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Position

26.03.2026

Soziale Medien als Raum der digitalen Teilhabe – Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche verhindern

beschlossen im März 2026 durch die Delegierten der Bundesausschuss-Sitzung in Bremerhaven

Unsere Positionen BA 2026-1
Unsere Positionen BA 2026-1

Zahlreiche politische Kräfte in Deutschland und der EU fordern ein Social-Media-Verbot für Menschen unter 16 bzw. 14 Jahren.

Wir wissen, dass die Rechte von Kindern und Jugendlichen im Grundgesetz eingeschränkt sind. Sie werden für den Staat nochmals mehr als Erwachsene als Verfügungsmasse bereitgehalten. Die Begründung des Staates für die weitere Entrechtung von Kindern und Jugendlichen sind hauptsächlich falsch verstandener und instrumentalisierter Kinderschutz. Wir betrachten Kinder und Jugendliche im gleichen Maße als Subjekte und Teil unserer Gemeinschaft wie Erwachsene. Die besondere Schutzbedürftigkeit von Kindern und Jugendlichen erkennen wir an.

Wir sehen diese Debatte im deutschen Raum zusätzlich im Zusammenhang der zuvor laufenden verkürzten Erklärungsansätze, dass die Erstarkung rechte Akteure durch deren erfolgreiche Soziale-Medien-Strategie zu begründen ist. Selbst der Argumentation folgend sollte diesem mit Medienpädagogik, geschlechterreflektierender Pädagogik oder anderen Ansätzen und nicht mit einem Verbot begegnet werden.

Wir betonen den enormen Stellenwert, den soziale Medien für die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen haben, auch wenn wir bezweifeln, dass eine echte Teilhabe, guter Austausch und sinnvolle/nachhaltige politische Betätigung in ihnen möglich ist.

Wir sehen in einem Social-Media-Verbot konservative Politik, die die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen nicht genügend beachtet und sie vor allem als Schutzobjekte betrachtet. Statt Kinder und Jugendliche von potenziell gefährlichen Orten auszuschließen, müssen die Gefahren selbst entschärft werden und Kinder und Jugendliche gestärkt werden, diesen Gefahren zu trotzen. Diese Leerstelle können und sollten wir als sozialistischer Kinder- und Jugendverband mit medienpädagogischen Konzepten und einer ehrlichen, kritischen Auseinandersetzung mit unseren jugendlichen Genoss*innen einnehmen.

Wir lehnen jede Form eines Social-Media-Verbots für Kinder und Jugendliche ab. Smartphones und soziale Medien begreifen wir sowohl als Instrumente der Vereinzelung als auch als Zugang zu sozialer Teilhabe. Das Internet und die Plattformen, die es bereithält, gehören zur Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen und sind ein wesentlicher Ort, an dem sie Informationen erlangen, sich politisch und nach Interessen organisieren, Meinungen bilden und austauschen. Gerade deshalb muss ihnen ein sicherer Zugang dazu ermöglicht werden. Gleichzeitig sind es diese digitalen Räume, die Scheinkollektivität, harmlose Haltungspolitik, Identitätsbildungen im Sinne des Neoliberalismus und Ablenkung vom tristen Alltag erzeugen oder zumindest befeuern.

Wir setzen uns für den Schutz von Kindern und ihrer Teilhabe am sozialen und politischen Leben im digitalen Raum auf zweierlei Arten ein: Zum einen muss ein konsequenter Kinder- und Jugendschutz durch die Regulierung großer digitaler Dienste (Big Tech) stattfinden und bereits bei der Bereitstellung von und den Zugängen zu digitalen Diensten berücksichtigt werden. Wir setzen uns gegen eine Ökonomisierung des digitalen Raums ein. Ein Social-Media-Verbot bedeutet den Ausschluss von einem der wichtigsten Räume politischer und sozialer Teilhabe von Kindern und Jugendlichen. Statt sie auszuschließen, müssen wir Kindern und Jugendlichen helfen, einen sicheren und kritischen Umgang mit sozialen Medien zu entwickeln.

Kernforderungen:

  • Wir verstehen den digitalen Raum als öffentlichen Raum. Zu diesem Raum muss allen Menschen ein sicherer Zugang gewährleistet werden. Keine Bevölkerungsgruppe darf von diesem wesentlichen Ort der Teilhabe pauschal ausgeschlossen werden.
  • Die Falken setzen sich auf Bundesebene und in den Gliederungen gegen Forderungen nach und den Beschluss eines Social-Media-Verbots in Deutschland und der EU ein.
  • Die Falken setzen sich für eine Stärkung und Ausweitung der sozialen und politischen Teilhabemöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen im öffentlichen Raum ein.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder und Jugendliche zur Teilhabe an politischem und sozialem Geschehen befähigt werden. Dazu ist im digitalen Raum die Förderung der Medienbildung von Kindern und Jugendlichen notwendig.
  • Wir setzen uns für die Schaffung demokratischer digitaler Räume ein. Dezentral organisierte, transparente und gemeinwohlorientierte digitale Räume müssen gefördert werden.
  • Aufbauend auf bestehenden medienpädagogischen Konzepten organisieren wir in unseren Gruppen kritische und ehrliche Auseinandersetzungen zu Gefahren von und mit Social Media.

Bundesausschuss in Bremerhaven
Moin aus Bremerhaven

Das war unser Bundesausschuss in Bremerhaven

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