Bundesfrauenkonferenz 2021

30.03.2021: Vom 19.-21. März 2021 haben wir die erste digitale Bundesfrauenkonferenz unserer Verbandsgeschichte durchgeführt.

Bundesfrauenkonferenz 2021

Vom 19.-21. März haben wir unsere Bundesfrauenkonferenz 2021 durchgeführt. Zum ersten Mal in der Verbandsgeschichte fand diese nicht an einem gemeinsamen Ort, sondern digital statt. Dennoch haben wir das gemeinsame Wochenende genutzt, um die feministische Arbeit in unserem Verband weiterzuentwickeln. Gerade während der Pandemie erleben wir vielerorts das Wiedererstarken konservativer Rollenbilder und die Verfestigung patriarchaler Geschlechterverhältnisse. Demgegenüber müssen gerade die Falken der Ort sein, an dem Mädchen und Frauen sich selbstbestimmt organisieren und gegenseitig stärken können.

In der gemeinsamen Debatte um das Arbeitsprogramm der Mädchen- und Frauenpolitischen Kommission unseres Verbandes haben wir daher festgehalten:

"Wir wollen Mädchen und Frauen ermöglichen Neues zu lernen. Wir wollen die Mädchen und Frauen unseres Verbandes empowern, Dinge zu denen sie sonst nicht oder schwieriger Zugriff zu haben zu lernen und sich selbst darin bestärkt zu fühlen. Wir wollen uns gemeinsam austauschen unter anderem zu Themen, die sonst eher gesellschaftlich tabuisiert werden (z.B. Abtreibung oder Menstruation), um ein Miteinander unter Frauen zu stärken."

Um dies zu gewährleisten arbeiten wir bereits an mehreren Projekten, mit denen wir diesen Anspruch unterstützen wollen, wie die Publikation eines Methodenordners für die feministische Verbandsarbeit oder Seminare zu Themen wie sexueller Selbstbestimmung oder Liebesbeziehungen im Patriarchat.

Einen besonderen Fokus legte die Bundesfrauenkonferenz dieses Jahr auf die mangelhafte Umsetzung der Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. Besonders aufgrund des misogynen und rassistischen Terroranschlags im US-Bundesstaat Georgia, in der vergangenen Wolche, sowie dem Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention, hat das Thema aktuell eine große Dringlichkeit. Obwohl die Bundesrepublik Deutschland die Konvention bereits vor vier Jahren unterzeichnet und im Jahr darauf ratifiziert hat, stellt der Alternativbericht des Bündnis Istanbul-Konvention der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis aus. Weder existiert eine Gesamtstrategie oder Institutionen, die handlungsfähig sind, noch die Ressourcen um Mädchen und Frauen ein gewaltfreies Leben zu ermöglichen. Gerade geflüchtete und wohnungslose Frauen oder solche, die einen Migrationshintergrund bzw. diverse Geschlechtsidentitäten besitzen, finden nur unter besonders erschwerten Bedingungen den Zugang zu Schutz, Beratung und Prävention. Vor diesem Hintergrund fordern wir als Mädchen und Frauen bei den Falken weiterhin die vollständige Anerkennung und Umsetzung der Istanbul-Konvention, sowie die konsequente Bekämpfung von Feminiziden.

Besonderen Dank möchten wir an dieser Stelle den Genossinnen Martina Leutloff, Maria Neuhauss und Alexandra Nozik aussprechen. Sie haben die Arbeit der Mädchen- und Frauenpolitischen Kommission und unsere Bundesfrauenkonferenzen durch ihr unermüdliches Engagement auf vielfältige Weise geprägt. Nun werden sie aus der Kommission ausscheiden. Wir wünschen ihnen für die Zukunft alles Gute und sind froh darüber, dass sie unserem Verband als kämpferische Genossinnen erhalten bleiben.