Auf die Straßen am 8. März 2019

07.03.2019: Seit über 98 Jahren wird weltweit am 8. März der internationale Frauenkampftag begangen. Diesmal steht er ganz im Zeichen eines weltweiten Frauenstreiks.

Auf die Straßen am 8. März 2019

Gründe zu kämpfen haben wir viele, denn trotz der ständigen Beteuerungen von Politiker*innen und Journalist*innen, die uns immer wieder sagen wie viele Fortschritte die "Geschlechtergleichstellung" bereits gemacht haben soll, ist das gesellschaftliche Klima in den letzten Jahren immer reaktionärer geworden. Der politische Rechtsruck, der gerade von Parteien wie der AfD, rechtskonservativen Intellektuellen und sogenannten "Männerrechtsaktivisten" getragen wird, stützt sich nicht zuletzt auf den Wunsch zur Rückkehr in traditionalistische Familienstrukturen und einer paranoiden Furcht vor weiblicher Selbstbestimmung. Frauenrechte werden von diesen Reaktionären - wenn überhaupt - nur dann ins Spiel gebracht, wenn sie sich in bester rassistischer Manier gegen Flüchtlinge und Migrant*innen mobilisieren lassen.

Für dieses gesellschaftliche Klima steht nicht nur die Tatsache, dass der Bundestag erst vor kurzem nicht dazu in der Lage war, zumindest den katastrophalen Artikel §219a endlich aus dem StGB zu streichen, sondern gerade die weltweite Zunahme von Frauenmorden. Auch in Deutschland wird einer neueren Statistik des Bundeskriminalamts zufolge alle 2-3 Tage eine Frau von ihrem männlichen Partner ermordet. Gleichzeitig haben wir als Frauen bis heute mit schlechteren Löhnen, der ständigen Bedrohung durch sexuelle Gewalt und den verkrusteten Strukturen einer noch immer zutiefst patriarchalen Gesellschaft zu kämpfen.

Gegen all dies regt sich aber auch Widerstand. Die #Metoo-Debatte hat in den letzten Jahren zum ersten Mal eine wirklich breite gesellschaftliche Auseinandersetzung mit sexueller Gewalt am Arbeitsplatz ausgelöst und in Lateinamerika sind unter dem Aufruf Ni una menos (Nicht eine weniger!) Tausende gegen Frauenmorde und die ständige Gewalt gegen Frauen auf die Straße gegangen. Auch hier in Deutschland haben wir uns bewegt und miteinander solidarisiert - nicht zuletzt bei den Protesten gegen die reaktionäre Gesetzgebung zum Thema Schwangerschaftsabbruch im Anschluss an die Verurteilung der Gießener Ärztin Kristina Hänel, die auf ihrer Website über die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen informiert hatte.

Diese Kämpfe führen sich aber nicht von selbst und sie reichen noch lange nicht aus um uns endlich ein wirklich besseres Leben zu ermöglichen. Wenn sich nun aber in über 50 Ländern Frauenkomitees zusammengefunden haben, um über alle nationalen Grenzen hinweg gegen den sexistischen Alltag und die patriarchale Gesellschaft zu streiken, dann rufen wir euch auf:

Beteiligt euch! Seid solidarisch und streikt, demonstriert, protestiert und kämpft gemeinsam mit uns gegen gesellschaftliche Zustände, die uns klein machen und vereinzeln wollen.

Kein Friede mit dem Patriarchat!
Wir sehen uns beim Frauenkampftag!