02.01.2026
An der Seite der Roten Hilfe
Vor etwa einer Woche wurde bekannt, dass sowohl die Sparkasse Göttingen wie auch die GLS Bank die Konten der Roten Hilfe gekündigt haben. Wenige Wochen zuvor hatte die GLS bereits die Konten der DKP, des Anarchist Black Cross aus Dresden sowie mehrerer Gruppen der Klimabewegung gekündigt.
Wir Falken nehmen diese Entwicklung mit Besorgnis zur Kenntnis. Auch wenn die Banken sich zu den Geschehnissen nicht direkt äußern, ist anzunehmen, dass die Kündigungen im Kontext der Entscheidung der US-Regierung, die sogenannte "Antifa Ost" als Terrororganisation zu führen, stehen. Diese absurde Entscheidung im Sinne rechten Kulturkampfs trifft nun die deutsche Linke. Denn Banken, die mit Personen oder Organisationen auf US-Terrorlisten in Verbindung stehen, also etwa ein Konto anbieten, drohen Sanktionen bis hin zum Ausschluss aus dem internationalen Zahlungsnetzwerk SWIFT. SWIFT gilt zwar als technisch neutral und unterliegt EU-Recht, folgt aber aufgrund der Dominanz des US-Dollars in der Praxis außenpolitischen Vorgaben der USA.
Auch wenn die GLS Bank anerkennt, dass es koordinierte Angriffe von rechts auf die demokratische Zivilgesellschaft gibt, besonders gegen Organisationen aus dem linken Spektrum, zieht sie daraus nicht die politische Konsequenz. Stattdessen behandelt sie das Problem vor allem als Risiko- und Compliance-Frage und kündigt Konten, um mögliche regulatorische und sanktionsbezogene Folgen für die Bank zu vermeiden. Wir halten diesen Schritt für falsch. Gerade Institutionen mit gesellschaftlichem Auftrag oder mit einem Anspruch auf soziale Verantwortung dürfen sich nicht daran gewöhnen, politischen Druck einfach weg zu verwalten.
Wir müssen diese Entwicklung als das begreifen, was sie ist: Ein Angriff auf die gesamte Bewegung. Wenn Organisationen der Zugang zu Konten und Zahlungsverkehr entzogen wird, trifft das nicht nur die eigene Verwaltung, sondern die praktische Möglichkeit politisch zu handeln.
Wir Falken stehen an der Seite der Roten Hilfe. Gerade jetzt braucht es umso dringender eine starke linke Solidaritätsorganisation.