Mein Bauch - Deine Entscheidung? Seminar zu Abtreibung

Freitag, 27.11.2020 bis Sonntag, 29.11.2020

Ort: Jugenbildungsstätte Kurt Löwenstein, Werftpfuhl

Das Recht auf den Schwangerschaftsabbruch bedeutet das Recht von Frauen, über ihren eigenen Körper bestimmen zu können. Es bedeutet eine Absage an den Kinderzwang, ein Recht auf eine angstfreie Sexualität. Es bedeutet die teilweise Emanzipation von der Biologie, die Frauen jahrhundertelang für große Teile ihres Lebens ans Bett fesselte und damit die Gleichberechtigung der Geschlechter wesentlich hemmte.

Das Recht auf Abtreibung ist damit ein wesentliches Puzzlestück im Kampf um die Befreiung der Frau.

Der Kampf um dieses Recht durchzieht die Geschichte der Frauenbewegungen und ist auch heute noch wesentlicher Motor von feministischen Kämpfen weltweit. Zurücklehnen können sich Feministinnen dabei nie, Errungenschaften drohen immer wieder verloren zu gehen. Abtreibungsgegner machen auch hierzulande gegen das Recht auf körperliche Selbstbestimmung mobil und profitieren dabei davon, dass Abtreibung in der Öffentlichkeit nach wie vor wie ein schmutziges Geheimnis behandelt wird.

Das Thema Abtreibung ist stigmatisiert und wird nur toleriert, solange niemand davon spricht. Daher erfährt man meist erst im Vier-Augen-Gespräch zwischen Freundinnen von einem durchgeführten Schwangerschaftsabbruch. Es regiert die Angst, von anderen für sein Tun bewertet zu werden, was aufgrund weit verbreiteter abtreibungsfeindlicher Haltungen nicht gerade unwahrscheinlich ist. Das kommt nicht von ungefähr. Die Paragraphen 218 und 219 des Strafgesetzbuches behandeln den Schwangerschaftsabbruch nach wie vor als eine „Straftat gegen das Leben“, die lediglich unter bestimmten Voraussetzungen nicht verfolgt wird.

Das Thema Abtreibung dem Schweigen zu entreißen und es öffentlich und selbstbestimmt zu verhandeln, war wesentliches Anliegen der zweiten Frauenbewegung ab den 70er Jahren. Auch wir möchten angesichts des Rechtsrucks, der zunehmend prekärer werdenden medizinischen Versorgung und des nach wie vor unabgegoltenen feministischen Versprechens auf körperliche Selbstbestimmung etwas dazu beitragen, den Mantel des Schweigens, der sich in den letzten Jahrzehnten erneut um das Thema gelegt hat, zu zerreißen:

Auf dem Seminar möchten wir das Thema mit seinen verschiedenen Facetten beleuchten:

• Wie kann man überhaupt einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen und was wird dabei genau gemacht?
• Wie ist die Gesetzeslage? Und was ist unsere Kritik daran?
• Wie wurde der Schwangerschaftsabbruch in der Geschichte verhandelt? Welche Entwicklungen lassen sich über die Jahrhunderte und insbesondere im Übergang zum Kapitalismus nachzeichnen?
• Welche Kämpfe existieren heute rund um das Thema Abtreibung?
• Wieso reden wir auch unter Feministinnen so wenig über das Thema in einer Weise, die mehr ist als das Wiederholen von Parolen?


Wann: 27.-29. November 2020
Wo: Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein (Werftpfuhl bei Berlin) Teilnehmerinnen*beitrag:25€

Das Seminar richtet sich an Frauen* und Personen, die schwanger werden können.

Eine Kinderbetreuung wird auf Wunsch angeboten. Falls ihr eine Kinderbetreuung benötigt, schreibt das bitte direkt mit in die Anmeldung.

Anmeldung geht über das anhängende Formular. Schreibe bitte den Titel Seminar Abtreibung in die erste Zelle, danke.

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