DIE WISSENSCHAFT HAT FESTGESTELLT: Jungs und Männer sind die Verlierer der Emanzipation!

07.03.2010: Seit 20 Jahren werden Jungen benachteiligt! Und sie leiden…

...unter der "Verweiblichung" der Pädagogik, unter starken Frauen und unter der Gesellschaft, die männliche Eigenschaften, wie Stärke und Mut beweisen, bestraft. Renommierte Soziologen sprechen von einem ernsten Problem der Gleichberechtigung, wie zum Beispiel Klaus Hurrelmann am 19. Februar in der ARD.

Die weiblichen Altersgenossinnen hingegen gelten als "Alphamädchen", die selbstbewusst die Jungen bei den schulischen Leistungen in den Schatten stellen und scheinbar alles erreichen. Es macht sich die Überzeugung breit, dass Mädchen und Frauen schon genug gefördert wurden. Jungen und Männer seien dabei auf der Strecke geblieben und endlich müsse etwas für sie getan werden.

Dieses neue Verständnis des Geschlechterverhältnisses zeigt sich auch im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Bundesregierung. Von Gleichstellung ist dort nirgendwo die Rede, ebenso wenig von Maßnahmen gegen Gewalt gegen Frauen oder der Förderung von Mädchenprojekten. Stattdessen will die Bundesregierung eine "eigenständige Jungen- und Männerpolitik" fördern und Frauen mit Hilfe des Betreuungsgeldes zurück an den Herd drängen.

Wir Falken sagen: Nicht mit uns!

Wir glauben nicht an verkürzte Darstellungen der Realität, wie sie in den Bildern der "armen Jungs" und der "Alphamädchen" zum Ausdruck kommen!

Noch immer gibt es Diskriminierungen und Benachteiligungen, die gleichwertigen Lebensverhältnissen von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern entgegenstehen:

Bildungschancen für Frauen ungleich Lebenschancen

Insgesamt betrachtet schneiden Mädchen im Bildungssystem zwar besser ab als Jungen. Aber Mädchen brauchen eine erheblich bessere Bildung, um annähernd gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Gegen "gläserne Decken" hilft eben kein Einser-Zeugnis. Und insbesondere Mädchen aus sozial schwachen oder Familien mit Migrationshintergrund haben nur wenig Zugang zu Bildung.

Schlechtere Situation am Arbeitsmarkt

Noch immer bekommen Frauen durchschnittlich 23 Prozent weniger Gehalt als Männer in gleicher Position, das stellt das zuständige Bundesministerium in aktuellen Studien sogar selbst fest. Besonders Frauen sind in prekären Beschäftigungsverhältnissen zu finden, die Altersarmut und gesundheitliche Probleme nach sich ziehen.

Die Überschuldung der öffentlichen Haushalte durch die Konjunkturpakete wird zum Stellenabbau im öffentlichen Dienst führen, einem Sektor, in dem vorwiegend Frauen arbeiten. Frauen sind also mit zeitlicher Verzögerung massiv von der Wirtschaftskrise betroffen. Kindererziehung, Haushaltsarbeit und die Pflege von alten und kranken Angehörigen ist zu 90 Prozent immer noch die Aufgabe von Frauen.

Alltägliche Diskriminierung

Überall, auf den Straßen und in den Medien, begegnet man sexistischen Bildern, die Frauen als Sexualobjekte darstellen. Diese Bilder haben großen Einfluss auf das Selbstbild von Mädchen und jungen Frauen. Essstörungen und selbstzerstörerisches Verhalten kommen unter Mädchen weiterhin sehr häufig vor. Häusliche Gewalt und sexueller Missbrauch treffen noch immer in erster Linie Mädchen und Frauen.

Im Bundestag und in den Länderparlamenten sind Frauen nur mit etwa 30 Prozent vertreten. Überall dort, wo sie sich für ihre Interessen und Rechte einsetzen können, kommen Frauen also kaum zu Wort.

Deshalb gehen wir Falken am 8. März 2010, dem Internationalen Frauentag auf die Straße.

  • Wir fordern gleiche Lebensbedingungen für
  • Mädchen und Jungen, Frauen und Männer.

  • Wir fordern eine reguläre Förderung für
  • Mädchenprojekte und kein Ausspielen gegen das Fördern von Jungen.

  • Wir fordern bessere Bildungschancen für
  • Mädchen und gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit.

  • Wir fordern einen Mindestlohn, der Frauen die
  • Chance auf ein selbstbestimmtes Leben bietet.


Internationaler Frauentag

Der 8. März ist der Tag, an dem Frauen weltweit auf ihre Benachteiligungen im öffentlichen und privaten Leben aufmerksam machen und ihr Recht auf Gleichberechtigung einfordern. 1857 gingen erstmals New Yorker Arbeiterinnen gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen und für gleichen Lohn auf die Straße. Am 8. März 1908 traten Tabak- und Textilarbeiterinnen in Manhattan für bessere Arbeitsbedingungen, für ein Frauenwahlrecht, für kürzere Arbeitszeiten und höhere Löhne in den Streik.
Auf diese beiden Daten bezogen sich die Frauen, die 1910 auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen beschlossen, in allen Ländern jedes Jahr einen Frauentag zu veranstalten. Sie forderten Arbeitsschutzgesetze und einen Mindestlohn für Frauen, die Einführung eines Acht-Stunden- Tages, Wahl- und Stimmrecht für Frauen und setzten sich gegen den imperialistischen Krieg ein.
Aber auch heute sind die Forderungen nach Gleichberechtigung und gleichen Möglichkeiten für Frauen weiterhin aktuell!

Deshalb haben wir Falken eine Kampagne unter dem Motto "There is no alternative - feminism!" gestartet.Wir kämpfen für eine sozialistische Gesellschaft, in der kein Mensch aufgrund sozialer Klasse, Geschlecht, Herkunft, Behinderung oder sexueller Orientierung benachteiligt wird.

Wir treten vehement gegen jegliche Form von Diskriminierung, Unterdrückung und Benachteiligung ein, in der Gesellschaft sowie innerhalb unseres Verbandes.

Der Frauentag ist international! Hier gibt's Informationen der IUSY (International Union of Socialist Youth), unserer weltweiten Schwesterorganisationen zum 8. März.


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Zugehörige Dateien:
Flugblatt zum 8. März 2010Download (87 kb)