Bundesfrauenkonferenz 2011 hat erfolgreich stattgefunden!

28.02.2011: "Do It Yourself: Feminism!" war das Motto der diesjährigen Bundesfrauenkonferenz der Sozialistischen Jugend Deutschlands - Die Falken, die vom 25. bis 27. Februar in Köln stattfand.

Aus dem gesamten Bundesgebiet kamen junge Frauen des Verbandes zusammen, um über mädchen- und frauenpolitische Ziele und Positionen des Verbandes zu diskutieren.

Bundesfrauenkonferenz 2011 hat erfolgreich stattgefunden!
Als zentrales Thema stand diesmal die Selbstorganisation von Mädchen und Frauen im Mittelpunkt, daher die Titelwahl: "Do It Yourself!". Es wurde wieder einmal deutlich, dass sowohl feministische Theorie als auch politische Praxis etwas ist, was Mädchen und Frauen selber machen können und wollen!

Inhalte der Bundesfrauenkonferenz:


1) Bericht der MFPK: Die Mädchen- und Frauenpolitische Kommission der SJD - Die Falken legte ihren Bericht der letzten beiden Jahre vor. Als positiv wurde von den Teilnehmerinnen der Konferenz unter anderem ausgewertet, dass die MFPK auf bundesweiten Veranstaltungen sehr präsent ist und mit eigenen Themen und Workshops deutlich feministische Akzente setzt. Die Tatsache, dass Teilnehmerinnen des FemPower-Events vom September 2010 anwesend waren, hat die Debatte zusätzlich bereichert. Als zentraler Wunsch kristallisierte sich von den Delegierten das Bedürfnis heraus, die Vernetzung von Mädchen und Frauen zu erhöhen.

2) Austausch um feministische Arbeit in Gliederungen: Viele anwesende Genossinnen konnten erfreulicherweise berichten, dass innerhalb ihrer Gliederung die Sensibilisierung für Geschlechtergerechtigkeit zugenommen hat und sich das in der Kinder- und Jugendarbeit widerspiegelt.

3) Diskussion um die Doppelspitze des Verbandes:

Nach einer einleitenden Debatte, wo noch einige Für- und Wider- Argumente der Doppelspitze besprochen werden, berichteten Genossinnen von eigenen Erfahrungen mit einer Doppelspitze. Und die Delegierten diskutierten sehr lebhaft darüber, ob eine Doppelspitze aus frauenpolitischer Perspektive nötig und sinnvoll ist. Bei der anschließenden Abstimmung wurde klar, dass alle anwesenden Delegierte und Genossinnen dafür sind, eine Doppelspitze einzuführen. Eine Arbeitsgruppe der Bundesfrauenkonferenz formulierte daher einen Antrag, eine Doppelspitze 2013 mit einer harten Frauenquote einzuführen. Der Antrag wurde ohne Gegenstimmen angenommen.

4) Diskussion um Antrag der MFPK: Der Schwerpunkt der Bundesfrauenkonferenz lag dieses Jahr vor allem auf folgenden drei Aspekten, die in den nächsten Jahren die Arbeit der Mädchen- und Frauenpolitischen Kommission prägen werden: 1. Lohnarbeit und Familie: wie frau es macht, macht sie es falsch! 2. Abgeranzt und aufgebrezelt: wie frau es macht, sie macht es falsch! 3. Schlampe oder Mauerblümchen - wie frau es macht, macht sie es falsch

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Zentrale Forderungen/Inhalte aus dem Antrag:


  1. In den letzten Jahrzehnten ist viel für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen erreicht worden. Frauen können wählen, ob und wen sie heiraten, beim Kinderkriegen oder der Berufswahl wird es schon schwieriger, auch wenn ihnen auf dem Papier alles offensteht. Doch diese (vermeintlichen) Freiheiten haben neue widersprüchliche Erwartungen an Frauen geschaffen: sie sollen Karriere machen, aber auch Kinder kriegen und sich aufopfernd um sie kümmern, sie sollen gut aussehen, aber nicht zu viel Zeit dafür investieren, sie sollen ihre Sexualität ausleben, aber nicht zu sehr.
  2. Eine Quote ist ein Instrument zum Aufbrechen von sexistischen Strukturen, sie

    Feministische Theorie und Praxis verbinden.

    kann sie jedoch nicht überwinden. Nur durch konsequentes Sichtbarmachen, Thematisieren und Bekämpfen von Diskriminierungsmechanismen kann sich - zusammen mit einer Quote - etwas grundlegend verändern. Die Quote ist nur der Anfang: Ohne die Umstrukturierung der Arbeitswelt wird die Quote auch nur bestimmten Frauen nutzen, nämlich den gut ausgebildeten, die sich und ihren Körper den Erfordernissen des Erfolgs anpassen.
  3. Unser Körper ist Teil des kapitalistischen Verwertungsprozesses. Er ist ausbeutbar, er liefert die Arbeitskraft, die wir verkaufen müssen. Auch unsere Betätigungen in der "Freizeit" sind dem Ziel der "fitness" unterworfen. Wir "arbeiten an uns", um uns einem Ideal anzupassen, das auf der einen Seite dafür sorgt, dass wir in der Gesellschaft bestehen. Auf der anderen Seite verleiht die Veränderbarkeit unseres Körpers uns ein Selbstbestimmungs- und Freiheitsgefühl, uns über unser Äußeres selbst definieren zu können, was uns auf andere Weise nicht mehr als möglich erscheint. Aber unser Körper gehört nicht uns - das zeigt schon, dass in der BRD Abtreibung immer noch nicht legal ist.
  4. Für uns als Falken kann das keine Alternative sein! Die Aufgabe eines selbstorganisierten sozialistischen Kinder- und Jugendverbandes ist es, die Zwänge offen zu legen, in denen wir leben, und sich selbst den gängigen Bewertungsurteilen über den Körper anderer und des Eigenen zu entziehen. Der Körper darf keine Angriffsfläche mehr sein! Gemeinsam müssen wir der Individualisierung von Problemlagen entgegentreten: nicht wir müssen verwertbar gehalten werden für die Bedürfnisse der Wirtschaft, sondern andersherum!
  5. Deswegen wenden wir uns als SJD-Die Falken dagegen, dass Menschen nach ihrer körperlichen "Leistungsfähigkeit" be- und abgewertet werden, und z.B. als "Behinderte" sich dafür rechtfertigen müssen, dass sie Hilfe bekommen. Ebenso knüpft jede Form von Rassismus an die biologistischen Argumentationsmuster, die auch die Benachteiligung von Frauen zu rechtfertigen versucht. Dem gilt es immer wieder zu widersprechen! Wer AntisexistIn ist, ist auch AntirassistIn!
  6. Sexualität ist nicht mehr allein zum Kinderkriegen da, auch wenn die Verantwortung für Verhütung immer noch weitgehend allein bei Frauen liegt und sie durch das Abtreibungsverbot noch immer nicht komplett allein über ihren Körper entscheiden können. Doch diese Befreiung von Frauen, die auch eine gesamtgesellschaftliche Befreiung aus prüden und verkrusteten Strukturen bedeutete, hat auch eine Kehrseite: die Pornographisierung der Gesellschaft.
  7. Unsere Kritik daran richtet sich nicht gegen eine bloße Darstellung von Geschlechtsteilen in Aktion
    , die die Fantasie anregen und sexuelle Erfahrungen intensivieren. Denn: mit wem und wie man Intimes erlebtwen man wie liebt gehört zu den zentralen Entscheidungen im Leben. Eigentlich sollte es dafür so viele Anregungen und Wissensgrundlagen wie möglich geben. Wir fordern keine Tabuisierung von Sexualität, sondern wenden uns gegen Darstellungen, in denen Menschen (meist Frauen) zum bloßen auswechselbaren Objekten degradiert werden.

Hieraus ergaben sich innerverbandliche und gesellschaftliche Forderung zur Mädchen- und Frauenförderung.

Wichtiges Fazit für alle Teilnehmerinnen ist, dass Mädchen- und Frauenpolitische Arbeit im Verband wichtig und nach wie vor notwendig ist. Die Teilnehmerinnen werden die Diskussionsergebnisse und Inhalte der Konferenz in ihre Gliederungen tragen.

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