Vorsicht vor dem Blauhemd

Jugendliche lieben Symbole, denn mit denen kann man provozieren. Besonders interessant wird ein Symbol, wenn der Staat was dagegen hat. So gesehen steht dem FDJ-Abzeichen in Sachsen eine große Zukunft bevor. Dort kriegt, wer ein FDJ-Hemd trägt, Ärger mit der Polizei. Dabei geht es zwar gar nicht um die "Freie Deutsche Jugend" der DDR, sondern um die längst vergessene FDJ-West, einem Jugendverband, der 1951 in Westdeutschland verboten wurde. In Sachsen wird das Hemd der legalen FDJOst jedoch als Kennzeichen der illegalen FDJ-West gewertet. "Es handelt sich um ein verwechslungsähnliches Zeichen einer verbotenen Gruppe", meint der Dresdener Generalstaatsanwalt Jörg Schwalm. Doch selbst der Bundesverfassungsschutz sieht das lokkerer: "Da muss man schon das Blauhemd tragen und dazu laut verfassungsfeindliche Parolen rufen", sagt ein Sprecher. Am besten provoziert es sich also im Blauhemd und mit dem Grundgesetz in der Hand.
(Quelle: Chrismon)

Das Blauhemd ... ist das traditionelle Kleidungsstück der Falken seit den 20er Jahren; zuweilen mit rotem Halstuch getragen. In den unterschiedlichen Bezirken und Ortsverbänden weniger oder stärker verbreitet. Die FDJ in der DDR hat nach dem 2. Weltkrieg das Blauhemd von den Falken "übernommen". Das Blauhemd der FDJ darf in der Bundesrepublik als Symbol einer verbotenen Organisation nicht getragen werden. Das Blauhemd der Falken ist davon freilich nicht betroffen. (Das Falken-Blauhemd hat keine militärischen Achselklappen, wie das der FDJ).

Rechtsgrundlage: Bekanntmachung des Bundesministeriums des Innern vom 6.10.1978 PI4-122 319 II, in der es heißt, dass die Mitglieder der Falken berechtigt sind, "öffentlich oder in einer Versammlung als äußeres Zeichen ein blaues Hemd und ein rotes Halstuch zu tragen" (Veröffentlicht im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl) 1978, S. 593.

Also liebe Sachsen, werdet einfach Mitglieder bei den Falken, dann dürft ihr endlich blaue Hemden tragen? und das ganz legal.