Keine Energiepolitik auf Kosten künftiger Generationen!

07.12.2009: Falken fordern den Klimagipfel auf, endlich Verantwortung zu übernehmen und verbindliche Absprachen zu vereinbaren.

Ab Montag versammeln sich in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen Regierungsvertreter aus 192 Staaten, auch Deutschland, zwölf Tage lang zur Aushandlung eines weitreichenden Abkommens im Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe.
In ihrem Koalitionsvertrag hat die neue Bundesregierung sich im Bereich der Energiepolitik darauf verständigt, den heutigen Wohlstand weiterhin auf Kosten junger Menschen und zukünftiger Generationen zu sichern.
Ihre Entscheidung weiterhin Atomstrom zu nutzen, ist nicht nur wirtschaftlich unsinnig, sondern gefährdet den sozialen Frieden in Deutschland und lastet künftigen Generationen eine große Hypothek auf...

Die Zeit drängt: Folgen des Klimawandels

Aus der Klimaforschung kommen nahezu täglich neue, alarmierende Befunde: Das Eis der Arktis ist in den vergangenen zwei Jahren so rasant geschmolzen wie nie seit Menschengedenken. Weil auch auf Grönland und an den Rändern der Antarktis die Gletscher immer schneller tauen, befürchten ExpertInnen einen Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 1,4 Meter allein in diesem Jahrhundert. Ebenso schmelzen die Gebirgsgletscher schneller als vorhergesehen, wodurch zum Beispiel in weiten Teilen Asiens und den Anden die Wasserversorgung gefährdet ist. Infolge der globalen Erwärmung schrumpfen bereits die Ernteerträge bei Weizen, Mais und Gerste. Milliarden Menschen sind aufgrund der Klimaerwärmung zunehmend von Hunger und Trinkwasserknappheit, Dürren, Überschwemmungen und Wirbelstürmen bedroht.

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Wir fordern von den Regierungsparteien:

Machen sie Politik für Menschen und nicht für vier Stromkonzerne!
Kommen sie raus aus der atomaren Sackgasse: Kein Aufschub für Atomausstieg!
Sorgen sie jetzt für eine zukunftsgerechte und nachhaltige Energieversorgung!

Keine Energiepolitik auf Kosten künftiger Generationen!

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Was zu tun wäre ist nicht das, was getan wird

Etwa vier Milliarden Euro wird es nach einer Studie des Umweltbundesamtes kosten den Klimawandel abzuwenden. In der Praxis lässt sich mit Klimaschutz sogar Geld verdienen. Wer auf den Schutz des Klimas verzichtet, muss dagegen laut Berechnungen des Umweltbundesamtes jedes Jahr rund 100 Milliarden Euro investieren, um sich mit dem Klimawandel zu arrangieren, statt ihn zu verhindern: Höhere Deiche, die Reparatur von Sturmschäden, Ernteausfälle durch anhaltende Dürren, eine jährlich zunehmende Zahl Hitzetoter - all dies kostet nicht nur künftige, sondern auch heutige Generationen viel Geld.

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Klimaschutz nur ohne Atom

Die bisher ergriffenen Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierung werden das nationale Klimaschutzziel einer Treibhausgasminderung von minus 40 Prozent bis 2020 deutlich verfehlen, wie mehrere aktuelle Studien ergeben. Besonders Atomkraftwerke bremsen den Umstieg in eine nachhaltige Energieversorgung, im Gegensatz zu kleinen flexiblen Windrädern, Biogasanlagen und Sonnenkollektoren.

Verschiedene Studien belegen deutlich: Wollen wir den Ausstoß von Treibhausgasen langfristig senken, müssen wir nicht nur auf einen Kohleausstieg bis 2040, den Ausbau erneuerbarer Energien und auf eine effizientere Nutzung von Energie drängen, sondern vor allem müssen die Laufzeiten von Atomkraftwerken verkürzt werden. Nur so lassen sich die Klimaschutzziele der Bundesregierung erreichen.

Keine Energiepolitik auf Kosten künftiger Generationen!

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Laufzeitverlängerungen sind ein untragbares Risiko

Je älter ein Atomkraftwerk, desto störungsanfälliger, aber auch umso profitabler ist sein Weiterbetrieb, denn durch geringe Investitionskosten, siehe "Atomkonsens"[1], wird die Kilowattstunde Atomstrom bis zu 1 Cent billig.
Zusätzliche Laufzeitverlängerungen ermöglichen so Nettogewinne von ca. 300 Millionen Euro je Atomkraftwerk und Betriebsjahr - während die Gesellschaft weiter hohe Strompreise und vor allem für die Folgen der Atomenergie zahlen darf.

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Wir zahlen nicht für euren Müll!

Heute wird jungen Menschen ein unheimliches Erbe hinterlassen: Atommüll aus deutschen Atomkraftwerken strahlt über Hunderttausende von Jahren. Weil der ungeschützte Kontakt tödlich ist, muss er über einen unvorstellbaren Zeitraum von einer Million Jahren von Menschen und Natur abgeschirmt werden.

Beispiel Asse: Die bisherigen deutschen Endlager, in denen jahrzehntelang Atommüll eingelagert wurden, zeigen, dass das eine unlösbare Aufgabe ist, Atommüll sicher zu lagern. In der Asse, einem ehemaligen Salzbergwerk, in der Nähe von Braunschweig (hier haben auch Falken ein Haus) wurden 126 Fässer mit Atommüll versuchsweise deponiert. Heute ist das Lager mit seinen einsturzgefährdeten Kammern und austretender radioaktiver Lauge eines der größten Umweltprobleme Deutschlands. Noch dazu ein aus Steuergeldern bezahltes!
Die Kosten alleine für die Schließung des Lagers werden bei etwa 2,2 Milliarden Euro liegen, wobei die Folgekosten noch nicht beziffert werden können.

Es ist nicht länger tragbar, dass die Gewinne aus der Atomenergie privatisiert und die Kosten für die Schäden über Generationen hinweg sozialisiert werden!

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Wir wollen nicht eure Risiken tragen: Echte Alternativen

Voll haftpflichtversicherter Windstrom ist bereits heute in Deutschland für unter zehn Cent pro Kilowattstunde zu bekommen. Im Bereich der erneuerbaren Energien sind heute weltweit 2,3 Millionen Menschen beschäftigt; ihre Zahl wird sich in den nächsten Jahren verdrei- bis vervierfachen.
In Deutschland sind heute 280.000 Arbeitsplätze allein im Bereich der erneuerbaren Energien angesiedelt.

Wer weiter auf die atomare Karte setzt, nimmt jungen Menschen Chancen auf zukunftsweisende Arbeitsplätze - und beraubt sie so ihrer Zukunft.

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Subventioniert Bildung statt Atomkraftwerke!

Insgesamt sind in Deutschland bisher rund 100 Milliarden Euro zur Förderung der Atomwirtschaft geflossen, wenn die direkten und indirekten Fördermaßnahmen, Steuerhilfen und Begünsti-gungen zusammengerechnet werden. Diese Unterstützung der Atomenergie betrug alleine im Jahr 2006 knapp 3,8 Milliarden Euro. In Bildung und Betreuung investiert könnten mit diesem Geld junge Menschen wirksam vor Armut geschützt werden.

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Politik mit den Menschen, nicht gegen sie

Die Mehrheit der Deutschen ist gegen eine weitere Nutzung der Atomenergie, sie hat Angst vor den Risiken und ist nicht länger bereit die Gewinne der vier Energieriesen RWE, EnBW, Eon und Vattenfall zu finanzieren. Bei der größten Demonstration gegen Atomenergie am 05. September 2009 waren allein in Berlin 50.000 Menschen auf der Straße. Beeindruckend war, dass besonders junge Menschen sich für eine saubere, atomfreie Zukunft einsetzen. Auch zum Weltklimagipfel hat sich ein breites Bündnis dazu entschlossen, am 12. Dezember in der Innenstadt von Kopenhagen zu demonstrieren. Links finden sich hier.

Wer die Zukunft dieses Landes in Regierungsverantwortung gestaltet, muss die Stimmen dieser Menschen ernst nehmen.

Die Mehrheit der Menschen in diesem Land kämpft gegen die Atomenergie - während für die Atomenergie noch niemand demonstriert hat.
Wer Politik gegen den Willen der Mehrheit macht und die Zukunft einer Gesellschaft aufs Spiel setzt, stellt sich gegen die Demokratie. Dies wird sich die Gesellschaft nicht gefallen lassen.

Die SJD - Die Falken und mit ihr die Jugendverbände im Deutschen Bundesjugendring, werden nicht tatenlos zusehen, wie nicht nur die Zukunft junger Menschen verspielt wird, sondern wie eine Regierung gemeinsam mit Stromkonzernen die Demokratie aufs Spiel setzt.


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Materialien zum Weiterlesen und für die Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen

Alle Broschüren können gegen Erstattung der Portokosten im Bundesbüro der Falken bestellt werden oder über unseren Onlineshop für Falken.


[1] Die Bau- und Kapitalkosten sind in der Regel abgeschrieben, während die laufenden Betriebskosten verhältnismäßig gering bleiben. Voraussetzung ist allerdings, dass Nachrüstungen unterbleiben und ein Bestandsschutz gewährt wird - wie in Deutschland etwa seit 2001 mit der Vereinbarung zwischen der rot-grünen Bundesregierung und den Stromkonzernen über die Reststrommengen von Atomkraftwerken, dem so genannten "Atomkonsens". ^

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