbild, sondern auch Verantwortung erwachsen könnte. Flucht und Vertreibung sind Resultat einer rassistischen und imperialistischen Außen- , Wirtschafts- und Umweltpolitik. Kritik der unhaltbaren Zustände von Geflüchteten, sind ist immer auch eine Kritik unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung

Wir, als Menschen, die bei den Falken seit jeher als Teil der globalen Arbeiter*innenbewegung für Gerechtigkeit, Freiraum und Frieden einstehen, müssen erkennen, dass die gesellschaftlichen Ursachen für Flucht eng mit Ungerechtigkeit und Kapitalismus verwoben sind, die auch uns zu politischer Organisierung bewegen.

Die Absicherung des globalen Zentrums des Kapitalismus, in welchem wir leben sorgt spiegelbildlich für schärfste Armut, Ausbeutung und Krieg in anderen Teilen der Welt . Die Tatsache, dass dieser Umstand uns wütend macht, da er unserem Selbstverständnis entgegensteht, muss für uns Ansporn sein in die Auseinandersetzung noch unerbittlicher einzusteigen. Wir setzen uns dafür ein, dass sich junge Menschen organisieren, verbünden, aufklären und aufgeklärt werden, um die herrschenden Verhältnisse zu hinterfragen und zu überwinden.

Dafür suchen wir den Schulterschluss mit anderen Gruppen, sozialen Bewegungen wie Betroffenengruppen, FFF, lokalen antifaschistischen Gruppen, Seebrücke, Seawatch und anderen, die das Thema ähnlich bewegt, wie uns. Wir bieten Support pro aktiv an. Das bedeutet z.B. logistischen Support wie Zelte und auch die Mobilisierung zu Aktionen und Demonstrationen.

Der Bundesverband bringt sich weiterhin in der YES gegen Grenzgewalt, die "Festung Europa" und Kriminalisierung von Seenotrettung und für offene Grenzen und das Konzept der Solidarischen Städte ein. So versuchen wir weiterhin in eine kritische Debatte über die EU als Institution zu gehen und können unsere innververbandliche Auseinandersetzung in die YES mitnehmen.

Wir setzen uns dafür ein Arbeiter*innen weltweit in ihrem Kampf für bessere Löhne und Arbeitsbedungungen zu unterstützen. Wir schließen uns dem Protest gegen Konzerne an, die durch ihre Firmenpolitik, ihre Rüstungsproduktion und wirtschaftliche Ausbeutung mit Schuld an der Flucht von Menschen tragen.

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