Ausbildungsumlage schafft mehr Ausbildungsplätze im dualen System

08.10.2003: Bundesausschuss der Falken tagt am Wochenende in Regensburg

"Wer nicht ausbildet soll zahlen"

Der Bundesausschuss der "Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken" befasst sich am Wochenende in Regensburg mit Forderungen zu Ausbildungssituation und Ganztagsschule.

Gesetzliche Ausbildungsplatzumlage gefordert

Zum Ausbildungsgipfel am Donnerstag unterstreicht die Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken ihre Forderung nach einer gesetzlichen Ausbildungsumlage. Nicht ausbildende Betriebe sollten zahlen, damit Mittel zur Schaffung neuer Ausbildungsplätze im dualen System zur Verfügung stehen.

Für Zehntausende von Jugendlichen kann die Ausbildungsplatzsuche in diesem Herbst in einer Sackgasse enden, befürchtet Veit Dieterich, Bundesvorsitzender der Falken. "JUMP als Sofortprogramm ließ ja wenigstens Problembewusstsein bei der Regierung erkennen," so Dieterich. "Inzwischen kommt zum Thema Jugendarbeitslosigkeit nichts Neues mehr. Von einer sozialdemokratisch geführten Bundesregierung erwarten wir als Sozialistische Jugend entschlossene Schritte zur Beseitigung dieses Skandals statt Zahlenspielereien und Warteschleifen."

Perspektiven einer Berufsbildungsreform

Über die Ausbildungsumlage hinaus befasst sich der Falken-Bundesausschuss mit den Perspektiven einer umfassenden Berufsbildungsreform. Zu diesem Thema und den Möglichkeiten des gewerkschaftlichen Engagements haben die Falken den bayerischen Landesjugendsekretär der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Kai Winkler, am Wochenende zur Diskussion nach Regensburg eingeladen.

Auch Forderungen zu Ganztagsschule stehen zur Debatte

Außerdem wollen die 60 Delegierten des Bundesausschusses über ihre Erfahrungen mit der Zusammenarbeit zwischen Jugendverbänden und Schule und über ihre Forderungen zur Ausgestaltung der Ganztagsschule beraten. Die Initiative der Bundesregierung für die bundesweite Einführung der Ganztagsschule unterstützen die Falken grundsätzlich als einen richtigen Weg, um die sozial "vererbten" Benachteiligungen in Bezug auf Bildung auszugleichen, die wesentlich über die individuelle Lebensperspektive entscheiden. Außerdem sei es gerade vor dem Hintergrund der Diskussion um Armut bei Kindern und Jugendlichen wichtig, Erwachsene mit Kindern nicht in ihren beruflichen Perspektiven zu beeinträchtigen. Die Falken fordern aber, den Bildungsanspruch auch am Nachmittag nicht zu vergessen. Kritisch wird gesehen, dass in Schulen bisher Mitbestimmung und selbstbestimmtes Lernen viel zu kurz kommen..

Beratungen zu weiteren Themen geplant

Auf dem Bundesausschuss, dem höchsten beschlussfassenden Gremium des Jugendverbandes zwischen den alle zwei Jahre stattfindenden Bundeskonferenzen, wird außerdem über "Armut von Kindern" und "Geschlechtergerechtigkeit von Verbandsstrukturen" beraten. Außerdem diskutieren die Delegierten über das im nächsten Jahr zum hundersten Jubiläum der Sozialistischen Jugend in Berlin geplante Pfingstcamp.

Der Bundesausschuss findet vom 11.10.2003 (14.00 Uhr) bis zum 12.10.2003 (13.00 Uhr) im "Spielhaus", Ostengasse 29, 93047 Regensburg, statt.