Strukturelle Prävention sexualisierter Gewalt

28.01.2020: Prävention von sexualisierter Gewalt ist gerade für uns als Kinder-und Jugendverband ein wichtiges und zentrales Thema. In dieser Ausgabe unserer Broschürenreihe "24 Stunden sind kein Tag" könnt Ihr Konzepte, Methoden und Instrumente kennenlernen, die uns handlungsfähiger machen und unser Bewusstsein für Risiken schärfen.

Cover der Broschüre 41

Sexualisierte Gewalt gibt es überall, auch in linken und demokratischen Einrichtungen. Ein gutes Menschenbild reicht nicht aus, um Gewalt zu unterbinden. Dabei ist erschreckend, dass es in vielen Organisationen und in der breiten Öffentlichkeit stärkere Debatten über Täterschutz und über angeblich falsche Verdächtigungen gibt, als über Präventions- und Interventionskonzepte. Wir Falken stellen uns dem Problem, denn wir wissen, dass der Schutz vor sexualisierter Gewalt eines der grundlegendsten Kinderrechte ist! Wir streiten für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und sexistische Unterdrückung.

Ihr findet in diesem Heft viele praktische Inhalte, um euch mit der Thematik auseinander zu setzten. Doch in diesem Zusammenhang möchten wir betonen, es bedarf einer intensiven Beschäftigung mit den Strukturen vor Ort.

Sich mit dem Thema zu beschäftigen heißt, die Verantwortung für Prävention vor sexueller Gewalt als Verband und als Gliederung der SJD - Die Falken zu übernehmen.

Wir wollen über diese Broschüre hinaus gemeinsam eine Perspektive entwickeln und als Verband die Anzeichen von sexualisierter Gewalt auch in unseren eigenen Strukturen ernst nehmen und bekämpfen. Dafür wollen wir zu dem Thema weitere Verbindlichkeiten schaffen und mit anderen externen (Beratungs-) Einrichtungen kooperieren. Über die jährlich stattfindenden bundesweiten Seminare (siehe unten) schulen wir Multiplikator*innen in dem Thema, sodass sie ihr Wissen vor Ort in die Gliederungen tragen können.

So können sie für die Helfer*innen entsprechende Schulungen anbieten und die strukturelle Implementierung vor Ort weiter vorantreiben. Die Implementierung schützender Strukturen kann nicht von oben verordnet werden, sie bedarf der Zustimmung und der aktiven Mitarbeit der Gliederungen vor Ort. Sie passiert auch nicht von heute auf morgen, sie ist prozesshaft. Nicht für alle Fälle kann die vorliegende Broschüre die richtige Lösung haben, aber sie bietet Ansätze.

Darum möchten wir mit dieser Ausgabe der "24 Stunden sind kein Tag" dafür plädieren, eine feste Struktur im Verband und in unseren (Falken-)Einrichtungen aufzubauen, um personenungebunden und dauerhaft Prävention und Intervention leisten zu können. Wichtige Hilfestellung dazu können die Multiplikator*innenseminare zu Prävention sexualiserter Gewalt leisten.

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Zugehörige Dateien:
24 Stunden sind kein Tag - Nr. 41Download (2552 kb)