Sozialistischen Internationalismus stärken und dadurch Rassismus bekämpfen!

28.05.2001: Beschluss der 29. Bundeskonferenz in Nürnberg (24. - 27. Mai 2001) zur Internationalen Arbeit des Verbandes

Die Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken versteht sich als Teil der internationalen sozialistischen Bewegung und fühlt sich dem sozialistischen Internationalismus in der Gewissheit verpflichtet, dass sich grundlegende gesellschaftspolitische Veränderungen nur international erkämpfen lassen.

Daher sind wir Mitglied in drei internationalen Zusammenschlüssen. Unsere Mitgliedschaft in diesen Zusammenschlüssen darf aber nicht nur Selbstzweck sein, wir müssen diese Strukturen für unseren Verband stärker, vor allem aber kontinuierlicher nutzen. Im Rahmen dieser Zusammenschlüsse, z.B. auf den IUSY-Festivals oder den IFM-Camps, lässt sich Internationalismus erfahrbar machen .

Wir haben uns bei den Großaktivitäten der IFM-SEI und IUSY im Jahre 2000 sehr stark eingebracht und haben unsere Beiträge auf den Veranstaltungen positiv ausgewertet. Doch wir müssen feststellen, dass zwischen den Großaktivitäten eine Beteiligung an Seminaren, Konferenzen etc. kaum vorhanden ist, obwohl viele internationale Veranstaltungen sich mit ähnlichen Themen beschäftigen, die wir auch im Verband diskutieren. Die Gründe dafür gilt es in den nächsten Monaten zu analysieren, um dann anschließend Abhilfe zu schaffen. Es muss uns gelingen, dass wir in der Breite des Verbandes auf den Aktivitäten unserer Internationalen präsent sind. Es gibt an vielen Erscheinungen der Internationalen zu Recht Kritik, diese können wir aber auch nur verändern, in dem wir uns einmischen und für unsere Positionen kämpfen.

Neben diesem Punkt gilt es in den nächsten zwei Jahren, eine generelle Strategiedebatte um unsere internationale Arbeit zu führen. Wir müssen feststellen, dass es in Bezug auf internationale Arbeit in unserem Verband viele weiße Flecken gibt, in denen es nicht mehr selbstverständlich ist, bei Zeltlagern im Ausland Kontakt zu unseren Schwesterorganisationen aufzunehmen oder gar internationale Austausche durchzuführen.

Oft fehlt es den GruppenhelferInnen an dem notwendigen pädagogischen Know-how für eine internationale Begegnung, fehlt es den FunktionärInnen an Erfahrung in der organisatorischen Vorbereitung von internationalen Begegnungen. Gerade die Qualifizierung von GruppenhelferInnen und FunktionärInnen für internationale Begegnungen muss eine der Aufgaben auf allen Ebenen des Verbandes sein. Die Internationale Kommission wird dazu Materialien erarbeiten und Qualifizierungsseminare anbieten. Dabei müssen wir aber nicht immer wieder das Rad neu erfinden, auch andere Jugendverbände haben brauchbare Materialien erstellt, die teilweise sehr gut auch in unserer internationalistischen Praxis eingesetzt werden können. Wir schlagen daher vor, solche Materialien an einer zentralen Stelle im Verband zu sammeln und diese in geeigneter Form im Verband bekannt zu machen.

Eine weitere Aufgabe wird für die IK sein, Gliederungen zu helfen, konkrete Projekte anzuschieben. Das Bundesbüro soll für die interessierten Gliederungen als Informationspool dienen, zum einen als zentraler Pool für Kontaktmöglichkeiten und andererseits die Gliederungen umfassend in Finanzierungsfragen beraten und nach Möglichkeit auch begleiten. Wichtig ist auch, die stattfindende internationale Arbeit besser untereinander zu koordinieren. Oft wissen Gliederungen nicht, dass andere auch einen Austausch mit dem gleichen Land machen. Daher ist es sinnvoll einmal im Jahr alle Gliederungen, die internationale Austausche durchführen, zusammenzubringen und sich über die jeweiligen Projekte auszutauschen und sich so gegenseitig anzuregen und gemeinsam neue Projekte zu entwickeln.

Wir verstehen unsere internationale Arbeit auch als Beitrag zum Kampf gegen Rassismus. Rassismus äußert sich unter anderem in der Angst vor dem Fremden. Durch internationale Begegnungen besteht die Möglichkeit, das zunächst scheinbar so Andere kennen zu lernen und es dadurch schließlich in seinem/ihrem Handeln, Denken und Fühlen zu verstehen.

Diese praktische Form des sozialistischen Internationalismus trägt mit dazu bei, den eigenen Horizont kulturell zu erweitern und somit den dumpfen Parolen und der Deutschtümelei der RassistInnen und RechtsextremistInnen entgegenzutreten. Die Internationalen bieten in ihrer Breite viele Möglichkeiten, einen internationalen Austausch zu beginnen; nicht zuletzt ist es leichter, mit ihnen eine Kooperation zu beginnen, da sie in der überwiegenden Menge ähnliche politische Forderungen wie wir haben, viele haben sogar ähnliche Arbeitsansätze wie wir, sowohl in der IFM-SEI als auch in der IUSY.

Bei der Auswertung der Großaktivitäten des Jahres 2000 haben wir einige Mängel an den Internationalen festgestellt, trotzdem wurde die Wichtigkeit unserer aktiven Mitgliedschaft festgehalten. Daher wird die SJD-Die Falken sich auch in den nächsten 2 Jahren aktiv in die Internationalen einbringen, sowohl inhaltlich als auch personell.

IFM - SEI

In der IFM-SEI (International Falcon Movement – Socialist Educational International) stellen wir seit dem letzten Kongress den Generalsekretär. Diese Besetzung der wichtigsten Position innerhalb der Internationale verpflichtet die SJD-Die Falken zur Beteiligung an einer vorwärtsgewandten Reform der Kinder- und Erziehungsinternationale. Ziel dieser Reform der IFM muss eine Repolitisierung und Kampagnenfähigkeit sein. Wir müssen zusammen mit anderen Schwesterorganisationen diesen Reformprozess vorantreiben und gestalten. Um die IFM-SEI für die Mitgliedsorganisationen wieder interessanter zu machen, müssen wieder verstärkt Seminare zu unterschiedlichen Themen angeboten werden. Es ist sinnvoll ein breites Themenspektrum anzubieten, um so den unterschiedlichen Ansätzen in der IFM gerecht zu werden. Diese Breite gilt sowohl thematisch als auch methodisch. Daher halten wir es für notwendig, dass das Olof-Palme-Institut als die zentrale Fortbildungseinrichtung der IFM-SEI personell ausgebaut wird, über mögliche Kooperationen muss nachgedacht werden. Mit dem IFM-Camp 2000 wurden erste Versuche mit einer Partizipation von Kindern bei der Vorbereitung und Durchführung unternommen. Diese Versuche werden von der SJD-Die Falken begrüßt und sollen verstärkt werden. In den letzten Jahren sind in einigen Ländern neue Falkenorganisationen entstanden oder sind im Entstehen, so z.B. in Südafrika, in Polen und Irland. Neben einer Unterstützung durch unseren Verband ist es vor allem Aufgabe der IFM-SEI, sich um diese Organisationen zu kümmern und ihnen bei der Organisationsentwicklung zu helfen.

IUSY

Die IUSY (International Union of Socialist Youth) ist für uns der wichtigste internationale Zusammenschluss von Jugendorganisationen. Wie bereits auf dem IUSY-Festival bewiesen, kann die SJD-Die Falken der IUSY viele wertvolle Impulse geben. Bei der falkeninternen Auswertung des Festivals wurde deutlich, dass unsere aktive Mitarbeit notwendig ist, um die inhaltliche Positionierung, aber auch die politische Kultur des Dachverbandes in unserem Sinne mitzugestalten. Daher müssen wir auch außerhalb von Festivals in der Internationale stärker mitarbeiten. Dabei sollte sich die Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken auf die Felder konzentrieren, in denen sich für uns als Erziehungsverband konkrete Handlungsansätze bieten. Die SJD-Die Falken begrüßt die stärkere Kampagnenorientierung der IUSY; dieses bedeutet aber auch, dass wir uns stärker an diesen Kampagnen beteiligen werden. Die IUSY führt in jedem Jahr einen internationalen Aktionstag durch. Durch diese Aktionsorientierung mit Kampagnen wie z.B. Schuldenerlass, gegen Gewalt gegen Frauen und gegen die Todesstrafe lässt sich der internationale Charakter der IUSY konkret vor Ort erfahrbar machen und dadurch Neugierde nach mehr an internationaler Arbeit wecken.

ECOSY

Für uns ist ECOSY (European Community Organisation of Socialist Youth) der Zusammenschluss von IUSY-Mitgliedsorganisationen der EU und aus EU-Beitrittsstaaten. Auf dem letzten ECOSY-Kongress hat es endlich eine breite Aufnahme von Organisationen aus Mittel- und Osteuropa in die ECOSY gegeben. Dieser Erweiterungsprozess, den wir als SJD - Die Falken von Anfang an unterstützt haben, kann nach unserer Meinung aber nicht als abgeschlossen betrachtet werden. Wir sehen die Aufgabe der ECOSY darin, eine Interessenvertretung von jungen SozialistInnen gegenüber der EU zu organisieren und Visionen für ein sozialistisches Europa zu entwickeln. Eine Hauptaufgabe der ECOSY muss es sein, sich verstärkt um die Entwicklung einer europäischen Jugendpolitik zu kümmern. Europäische Jugendpolitik muss mehr sein als die finanzielle Förderung von Jugendaustauschen und internationalen Seminaren.

Aktuelle Termine
Galerien

Aktion "Keine Grenzen für Kinder - Refugees Welcome"