Gegen den Einsatz von Kindersoldat*innen!

12.02.2019: Am 12. Februar rufen jedes Jahr verschiedene gesellschaftliche Gruppen zum Red Hand Day, dem internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldat*innen auf. Auch wir, die SJD - Die Falken, schließen uns der Aktion an.

Mehr als 250.000 Kinder werden laut Schätzungen der UN in den Krisengebieten dieser Welt als Soldat*innen eingesetzt. In jüngerer Zeit etwa in Ländern wie Afghanistan, Kolumbien, den Philippinen, Somalia oder Syrien.

Obwohl bereits im Jahre 2002 das Zusatzprotokoll zur "Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten" der UN-Kinderrechtskonvention in Kraft getreten ist, werden Kinder nach wie vor von paramilitärischen Gruppen und sogar regulären Armeeverbänden für militärische Zwecke missbraucht. Meist werden sie zwangsrekrutiert oder sehen keine andere Möglichkeit zu überleben.

Auch deutsche Waffen, die an vielen Konflikten dieser Welt beteiligt sind, finden so ihren Weg in die Hände von Kindersoldat*innen. Auf diese Weise profitieren Deutschland und andere Länder des globalen Nordens von Kriegen und Konflikten weltweit, schotten sich aber gleichzeitig gegen die Folgen dieser Konflikte ab, zumal wir davon ausgehen müssen, dass einige der nach Deutschland geflüchteten Kinder und Jugendliche ehemalige Kindersoldat*innen sind.

Das Leben der Kindersoldat*innen ist von unmenschlicher Arbeit, Mangelernährung und ständiger Gefahr gezeichnet. Viele sterben durch Attentate, bei Feuergefechten oder durch den Einsatz von Landminen. Andere überleben körperlich oft schwer beschädigt und seelisch stark traumatisiert.

Die Folgen der Erfahrungen als Kindersoldat*in begleiten die Betroffenen ein Leben lang. Neben der ständigen Lebensgefahr durch militärische Kampfhandlungen stehen brutale Regime der Disziplin und Gewalt im Mittelpunkt ihres Alltags. Häufig werden sie unter Drogen gesetzt, damit sie weniger Angst verspüren und leichter zu beeinflussen sind.

Rund ein Drittel aller Kindersoldat*innen weltweit sind Mädchen. Zusätzlich zu allem was die Jungen erleiden müssen, sind sie häufig von sexueller Gewalt betroffen, müssen sich zwangsprostituieren oder werden Offizieren als "Ehefrauen" zugesprochen.

Minderjährige Soldat*innen gibt es allerdings nicht nur in den globalen Krisenregionen, sondern auch in Deutschland. Seit dem Ende der Wehrpflicht 2011 ist die Zahl von Minderjährigen in der Bundeswehr kontinuierlich gestiegen. Wie die Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linken im Deutschen Bundestag Anfang des letzten Jahres preisgab, waren im Jahre 2017 mehr als 2000 aller Soldat*innen bei Dienstantritt noch nicht volljährig. Gerade die Social-Media-Kampagnen der Bundeswehr werben gezielt um Jugendliche und verkaufen den Dienst an der Waffe als eine Art patriotischen Abenteuerspielplatz. Damit bricht die BRD eindeutig die UN-Kinderrechtskonvention!

Wir fordern daher:

  • Die Bundesregierung muss endlich die UN-Kinderechtskonvention im vollen Maße umsetzen!
  • Stopp aller Rüstungsexporte aus Deutschland!
  • Strafverfolgung aller Personen, Staaten und bewaffneter Gruppen, die Kinder für kriegerische Zwecke missbrauchen!
  • Stopp der Rekrutierung 17-Jähriger Minderjähriger in die Bundeswehr!
  • Die Bundeswehr raus aus den Schulen!