Unser Feminismus bleibt antirassistisch!

07.03.2018: Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Es ist kein Tag, um Blumensträuße zu verschenken und kein Anlass, um überteuerte, unnötig gegenderte Produkte zu kaufen. Es ist seit 100 Jahren der Tag , an dem Frauen auf die Straße gehen, um das einzufordern, was ihnen zusteht.

Mit 135BPM gegen 120 Dezibel

Unser Feminismus bleibt antirassistisch


Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Es ist kein Tag, um Blumensträuße zu verschenken und kein Anlass, um überteuerte, unnötig gegenderte Produkte zu kaufen. Es ist seit 100 Jahren der Tag [1] , an dem Frauen auf die Straße gehen, um das einzufordern, was ihnen zusteht. Gründe sich zur Wehr zu setzen gibt es auch nach 100 Jahren feministischer Demonstrationen noch jede Menge.

Wir Frauen kämpfen gegen die Bevormundung durch Gesetze aus der Nazi-Zeit. Der §219a StGB, der Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft verbietet, steht derzeit im Bundestag zur Diskussion. Er verhindert, dass Frauen sich unabhängig bei Ärzt*innen über eine geplante Abtreibung informieren können. Bereits ein Link zu Informationen auf der Homepage einer Ärztin, führte nach der Denunziation durch Abtreibungsgegner*innen im vergangenen Jahr zu einer Verurteilung. Nun soll §219a ersatzlos gestrichen werden. Das ist gut, doch das reicht uns noch nicht! Der Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland nach §218 StGB noch immer illegal. Nur unter bestimmten Bedingungen, wie einer Zwangsberatung der Schwangeren, bleibt er straffrei. Wir müssen selbst entscheiden können, was mit unserem Körper passiert! Ungewollte Schwangerschaften können Armut, soziale Folgen und psychische Krankheiten nach sich ziehen. Weg mit den Paragraphen 219a UND 218!

Wir Frauen kämpfen gegen sexualisierte Gewalt. Frauen erleben sie im Beruf, in der Partnerschaft oder auf offener Straße. Sie ist kein Ausdruck männlicher Lust, sondern ein Symptom patriarchaler Herrschaft. Schon Mädchen werden dazu erzogen sie hinzunehmen und zu schweigen, Frauen kann es den Job kosten, sich dagegen zu wehren. Damit muss endlich Schluss sein. Hashtag-Kampagnen wie #metoo sind gut, um auf das Problem aufmerksam zu machen, was wir nun brauchen sind Gesetze, die die Betroffenen schützen, Menschen, die solidarisch mit Frauen sind, wenn sie von Gewalt berichten und die feministische Erziehung von Kindern aller Geschlechter!

Wir Frauen kämpfen gegen die Vereinnahmung unserer Forderungen durch Rassist*innen und Nazis. Die Kampagne 120 Dezibel wurde von den Rechtspopulist*innen der identitären Bewegung ins Leben gerufen. Sie stellt sexualisierte Gewalt als eine Tat dar, die mehrheitlich von geflüchteten Männern an europäischen Frauen verübt werde. Gewalt gegen Frauen ist immer zu verurteilen. Aber in diesem Falle dient die Kampagne lediglich dazu, rassistische Hetze zu verbreiten und verdrehte Zahlen in Umlauf zu bringen. Sexualisierte Gewalt hat nichts mit dem Pass der Täter zu tun. Sie findet mehrheitlich in Partnerschaften statt und sie ist überall zu bekämpfen, wo wir ihr begegnen.

Wir lassen uns nicht spalten! Unsere Bässe sind lauter als eure rassistischen Youtube-Videos! Mit unseren 135BPM gegen eure 120 Dezibel! Refugees welcome!


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[1] Schon vor 1918 wurden international Frauentage begangen, das Datum, der 8. März, wurde jedoch erst vor 100 Jahren, anlässlich des Streiks der Arbeiterinnen in der russischen Februarrevolution am 8.März 1917, von der Zweiten internationalen Konferenz kommunistischer Frauen auf dieses Datum gelegt.