Überblick über die IFM Organisationen im Nahen Osten
15.08.2008: Mitglieder der IFM-SEI, sowie Kooperationspartnerorganisationen der IFM-SEI in der Region sind momentan die folgenden Organisationen aus Palästina und Israel:
- HaShomer HaTzair
- Ajyal
- HaNoar HaOved VeHaLomed (NOV)
- HaMahanot HaOlim
- Independence Youth Union (IYU)

Die IFM-SEI gehört zu den internationalen Organisationen, in denen überhaupt israelische und palästinensische Organisationen Mitglied sind.
HaShomer HaTzair
wurde 1913 in Polen als eine säkulare zionistische Bewegung gegründet. Es ist heute in Israel die älteste noch immer arbeitende Jugendbewegung. Sie ist eng verbunden mit der Kibbuz-Artzi-Bewegung (die 1927 durch in Israel lebende Kibbuzniks von Hashomer Hatzair gegründet wurde). Die Ziele der Organisation sind Sozialismus, Zionismus und Frieden. Hashomer Hatzair arbeitet im gesamten Kernland von Israel. In sogenannten "Nestern" treffen sich Jugendliche aus verschiedenen Bereichen der jüdisch-israelischen Gesellschaft: Jugendliche aus den Kibbuzen und Jugendliche aus Städten. Hashomer organisiert auch neue Immigranten aus Äthiopien und Russland und kooperiert eng mit dem Jugendverband Ajyal. Als linker Jugendverband wird über politische non-formale Bildung Gesellschaftskritik geübt und eine Gegenwelt geschaffen. Nach dem Schnat Sherut und dem anschließenden Armeedienst wird die Gegenwelterfahrung im grown-up-movement zur Realität.
Ajyal
Das Arab Youth Movement wurde 1991 als Mapam-nahe palästinensische Selbstorganisation gegründet und 2006 unter dem Namen Ajyal (Generationen) neu strukturiert. Ajyal organisiert palästinensisch-israelische Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 18. Die meisten der Gruppen existieren im sogenannten Triangle (in und um Galiläa) und im Zentrum von Israel. Inhaltlich arbeiten die Mitglieder insbesondere an den Themen Identität, Bürgerrechte in der israelischen Gesellschaft, Demokratie und Pluralismus. Politisch und organisatorisch gibt es eine enge Zusammenarbeit der rein arabisch-palästinensisch-israelischen Ajyal mit der der rein jüdisch-israelischen Hashomer Hatzair. Im gemeinsamen "Gesher le Kesher"-Projekt geht es um Identitäten und Demokratie im Staat Israel.
HaNoar HaOved VeHaLomed (NOV)
ist "die lernende und arbeitende Jugend" Israels. Sie besteht aus der "working section" (vergleichbar mit unserer Gewerkschaftsjugend) und dem Jugendverband. In allen Bereichen israelischer Gesellschaft dieselbe verändern, hat sich die NOV zum Ziel gesetzt. So arbeitet die NOV israelweit in Städten, Dörfern, Kibbuzim und Moshavim. 1924 gegründet, ist sie bis heute der einzige israelische Jugendverband, der nahezu allen gesellschaftlichen Gruppen in Israel arbeitet. So kümmert sich die "working section" um alle arbeitenden Jugendlichen, und die Jugendorganisation vereint eine drusische, arabische und jüdische Sektion, die relativ autonom arbeiten. Die Gruppe ist der Kern jeglicher Verbandsarbeit, wobei auf allen Ebenen jede Gruppe einen "guide" hat, der selbst auch Mitglied einer Gruppe ist. Die Losung auf dem Verbandssymbol "Arbeit, Verteidigung, Frieden - auf zur Verwirklichung" begleitet die 10 bis 18-jährigen Mitglieder auf allen Maßnahmen des Verbandes. Nach dem Havat Hachshara und dem Armeedienst findet die Verwirklichung eines anderen Miteinander dann ihre Realisierung im Tnuat Bogrim, dem grown-up-movement. Einige Formen der Aktivitäten der NOV werden in dem vorliegenden Heft genauer beschrieben. Mit der NOV hat die SJD - Die Falken insgesamt den längsten und intensivsten Austausch.
HaMahanot HaOlim
wurde vor 82 Jahren in Tel Aviv von einer Gruppe von 17jährigen Jugendlichen gegründet, die in ihrem Stadtleben eine Leere empfanden und neue Möglichkeiten für Arbeit in der Gemeinschaft, für Pioniertätigkeit und für die Verwirklichung ihrer zionistischer Ideale im Land der Vorväter suchten. Heute gibt es in der Bewegung von Jugendlichen einige tausend Kinder und Jugendliche, die aktiv die Organisation gestalten, und auf über 50 Gliederungen in ganz Israel verteilt sind. Ihre Arbeit ähnelt der der anderen israelischen Jugendverbände. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der konkreten Partizipation von Kindern und Jugendlichen in allen Bereichen der Gesellschaft. Diese Partizipation endet auch bei HaMahanot HaOlim nicht mit 18 Jahren. Nach dem Abschluss der Schule entscheiden sich auch hier viele Mitglieder für ein Dienstjahr im Rahmen der Bewegung und dem anschließenden gemeinsamen Absolvieren des Armeedinestes. Nach Ende der Armee treten viele Gruppen dem 1996 gegründeten grown-up-movement bei.
Independence Youth Union (IYU)
Bis 1991 bestand die IYU als Youth Unity Club, als Jugendorganisation der palästinensischen PFLP. Seit Spaltung der FIDA-Partei von der PFLP 1991 arbeitet der Verband als Independence Youth Union, und definiert sich als "support division" von FIDA. Mitglieder, die noch zur Schule gehen sind in den "freedom-seeds" aktiv, nach der Schule innerhalb der IYU direkt. Als IYU hat die Jugendorganisation Ortsgruppen sowie Hochschulgruppen, die zu den Themen Befreiung, Frieden, Gerechtigkeit, Demokratie, die Rolle der Frau, sowie Armut arbeiten. Neben der Arbeit in den Gliederungen betreibt die IYU den Radiokanal "future media" und arbeitet an der Erstellung eines regelmäßig erscheinenden Magazins. Die IYU unterstützt die Umsetzung aller UN-Resolutionen und ist politisch eng an der Linie und dem Programm der PLO angesiedelt.






