Bildungsstreik in Braunschweig
18.05.2009: Gute Bildung für alle! Gegen das Turboabi und für bessere Bildung!
Die Braunschweiger Falken lehnen die Änderungen des Niedersächsischen Schulgesetzes, zum Nachteil der SchülerInnen und LehrerInnen, entschieden ab. Wir wollen eine Schule in der für das Leben gelernt und gelehrt werden kann. Bildung darf nicht auf die Verwertbarkeit des Menschen für wirtschaftliche Interessen ausgerichtet sein. Vielmehr muss sie die Interessen und Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen fördern.
Eine Gute und qualifizierte Bildung braucht Zeit, kann und darf nicht unter Leistungsdruck stattfinden. Das Turbo-Abitur, dass SchülerInnen bereits nach 12 Jahren ablegen sollen, ist ein bildungspolitischer Rückschritt und bedient bestimmt nicht die Interessen eines Großteils der Betroffenen. Die CDU/FDP geführte Landesregierung sollte sich überlegen ob es zu ihrem Demokratieverständnis gehört eine Politik gegen die Interessen der Betroffenen zu führen. Dem Turboabitur haben bereits mehrere zehntausend SchülerInnen, LehrerInnen und ElternvertreterInnen eine Absage erteilt. Sollte das bei der Landesregierung nicht ankommen werden wir mit unseren BündnisparterInnen weitere Maßnahmen überlegen.
Die Sozialistische Jugend will mehr als das Turboabi verhindern. Wir haben eine Utopie von Schule, in der die Bildung im Interesse der Betroffenen stattfindet:
- Wir wollen eine Schule in der LehrerInnen die SchülerInnen nicht benoten müssen. Schließlich geht es darum Kinder und Jugendliche zu qualifizieren und nicht darum sie nach gut und schlecht zu kategorisieren.
- In der Schule verbringen SchülerInnen einen Großteil ihrer Lebenszeit, daher sollten sie auch über die Dinge entscheiden die sie betreffen. Zudem ist Schule ein idealer Ort um demokratisches Zusammenleben zu erfahren und zu erlernen.
- Es ist gesellschaftliches Interesse, dass Menschen eine gute Bildung erhalten. Darum müssen alle finaziellen Hürden beseitigt werden, die den Zugang zu Bildung erschweren. Die Mittel um Bildung zu erlangen müssen frei zugänglich sein, damit jeder Mensch die gleichen Voraussetzungen hat sich weiterzuentwickeln.
- Das Prinzip des dreigegliederten Schulsystems ist längst überholt. Wir brauchen die Integrierte Gesamtschule als Regelschule. Gemeinsam lernen statt alleine auf der Strecke bleiben!
- Gute Bildung braucht eine optimale Unterrichtsversorgung. Wir brauchen Klassen mit maximal 20 SchülerInnen. Mehr LehrerInnen und pädagogische MitarbeiterInnen.
Im Jahr 2008 hies es aus den Reihen der Jungen Union: Das die SchülerInnen sich nur an den Schulstreiks beteiligen weil sie in der Schulzeit stattfinden. 15.000 SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern haben auf der Demo gegen das Turboabitur, die an einem Samstag (09.05.2009) stattfand, das Gegenteil bewiesen. MdL Heide Marie Mundlos (CDU) wollte damals den SchülerInnen erklären das sie bei einem Schulstreik nur gegen sich selber streiken, weil sie ja keinen Arbeitgeber haben und es eine Schulpflicht gibt. Was Heidemarie dabei vergisst ist, dass ihre Partei quasi die Rolle der ArbeitgeberIn einnimmt - sie also verantwortlich für die schlechte Bildungspolitik in Niedersachsen ist. Genau dagegen gehen die SchülerInnen auf die Straße. Sie hat die Kritik an ihr, ihrer Partei und der FDP also noch nicht ganz verstanden. Es braucht wohl noch ein wenig Nachhilfe.
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