Für eine gleiche Bezahlung.

06.03.2008: Arbeit von Frauen und Männern wird sehr häufig ungleich bewertet.

Der 8. März ist der Tag, an dem Frauen weltweit auf ihre Benachteiligungen im öffentlichen und privaten Leben aufmerksam machen und ihr Recht auf Gleichberechtigung einfordern. Die Situation in der Arbeitswelt zeigt, dass wir heute von einer Gleichberechtigung von Frauen und Männern weit entfernt sind. Nach wie vor wird die Erwerbsarbeit von Männern und Frauen ungleich bewertet. Eine Veränderung ist nicht in Sicht.
Innerhalb der EU gehört Deutschland zu den Ländern mit der größten Ungleichheit in der Entlohnung von Frauen und Männern. Das durchschnittliche Monatseinkommen von Frauen in Deutschland liegt rund 22% unter dem der Männer. Frauendominierte Berufe werden geringer entlohnt als andere Berufssparten, auch wenn sie gleichwertige Qualifikationen erfordern. Im Niedriglohnsektor mit weniger als 7,50 € Stundenlohn und in sog. Minijobs sind deutlich mehr Frauen als Männer vertreten. Die daraus resultierende prekäre Situation betrifft somit vor allem Frauen.

Die Aufbrechung des geschlechtergeteilten Arbeitsmarktes könnte ein Weg sein, der ungleichen Bewertung der Arbeit von Männern und Frauen entgegenzuwirken. Doch davon sind wir weit entfernt. Immer noch werden Mädchen und Jungen gerade auch von der Berufsberatung im Arbeitsamt in geschlechtstypische Berufe gedrängt, anstatt sie zu ermutigen, andere Berufe zu ergreifen. Die prekäre Arbeitsmarkt- und Ausbildungsplatzsituation verstärkt vielerorts die Drängung von Mädchen in "frauentypische" Berufe. In Betrieben bestehen weiterhin die gängigen Vorurteile, die verhindern, dass Mädchen bestimmte Ausbildungsberufe ergreifen können.

Wir fordern:

  • Eine Neubewertung von Arbeit:
  • So genannte "Männer- und Frauenberufe", für die vergleichbare Qualifikationen notwendig sind, müssen gleich bewertet werden. Zukünftige Aushandlungen von Tarifverträgen müssen dies berücksichtigen!
  • Mindestlohn:
  • Für die vielen Frauen in prekären Beschäftigungsverhältnissen wäre ein Mindestlohn ein wichtiger erster Schritt zur Verbesserung ihrer Lebenssituation.
  • Aufbrechen des geschlechtergeteilten Arbeitsmarktes:
  • Mädchen und Jungen müssen bei ihrem Prozess der Berufswahl von Institutionen wie Schule und der Berufsberatung ermutigt werden, Berufe zu ergreifen, für die sie sich interessieren und die für sie vielleicht "geschlechtsuntypisch" sind. Ein Bewusstsein für den "geteilten" Arbeitsmarkt muss breit ansetzen und auf vielfältigen Ebenen agieren. Mädchen dürfen nicht aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit von bestimmten Ausbildungsberufen ausgeschlossen werden.

Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, veranstaltet die SJD - Die Falken vielerorts Akionen zum 8. März 2008.

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PM zum 8. März 2008: Für eine gleiche Bezahlung.Download (112 kb)