Selbstbestimmt statt fremdbestimmt - Mitbestimmen für eine linke Politik!

04.09.2013: Alle vier Jahre wieder steht sie an: Die Bundestagswahl! Falken kämpfen nicht für Parteien sondern für ihre Positionen: Wie wollen wir lernen? Selbstbestimmt statt fremdbestimmt!

Als sozialistischer Kinder-und Jugendverband sind wir Falken oft nicht einer Meinung mit den Politiker*innen und Entscheider*innen in diesem Land. Außerdem ist für uns klar, dass ein Kreuzchen alle paar Jahre nichts Grundlegendes daran ändern wird. Denn wir halten die bürgerliche Demokratie, in der wir leben, keineswegs für die ideale Form der Mitbestimmung. Unsere sozialistische Vorstellung von Demokratie ist mehr als eine formale Methode für Entscheidungsprozesse. Doch unsere grundsätzliche Kritik am herrschenden System bedeutet nicht, dass wir uns aus dem Kampf um politische Meinungen verabschieden. Im Gegenteil: Wir werden selbst aktiv. Wir bilden uns und mischen uns ein. Eine Gesellschaft, die sich demokratisch nennt, muss sich daran messen lassen, wieviele Menschen sie beteiligt - und welche Gruppen sie benachteiligt oder ausgrenzt. In diesem Land leben über 80 Millionen Menschen, doch nur rund 60 Millionen dürfen tatsächlich mitwählen. Vielen können wir jedoch mit unseren Forderungen eine Stimme geben. Wir setzen uns ein für die Interessen junger Menschen, die sich bei uns selbst organisieren. Wir setzen uns ein für eine demokratische und solidarische Gesellschaft ohne Ausbeutung und Zwang, ohne Rassismus und Sexismus. Wir machen keinen Wahlkampf für Parteien, wir kämpfen für unsere Positionen!


Thema 1: Wie wollen wir lernen? Selbstbestimmt statt fremdbestimmt!

Die gesellschaftliche Funktion von Schule besteht darin, Kinder und Jugendliche so zu erziehen, dass sie in die bestehende Ordnung passen. So soll Loyalität gegenüber dem herrschenden System entwickelt werden. Entsprechend ihrer Rolle als zukünftige Arbeitskräfte lernen junge Menschen schon früh, unter Druck zu funktionieren. Wettbewerb - und Konkurrenzdenken - werden dabei verinnerlicht, die eigenen Bedürfnisse zurückgestellt. Das mehrgliedrige Bildungssystem beruht auf Selekion nach sozialer Herkunft und zementiert jene Ungleichheit, die Kinder und Jugendliche lernen, als vermeintliche Alternativlosigkeit zu ertragen.

Dieses System lehnen wir ab: Wir brauchen keine systemkonformen Ja-Sager*innen. Wir wollen nicht auswendig lernen, sondern selber denken. In unserer Utopie ist Schule ein Ort des gemeinsamen Lernens ohne Leistungsdruck und Noten. Ein Ort, den Schüler*innen mitgestalten und an dem sie selbst bestimmen, was, wann, wie, mit wem und von wem gelernt wird und an dem der Zugang zu Bildung nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängt.

Doch Bildung ist mehr als Schule. Besonders wichtig ist daher, dass neben der Schule ausreichend Raum und Zeit für Kinder und Jugendliche bleibt, um non-formale Bildungsangebote wahrzunehmen, so z.B. in der Gruppenstunde bei den Falken. Bildung muss auch mal einfach nebenbei passieren dürfen, wenn junge Menschen sich und ihre Freiräume selbst organisieren - ohne dabei zielgerichtet, mit Blick auf den Lebenslauf verzweckt zu sein. Die zeitliche Ausweitung von Schule durch Ganztagsangebote darf dem nicht entgegenstehen.

Einige Links zum Thema:
Mit der Schule stimmt was nicht!
Bildungslandschaften - Zur Kooperation von Jugendverband und Schule
Die Gruppe macht's!

Zugehörige Dateien:
Positionen_Wahlprüfstein 1Download (588 kb)