"Sozialismus fängt im Kleinen an!"

04.10.2008: Rückblick auf den Sozialismus-Kongress im Oktober 2008

"Wenn ich nicht dazu tanzen kann, ist es nicht meine Revolution" war als Eröffnungs-Statement für den Kongress zugleich die Aufforderung, zu analysieren, warum wir nicht dazu tanzen können. Vielleicht liegt das auch an der Musik, denn "unsere Musik fängt im Kopf an!"

"Wir warten nicht, bis das schöne Leben an die Tür klopft!"

"Wir warten nicht, bis das schöne Leben an die Tür klopft!"

Materialien, Eindrücke und Ergebnisse des Kongresses gibt es hier.

Oskar Negt zu Gast auf dem Sozialismuskongress

Weit über 200 Genossinnen und Genossen lauschten den Worten Oskar Negts, als sich der bekannte Soziologe im Rahmen des Sozialismus-Kongresses in Werftpfuhl einer kritischen Bestandsaufnahme der gesellschaftlichen Verhältnisse widmete: Der Sozialismus-Begriff sei in vielerlei Hinsicht beschädigt worden, Aufgabe der Sozialistischen Jugend ist es, diesen Begriff zurückzuerobern.

Zu Gast: Oskar Negt

"Die Bildungsarbeit vor Ort spielt dabei eine entscheidende Rolle" so Negt weiter. "Der Sozialismus ist der Schlüssel zur Konstruktion der Alternative!"

Negt sprach von der Suche der Menschen nach Orientierung und der fortschreitenden Erosion aller Bindungen sowohl in der Familie als auch in Bezug auf Berufsleben und Parteien. "Das Bedürfnis die fehlenden Bindungen auszugleichen birgt große Gefahren, wenn sich Menschen denen hingeben, die einfache Antworten versprechen." Gerade deshalb sei es wichtig, dass die Falken als gesellschaftspolitischer Akteur präsent sind!

Veränderte gesellschaftliche Ausgangsbedingungen

Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren verändert: im Verbandsalltag sind wir immer wieder damit konfrontiert, dass Ehrenamtliche weniger Zeit für Verbandsarbeit haben, dass Kinder und Jugendliche die Teilnahme an unseren kostengünstigen Maßnahmen nicht finanzieren können, dass der Leistungsdruck steigt, dass die Verwertungslogik nahezu alle Lebensbereiche dominiert und dass große Teile der Gesellschaft sozial und politisch ausgeschlossen sind...
Der Kongress war der Auftakt dazu, unser Sozialismusverständnis in Bezug auf diese sich ändernden gesellschaftlichen Verhältnisse zu hinterfragen.

Das Interesse am Thema war umwerfend

Die Bildungsstätte platzte aus allen Nähten, die Stimmung unter den Teilnehmenden war großartig. Die Wände waren gepflastert mit Schildern, Plakaten und den handgeschriebenen Ergebnissen der bisherigen Diskussion. Eine überdimensionale Wandzeitung führte immer wieder die Ergebnisse aus den unterschiedlichen Kleingruppen zusammen. An allen Ecken im und vor dem Haus standen Falken zusammen und tauschen sich aus, führen Debatten aus den Workshops, Fishbowls und nach dem Input-Referat Oskar Negts in den Pausen fort.

Fazit

"Lasst uns dafür kämpfen, dass Solidarität und Freundschaft Wirklichkeit werden!" hörte man es auf den Gängen. "Wo wir gehen und stehen wirken wir als Sozialistinnen und Sozialisten" lautete das Fazit aus einem der zahlreichen Workshops an diesem Wochenende. "Sozialismus fängt im Kleinen an" hieß es auf einem anderen Plakat.

Oskar Negt schloss sein Input-Referat über die Aufgaben der Sozialistische Jugend im 21. Jahrhundert mit einem Zitat von Antonio Gramsci:
"Man muss nüchterne, geduldige Menschen schaffen, die nicht verzweifeln angesichts der schlimmsten Schrecken und sich nicht an jeder Dummheit begeistern. Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens."

Zugehörige Galerien:
Sozialismuskongress 2008