11. September: Todestag von Salvador Allende

12.01.2007: Der sozialistische Präsident Chiles stirbt am ersten Tag des Militärputsches 1973

Salvador Allende

Am 11. September 1973 wird Präsident Salvador Allende um 6:20 Uhr durch das Telefon geweckt. Er erhält die Nachricht, die Flotte in Valparaíso, der größten Hafenstadt Chiles, habe sich gegen ihn erhoben und fordere seinen Rücktritt. Allende versucht sofort den Oberbefehlshaber der Streitkräfte General Augusto Pinochet zu erreichen - dieser meldet sich nicht. Allende begibt sich mit seinem Kabinett und einigen Freunden und Familienangehörigen in den Präsidentenpalast Moneda, darunter zwei seiner Töchter, seinem Arzt, der Leibwache des Präsidenten und seiner langjährigen Geliebten. Nur der Verteidigungsminister Orlando Letelier ist nicht anwesend - er ist bereits von den Putschisten festgenommen worden.

Um 8:00 Uhr wird eine Erklärung der Putschisten, die sich als Militärregierung bezeichnen, im Radio verlesen. Erst hier gibt sich General Pinochet als Putschist zu erkennen. Wenige Minuten später erhält Allende einen Anruf der Putschisten - sie fordern seinen Rücktritt und würden ihm im Gegenzug erlauben, sofort mit seiner Familie außer Landes zu fliegen. Er lehnt dies entschlossen ab. Um 9:30 drohen die Putschisten mit der Bombardierung der Moneda. Allende fordert die Palastgarde und alle Unbewaffneten auf, das Gebäude zu verlassen. Er selbst bleibt mit wenigen Getreuen zurück und bereitet sich auf seinen letzten Kampf vor.

Um 11:55 Uhr beginnt die Luftwaffe mit zwei Flugzeugen ihre Bombardierung des Präsidentenpalastes. Auch regierungsfreundliche Radiosender sowie einige Viertel der Hauptstadt, in denen mehrheitlich Aktivisten und Sympathisanten der Unidad Popular wohnen, sollen bombardiert worden sein. Erstes Opfer des Putsches wird einer der engsten Freunde des Präsidenten, der bekannte Journalist und Leiter des Fernsehsender Canal 7, Augusto Olivares ("El Perro"). Dieser nimmt sich im Erdgeschoss der Moneda mit einem Maschinengewehr das Leben. Mitten im Chaos ordnet Allende eine Schweigeminute für diesen an. Gegen 14:00 Uhr beginnt die Armee mit der Erstürmung des Palastes. Nach kurzem Gefecht ordnet Allende die Kapitulation an, nur er selbst bleibt im "Saal der Unabhängigkeit" zurück und begeht Suizid[5]. Als Zeuge wird der Arzt Patricio Guijón zitiert, der den Leichnam auffand. Allerdings glauben viele seiner Anhänger, Allende sei von eingedrungenen Soldaten erschossen worden, die dann einen Selbstmord gestellt hätten. Erst 1990, nach Ende der Militärdiktatur, scheint der Suizid des Präsidenten durch eine erneute Obduktion erwiesen zu sein, deren Ergebnisse im Einklang mit den Aussagen der Augenzeugen sowie des polizeilichen Untersuchungsberichts stehen.

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