In jedem siebten Kinderzimmer spielt die Armut mit
03.05.2004: Fachforum von AWO, AWO-Jugendwerk und SJD-Die Falken auf dem 12. Deutschen Jugendhilfetag in Osnabrück zum Zusammenhang von Kinderarmut und Ausgrenzung.
Kinder sind in unserer Gesellschaft das größte Armutsrisiko! Diesen Befund bestätigen die Armutsstudien der Arbeiterwohlfahrt und des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) ebenso wie der erste Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung.
Handlungsbedarf ist groß
Der aus diesem Skandal erwachsenen Handlungsbedarf wird von allen relevanten politischen Akteuren ebenso anerkannt wie häufig wieder vergessen. Zeitgleich entstehen neue Armutsrisiken, wenn bei der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe die finanzielle Situation von Arbeitslosigkeit betroffener Familien weiter verschlechtert wird. Reduziert man die Armutslagen nicht auf den rein monetären Bereich, stellt sich die derzeitige Situation noch dramatischer dar: Gesundheitliche Risiken, bildungsmäßige Benachteiligung (Ergebnis der PISA-Studie) und, soziale Ausgrenzung sind unmittelbare Armutsfolgen. Mitgliedschaften in Vereinen müssen gekündigt werden, gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten reduzieren sich. Der materiell bedingten Ausgrenzung folgt die gesellschaftliche.
Zur Bekämpfung der Kinderarmut bedarf es des koordinierten Handelns aller beteiligten Akteure jenseits von Haushaltsrestriktionen und politischem Lagerdenken.
Ein Wiederaufleben der "Einmischungsstrategie" bedeutet, dass Jugendhilfe es nicht beim "Herumdoktern" an den Folgen gesellschaftlicher Entwicklungen belassen darf, sondern sich parteilich in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen hat, also nicht symptom-, sondern ursachenorientiert an gesellschaftliche Probleme herangehen sollte.
<b>ReferentInnen:</b> Paul Saatkamp (Sprecher der nationalen Armutskonferenz). Prof. Dr. Christoph Butterwegge (Uni Köln), Kerstin Griese (MdB, SPD), Veit Dieterich (SJD - Die Falken), NN (Kommunen) Moderation Marcus Mesch
<b>Ort und Zeit:</b> Raum "Den Haag", Universität Juridicum, Heger-Tor-Wall 14, 3.6.2004, 11.30 bis 13.00 Uhr






