Alternative Perspektiven in der israelischen Gesellschaft?!

11.11.2008: Queere und mädchen- und frauenpolitische Delegation trifft Schwesterorganisationen in Israel.

Vom 19.-25. Oktober 2008 fand die zweite Bundesvorstandsdelegation nach Israel in diesem Jahr statt. Sie stand unter queeren und feministischen Fragestellungen und so kamen die Teilnehmenden aus der Mädchen- und Frauenpolitischen Kommission und aus dem Queerforum der Falken.

Alternative Perspektiven in der israelischen Gesellschaft?!

Während der einwöchigen Delegationsreise trafen die Delegierten unterschiedliche queere und frauenpolitische bzw. feministische Projekte. Beim Treffen mit unserer Schwesterorganisation Noar Oved Vehalomed (NOV) war zum Beispiel Gegenstand der Debatten, was für bzw. gegen die Einrichtung einer Queerplattform innerhalb der NOV steht.

Neben der verbandspolitischen Perspektive stand auch der Austausch über unterschiedliche Bedingungen der jeweiligen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Dabei waren die Erfahrungen der Delegationsreise von großen Gegensätzen geprägt:

  • In der jüdisch-israelischen Gesellschaft in Tel Aviv fanden wir für schwul-lesbisch-bisexuell-transgender-Leben eine relativ offene Stimmung vor, indem z.B. ein Gay Community Center mit vielen Projekten von der Stadt finanziert wird.
  • Währenddessen sind die Bedingungen in Jerusalem völlig andere. Dort muss der Christopher Street Day regelmäßig gegen viele Widerstände durchgesetzt werden.
  • Erschwerte Bedingungen gibt es auch in der Community der palästinensischen Israelis, in der insgesamt Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit stärker verbreitet ist. Zentrales Thema ist daher für Aswat, einer palästinensischen Lesbenorganisation, betroffene Frauen auch außerhalb der großen Städte zu erreichen, um sie zu unterstützen.
  • Ein anderer Eindruck war, dass die Transgender-Szene in Israel gerade einen Aufwind erlebt und zur Zeit sehr aktiv ist.


Zu feministischen Themen traf sich die Delegation im "Haifa "Women’s Coalition Building" mit Isha L’Isha, die als feministische Organisation Themen abdeckt, die speziell mit der israelischen Gesellschaft zu tun haben. Zum Beispiel die Bedeutung von Gewalt gegen Frauen, di eim permanenten Kriegszustand nicht wahrgenommen wird. Isha L’Isha kämpft dafür, dass häusliche Gewalt und ihre Opfer einen Platz in der öffentlichen Wahrnehmung erhalten.

Außerdem gibt es bei den Diskussions- und Entscheidungsprozessen von Isha L’Isha ein Quotensystem, das verhindern soll, dass, wie sonst in der israelischen Gesellschaft, die askenasische Mehrheit (Juden/Jüdinnen, die aus Europa eingewandert sind) dominiert und stattdessen dafür sorgt, dass auch arabische, russische und afrikanische Jüdinnen sowie die Palästinenserinnen und Lesben gleichermaßen Gehör finden.

Fazit:

Die Woche war voller Eindrücke und sehr spannend. Im Queerforum und in der Mädchen- und Frauenpolitischen Kommission entstanden viele Impulse für die weitere Arbeit im Verband.

Alternative Perspektiven in der israelischen Gesellschaft?!

zur 1.Delegationsreise 2008
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Israel Delegationsreise des Queerforums 2008