Luise Kautsky - vor 70 Jahren in Auschwitz ermordet

08.12.2014: Am 8. Dezember 1944, wurde Luise Kautsky im nationalsozialistischen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet. Am 70. Jahrestag ihrer Ermordung wollen wir einer der beiden Namensgeber*innen unserer Bundesgeschäftsstelle gedenken.

Luise Kautsky

Im September 1944 wurde Luise Kautsky in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Einige KZ-Häftlinge erkannten die vom tagelangen Transport in einem Deportationszug völlig entkräftete Frau. Sie schmuggelten Luise Kautsky an der Selektionsrampe vorbei in den Krankenblock des Lagers.
Lucy Adelsberger, die selbst 1943 aufgrund ihrer jüdischen Herkunft nach Auschwitz deportiert worden war und dort als Häftlingsärztin arbeitete, schrieb später: "Bei aller körperlichen Gebrechlichkeit und Hinfälligkeit war Luise Kautsky geistig von einer Elastizität, die uns Jüngere fast beschämte. An ihrem Willen durchzuhalten, konnten sich die andern ein Beispiel nehmen."
Ähnlich äußerte sich Orli Wald, die Lagerälteste des Krankenblocks: "Schwer krank lag sie im Bett und doch veränderte sie in wenigen Tagen die ganze traurige und hoffnungslose Atmosphäre des Krankenblocks. Sie war eine unerschöpfliche Quelle von Gedanken und Erinnerungen. Die Kranken vergaßen zu stöhnen und hörten zu, wenn sie erzählte."

In den letzten Wochen ihres Lebens wusste Luise Kautsky ihren jüngsten Sohn, Benedikt Kautsky, nur wenige Kilometer entfernt. Benedikt Kautsky (1894-1960) war bereits im Oktober 1942 zur Zwangsarbeit ins KZ Auschwitz-Monowitz verschleppt worden, ein Arbeitslager des Chemiekonzerns IG Farben. Es gelang Helfer*innen, selbst geschriebene Zettelchen zwischen Mutter und Sohn hin und her zu schmuggeln.

Trotz aller Bemühungen ihrer Mitgefangenen sie zu retten, starb Luise Kautsky am 8.12.1944. Benedikt Kautsky wurde 1945 im KZ Buchenwald befreit.

Weiterführende Literatur:

  • Luise Kautsky zum Gedenken. Nachrufe von Friedrich Adler und Oda Lerda-Olberg,
  • Berichte aus Amsterdam: Annie van Scheltema, aus Birkenau: Dr. med. Lucie Adelsberger, Briefe aus und über Buchenwald von Benedikt Kautsky. New York 1945.

  • MILLER, Susanne: "Nicht zu vergessen: Luise Kautsky", in: ROJAHN, Jürgen (Hg.):
  • Marxismus und Demokratie. Karl Kautskys Bedeutung in der sozialistischen Arbeiterbewegung, Frankfurt am Main/New York 1992: 391-399.

  • REGNERI, Günter: Luise Kautsky 1864 - 1944. Seele des internationalen Marxismus -
  • Freundin von Rosa Luxemburg, Berlin 2013. Weitere Informationen hier.

Mehr über Luise Kautsky könnt ihr auch in diesem Artikel lesen.


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