Demos und andere Aktionen
22.07.2002: Laut werden - Selber veröffentlichen 4
Auf die Straße gehen
Immer wenn ihr Lust und Zeit und ein Anliegen habt, könnt ihr aus euren vier Wänden hinaus auf die Straße gehen. Gründe gibt es immer für eine Straßenaktion. Ihr könnt eure Ideen bekannt machen, für eine Aktion werben, provozieren, nachdenklich machen, zu einer Veranstaltung einladen, auf ein Problem aufmerksam machen, auffallen, bekannt werden, wach rütteln, öffentlich angreifen, neugierig machen, Stellung beziehen. Eine Aktion auf der Straße kann Spaß machen - wenn ihr sie gemeinsam vorbereitet und in der Gruppe durchführt. Auf der Straße, in der Fußgängerzone, auf Spielplätzen und anderen Orten erreicht ihr viele Menschen direkt und draußen. Um sie zu interessieren und auf euch aufmerksam zu machen, bedarf es jedoch einiger Fantasie. Wichtig ist dabei, folgendes immer genau zu überlegen: # Wen wollen wir erreichen? # Welches Ziel haben wir dabei? # Welche Methode oder welches Mittel ist dafür am besten geeignet?
Die gute, alte Demo
Eine Demo lohnt nur dann, wenn ihr bereits vorher sicher seid, dass genug Leute mitgehen. Ein kleiner Haufen, der verloren in der Innenstadt steht, ist für alle Beteiligten eher peinlich. Schmiedet also Bündnisse mit anderen Gruppen oder Organisationen, die euer Anliegen teilen. Und macht eure Aktion vorher mit Handzetteln, Plakaten und über die Presse bekannt. Sagt ganz vielen Falken bescheid, dass es eine Demo gibt, wo sie stattfindet, wofür oder wogegen sie sich richtet und wann sie los geht. Nur Parolen-Brüllen macht eine Demo nicht zum Erlebnis. Blasorchester, Konfetti-Parade oder "Rythm against Racism": Lasst euch was einfallen. Verteilt auf jeden Fall Info-Material am Rande eurer Demo, damit die ZuschauerInnen wissen, worum es euch geht. Bleiwüsten schrecken allerdings vom Lesen ab - ein guter Spruch oder ein Comic bringen Menschen eher dazu auch das Kleingedruckte auf der Rückseite zu lesen.
Bei größeren Demos anderer Veranstalter macht es Sinn, sich vor dem Beginn der Demo zu treffen, um dann gemeinsam - als Block - auftreten zu können. Damit die Menschen wissen, dass auch Falken dabei sind, ist es gut, wenn wir uns durch Äußerlichkeiten als Gruppe zu erkennen geben. Wofür gibt es Blauhemden und Falkenfahnen? Aber auch Buttons für alle, die dabei sind, machen uns als Gruppe mit einer Forderung erkennbar. Riesige Transparente mit guten Sprüchen und einem großen Falken sehen nicht nur PassantInnen, sondern auch die Medien. Und Transparente malen, um auf eine Demo vorzubereiten ist immer ein gutes Gruppenstundenprogramm. Noch besser sind verkleidete Menschen oder Motivwagen - die müssen nicht einmal riesig sein, auch ein Bollerwagen mit einem peppigen Aufbau reicht.
Bunte Aktionen (5)
Es muss aber nicht immer die große Demo sein, an der man sich beteiligt. Aufmerksamkeit kann man auch mit wenigen erzielen, indem man ausgefallene Aktionen macht. Aktionen sollen aufrütteln, wach machen oder den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Hier einige Beispiele:- Als in Düsseldorf ein Falkenheim geschlossen werden sollte, ist der Kreisverband auf den Rathausplatz gezogen und hat dort eine Zeltstadt aufgebaut und mitten im Winter für mehrere Tage unter dem Motto "Schließt ihr uns das Falkenheim, ziehen wir Falken bei euch ein" gezeltet - das Falkenheim gibt es noch heute und die Medien haben ausführlich berichtet.- Straßen mit nationalistischen Namensgebern feierlich umbenennen - und zuvor natürlich die Presse davon informieren.- Kriegerdenkmäler verhüllen und andere Denkmäler z.B. für Opfer des Nationalsozialismus davor stellen.- Die Berliner haben auf dem SPD-Parteitag mit einem Sargbastelbogen auf die Kürzungen im Kinder- und Jugendbereich hingewiesen.- In NRW bemalten bereits zum zweiten Mal im Rahmen der Aktion "Brücken der Freundschaft" Kindergruppen Transparente, die sie dann an den Brücken in ihren Städten aufhingen.- Oder eine Sammelaktion für die "verarmte" Nord-LB in Braunschweig mit anschließender feierlicher Übergabe eines Schecks in der Zentrale der Bank - das sind Aktionen die Spass machen und Aufmerksamkeit erregen!- Wie wär’s mit einem Spielplatz-TÜV? Ausgestattet mit buntem Kreppapier, Luftballons, Aufklebern, Pappkartons, Stiften bewerten die Kinder in Gruppen die Spielplätze in ihrem Ort. Langweilige Klettergerüste werden eingepackt (umhüllt mit Krepp), durch Schilder und Aufkleber werden PassantInnen aufmerksam. Zum Schluss kommt die Spielplatz-TÜV-Plakette mit der Bewertung. Vor der Aktion informiert ihr die Presse.
Rund um den Infostand
Ein Informationsstand ist immer gut, reicht aber nicht aus, um die Aufmerksamkeit der "Massen" auf uns zu lenken. Infoständer mit Bildern regen zum Hingucken an. Warum nicht eine Ausstellung dazu machen? Sie sollte unter einem Motto stehen. Warum nicht ein paar gute Fotos vom letzten Zeltlager an eine Infotafel pinnen und direkt daneben die Ausschreibungen für das nächste Zeltlager stellen? Oder eine Collage aus der F-Gruppe zum Thema Kinderrechte? Die Menschen möchten auf einen Blick wissen, was wir machen - und ein gutes Bild regt an, an den Infotisch zu kommen und um mehr Informationen zu bitten.- Gezielte Auswahl des Standortes - Themenspezifische Gestaltung des Standes - Wichtig: Attraktive und einladende Gestaltung, sonst traut sich keiner hin- Immer anziehend: Gewinnspiel/Mitmachaktion am Stand- Infomaterial bereithalten - Wichtig: Genehmigung zur Ausstellung im Rathaus einholen
Gerade bei Festen und Kundgebungen können wir mit unserem Können auftrumpfen: Wir sind die Fachleute, wenn es um Aktionsstände geht. Ob Schminkstand, Hairwrapping, Bastelangebote, eine betreute Hüpfburg, Kistenklettern, das Anbieten von Großspielen, wie z.B. Riesen- Memory mit Karten zum Thema Kinderrechte oder ein Riesen-Yengaspiel, diese Sachen animieren zum Hingukken, Mitmachen und Dableiben - und wenn dann auch noch ein kleines Café für die Eltern dabei ist, sticht unserer Stand aus der Masse hervor.
Auch im Rahmen von Festen und Kundgebungen können natürlich Aktionen durchgeführt werden: wie wäre es mit einer kleinen Grenzstation, in der die Grenzer mit einer Passkontrolle auf das Sicherheitspaket der Bundesregierung aufmerksam machen?
Ihr könnt euren Infostand auch durch eine Bodenzeitung ergänzen oder ersetzen, um so PassantInnen zu informieren und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Beteiligt Vorbeikommende, in dem ihr sie bittet, ihre Meinung zu einer Frage hinzuschreiben/Antworten anzukreuzen und oder zu bepunkten. Auch wandelnde Litfasssäulen sind eine Möglichkeit, um auf etwas aufmerksam zu machen. Einfach Plakate auf Karton kleben, mit Schnur auf Brust und Rücken zu hängen und so durch die Straßen zu laufen. Öffentliche Aktionen könnt ihr auch mit riesengroßen Seifenblasen (selbstgemacht) und Plakaten, Theater, Passantenbefragung o.ä. begleiten. Motto: "Unsere Träume zerplatzen wie Seifenblasen!"
(5) Googelsuche Aktionsideen ;-)






