Unser Planet ist wichtiger als ihre Profite! Klimastreik am 20. September 2019

13.09.2019: Am 20. September 2019 findet der globale Klimastreik statt. Wir streiten gemeinsam mit der DIDF-Jugend für eine Klimabewegung jenseits kapitalistischer Verwertungszwänge und der Ausbeutung von Mensch und Natur.

Unser Planet ist wichtiger als ihre Profite! Klimastreik am 20. September 2019

Seit Monaten wird jeden Freitag gestreikt - nicht in Fabriken und Büros, aber in Schulen und an Universitäten. Schüler*innen und Studierende bleiben weltweit dem Unterricht fern und demonstrieren für Klimagerechtigkeit und gegen die Zerstörung der Natur. Auch wir waren von Anfang dabei und haben uns gemeinsam mit allen anderen dem Druck widersetzt, der uns von der Politik, sowie den Schul- und Universitätsleitungen entgegengeschlagen ist.

Nun findet am 20. September 2019 der Globale Streiktag von Fridays for Future statt und wir rufen Euch alle auf: Beteiligt Euch, streikt an diesem Tag mit unzähligen anderen Menschen für die längst überfällige Wende in der Klimapolitik!

Streiken, wo es weh tut. Bis heute sind Streiks ein Mittel der Arbeiter*innenbewegung um ihre Forderungen gegen die Arbeitgeber*innen und deren marktwirtschaftliche Interessen durchzusetzen. Wenn wir über einen Klimastreik reden, dann reden wir also auch darüber den Betrieb der kapitalistischen Ausbeutung von Mensch und Natur wenigstens zeitweise lahmzulegen und unseren Forderungen ganz praktisch Gehör zu verschaffen. An diesem Punkt sind wir aber leider noch nicht. Seit wir jeden Freitag auf die Straße gehen und dort für einen lebenswerten Planeten für alle kämpfen, konnten wir die öffentliche Debatte maßgeblich beeinflussen. Bisher sind unsere Forderungen aber leider folgenlos geblieben. Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, dann müssen wir dort kämpfen, wo es den Verantwortlichen auch wirklich weh tut. Dort also, wo auf Kosten von Mensch und Natur massenweise Profite eingestrichen werden.

Es gibt keinen grünen Kapitalismus! Die Klimakrise ist ein Produkt der systematischen Zerstörung der Natur im Kapitalismus. Die riesigen Waldbrände im brasilianischen Amazonasgebiet entstanden nicht zufällig, sondern durch die systematischen Brandrodungen zur Erschließung neuer Anbauflächen für agrarwirtschaftliche Rekordgewinne. Die Abholzung des Hambacher Forsts und die brutale Zwangsräumung der Aktivist*innen durch die Polizei haben außerdem auch in Deutschland gezeigt, wie schlimm es aussehen kann, wenn der Staat mit Gewalt die Interessen der großen Energiekonzerne durchsetzt. Kapitalismus bedeutet eben auch immer, dass die erbitterte Konkurrenz auf dem Markt die Unternehmer*innen dazu zwingt, ihre Profite um jeden Preis zu steigern, um nicht von ihren Konkurrent*innen überholt zu werden. Dieses Wettrennen wird immer auf dem Rücken von Mensch und Natur ausgetragen. Das gilt ebenso für jene "grünen" Unternehmen, die jetzt im Bedürfnis nach einer ökologischen Lebensweise einen profitträchtigen Absatzmarkt entdeckt haben. Auch hier verstecken sich hinter allerhand tollen Versprechungen und grünen Werbeplakaten meist prekäre Arbeitsverhältnisse und unökologische Wirtschaftsmodelle.

Keinen Raum für Wirtschaftslobbyist*innen! Wenn wir tatsächlich für eine Gesellschaft kämpfen wollen, die die aktuelle Klimakatastrophe nicht noch verschärft, sondern überwindet, müssen wir für eine andere Produktion kämpfen. Wir brauchen eine Wirtschaft, die sich an menschlichen Bedürfnissen und ökologischen Notwendigkeiten orientiert, statt an kapitalistischen Verwertungszwängen. Marktliberale Wirtschaftsvertreter*innen haben in unserer Bewegung also nichts verloren!

Wachsen wir über uns hinaus! Wenn wir es mit unserer Forderung nach Klimagerechtigkeit ernst meinen, müssen wir über uns hinauswachsen. Anstatt ständig allein die Konsument*innen für den Klimawandel verantwortlich zu machen und die Industrie aus der Kritik zu nehmen, müssen wir gerade diejenigen zur Verantwortung ziehen, die ihre Macht und ihren Reichtum der Ausbeutung von Mensch und Natur verdanken.

Deshalb lasst uns am 20. September gemeinsam streiken, demonstrieren und laut sein! Lasst uns dabei für eine Perspektive jenseits der kapitalistischen Verwertungslogik und für die praktische Solidarität mit allen kämpfen, deren Lebensgrundlage schon jetzt durch den Klimawandel zerstört wird!

DIDF-Jugend
Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken

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