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Artikel

18.12.2025

Sozialistische Frau im Dezember: Wera Sassulitsch

Die MFPK stellt jeden Monat eine sozialistische Frau vor. Dieses Mal ist es Wera Sassulitsch:

Wera Iwanowna Sassulitsch wurde 1849 in Michailowka, Russland als eines von zahlreichen Geschwistern in eine verarmte Adelsfamilie hineingeboren. Nachdem ihr Vater starb, wurde sie zu Verwandten geschickt. Dort fühlte sie sich nie wohl und begann ausgesprochen viel zu lesen, was sie revolutionären Ideen näher brachte.

1866 ging sie nach Moskau, wo sie studierte Hauslehrerin wurde. Dort kam sie auch mit revolutionären studentischen Kreisen in Kontakt. 1868 zog sie weiter nach Sankt Petersburg. Sie arbeitete in einer Buchbinderei und unterrichtete abends Arbeiter*innen. Bereits mit 18 Jahren wurde sie wegen ihrer Verbindungen zum Anarchisten Netschajew für zwei Jahre in Untersuchungshaft genommen. Anschließend kam sie nach Charkiw, dann nach Kiew und schloss sich dort revolutionären Gruppen an, musste jedoch bald nach Sankt Petersburg fliehen.

Obwohl Sassulitsch der festen Überzeugung war, dass die Revolution nur durch Propaganda und die Aufklärung der Arbeiter*innen gelingen konnte, verübte sie dort 1878 ein Attentat auf Fjodor Trepow, den Gouverneur von Sankt Petersburg. Trepow hatte zuvor einen politischen Gefangenen misshandelt, den Sassulitsch nun rächte. Vor Gericht gestand sie ihre Schuld ein und wurde dennoch freigesprochen. Die Tat brachte ihr große internationale Bekanntheit und traf auf viel Zustimmung, auch im demokratischen Milieu.

Dennoch musste Sassulitsch in die Schweiz ins Exil gehen, wo sie 25 Jahre bleiben sollte. 1894 zog sie weiter nach London, wo sie unter anderem von Karl Marx‘ Tochter Eleanor unterstützt wurde. Erst 1905 konnte sie legal zurück nach Russland kehren. In dieser Zeit übersetzte sie Schriften von Marx und Engels ins Russische, veröffentlichte eigene Studien beispielsweise über „Revolutionäre aus Bourgeoiskreisen“ und gründete die Zeitung Iskra („Der Funke“) mit. Zur Zeit des Ersten Weltkriegs war sie entschiedene Gegnerin der Bolschewiki und blieb Menschewistin.

Aufgrund einer Tuberkulose-Erkrankung war sie in den letzten Jahren ihres Lebens kaum noch politisch aktiv. Wera Sassulitsch starb 1919 in Petrograd.

 


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