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31.01.2026

Über das Gedenken an die Opfer des NS

Gedenken an die Opfer des NS
Gedenken an die Opfer des NS

Dienstag war der 27. Januar und damit der Tag zum Gedenken an die Opfer des NS. Als politischer Kinder- und Jugendverband beschäftigen wir Falken uns seit Jahrzehnten mit Gedenkstättenpädagogik und Erinnerungspolitik und fragen uns immer wieder von Neuem, wie ein Gedenken an die Verbrechen des NS und seine Opfer aussehen kann.

1956 unternahmen die Falken Berlin eine erste Gedenkstättenfahrt nach Bergen-Belsen, 1959 folgte eine erste Fahrt nach Auschwitz gemeinsam mit dem polnischen Jugendverband ZMS. Die NS-Vergangenheit sollten in der politischen und pädagogischen eine größere Rolle spielen, die jugendlichen Verbandsmitglieder durch die Konfrontation mit und an einem Ort der Verbrechen mehr Wissen über den NS erlangen und Lehren aus der deutschen Geschichte ziehen und so eine antifaschistische sowie – durch den Kontakt zum polnischen Jugendverband – internationalistische Haltung einnehmen würden.

Zu der Zeit gab es noch keinerlei Gedenkstättenpädagogik und erst recht nicht mit Fahrten in kommunistisch regierte osteuropäische Länder. Die Falken veranstalteten in den folgenden Jahren weitere Gedenkstättenfahrten nach Auschwitz, Theresienstadt oder Lubice, zu denen viele hundert Teilnehmer*innen kamen. Sie bekannten sich öffentlichkeitswirksam zur deutschen Schuld an den NS-Verbrechen und versprachen, das Geschehene nicht zu vergessen und daraus ihr politisches Handeln abzuleiten. In der Presse wurden sie dafür als »Nestbeschmutzer«, »Handlanger der Kommunisten« oder »Vaterlandsverräter« bezeichnet.

Die Fahrten hatten damals also auch eine Art Demonstrationscharakter, der auch bitter nötig war. Doch was damals gegen das Schweigen der Mehrheitsgesellschaft hart erkämpft werden musste, sieht heute ganz anders aus. Gedenken in Deutschland scheint heute oft nur ein ritualisiertes Lippenbekenntnis zur eigenen Entlastung zu sein.

Doch wir wissen heute: Der Besuch einer Gedenkstätte macht niemanden automatisch zur Antifaschistin. Das eigentliche Gedenken kann erst stattfinden, nachdem wir lernen und versuchen zu verstehen. So braucht es auch heute unbedingt antifaschistische Bildungsarbeit und man muss in Deutschland auch nicht weit weg fahren, um sich an historischen Orten mit den Verbrechen des NS auseinanderzusetzen.

Das Interesse an den Gedenkstättenfahrten damals nahm irgendwann allmählich ab und es schien nicht mehr passend, mit den Teilnehmer*innen in großen Massen und Jahr für Jahr dem immer gleichen Programm mit Reden und Kranzniederlegungen, an denen die Teilnehmenden sich gar nicht richtig beteiligen konnten, große Gedenkstätten zu besuchen.

2015 sind dann nochmal hunderte Falken in die Gedenkstätte Auschwitz gefahren, dann aber in jeweils kleine Gruppen aufgeteilt, die ihr Programm selbst gestalten konnten; mit langer Vor- und Nachbereitung, mit Zeitschriften und Ordnern zur inhaltlichen Auseinandersetzung. Und die Fahrt sollte nicht einfach aus Tradition stattfinden, sondern neben dem Gedenken und der Auseinandersetzung auch ein Symbol gegen jegliche Schlussstrichdebatte.

Ab 2019 haben wir außerdem die Kampagne „Gegen rechten Terror“ gestartet, mit der wir den Opfern neuen rechten Terrors gedenken und somit auf die Kontinuität des Faschismus hinweisen wollen.

Wenn ihr mehr dazu wissen wollt, guckt doch mal in die 24h Nr. 32, Nr. 42 und Nr. 44 – die findet ihr alle hier auf wir-falken.de – oder geht auf gegenrechtenterror.de.

Termine

22.04.2026, 18:00

Fragebogen, Musterung – Was tun?!
Info-Veranstaltung mit der DFG-VK

22.04.2026, 19:00

Gliederungsvernetzung PSG
Sexuelle Bildung im Verband und als Teil des Schutzkonzepts

23.04.2026, 19:00

Regionale Frauenvernetzungstreffen: Nord, Ost, Süd
Kommt zum ersten regionalen Frauen-Vernetzungstreffen!

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