Organisationsentwicklung

10.05.2005: Beschluss der 31. Bundeskonferenz 2005.

Im Rückblick auf die Ereignisse der letzten Zeit, stellen wir fest, dass die Handlungsfähigkeit des Verbandes bundesweit stark eingeschränkt ist. Die Handlungsspielräume der Landesverbände, Bezirke und Kreisverbände und Unterbezirke, sowie der angeschlossenen Vereine wurden und werden immer enger. Unsere bisherigen Strukturen erscheinen nur noch begrenzt tauglich. Sowohl geringer werdende Finanzmittel, bedingt durch Kürzungen der Förderung der Jugendarbeit durch Länder und Kommungen, als auch der fortbestehende Wunsch unsere Aufgaben als politischer Erziehungsverband zu erfüllen, um bewusst weiterhin Gegenerziehung im Sinne einer Emanzipation der Kinder der werktätigen Klasse zu organisieren, machen eine Organisationsreform mehr als dringend notwendig.

Genauso wichtig erscheint es uns allerdings auch, weiterhin Jugendlichen Strukturen zur Verfügung stellen zu können, in denen sie auf selbstorganisierte Art und Weise ihre Interessen artikulieren und organisieren können.

Einerseits gelingt es uns nach wie vor, wenn auch bei stetig steigendem Aufwand und wachsenden Einschränkungen in der Ausgestaltungsfähigkeit unserer Arbeit sowohl unseren Zielen und Aufgaben als auch gewandelten Anforderungen auf öffentliche Förderwürdigkeit gerecht zu werden, andererseits kommen wir innerverbandlich nicht umhin, durch geeignete Reorganisation der Strukturen und Arbeitsweisen unsere Arbeitsfelder zukunftsweisend auszugestalten um diesen Spagat entweder dauerhaft sicher zu stellen oder aber unsere Standbeine zu koordinieren, dass ebendieser Spagat überflüssig wird.

Deshalb müssen unsere Organisationsstrukturen und Arbeitsweisen, regionale Besonderheiten, die Konzentration auf Kernarbeitsfelder und ein klares, zukunftsfähiges sozialistisches Profil als Kinder- und Jugendverband im 21. Jahrhundert im gesamten Verband diskutiert und für die nächsten Jahre neu verhandelt werden.

Der Bundesverband der SJD - Die Falken- stellt sich diesen organisationspolitischen Herausforderungen und initiiert einen nachhaltigen und nachvollziehbaren Prozess, der die Strukturen und Arbeitsformen der SJD - Die Falken im Bundesgebiet beleuchtet und neue Wege und Strukturen aufzeigt.

Der Bundesvorstand hat ein ExpertInnenteam mit Erfahrung im Bereich der Organisationsentwicklung mit der Durchführung einer Bestandsaufnahme der ehren- und hauptamtlichen Strukturen und der aktuellen Arbeitsformen des Verbandes beauftragt.

Der Bundesvorstand richtet eine Koordinierungsgruppe ein, die sich aus VertreterInnen der Gliederungen, dem Bundesvorsitzenden und weiteren VertreterInnen des Bundesvorstandes zusammensetzt und von externen ExpertInnen begleitet wird.

Der Prozess soll mit der Bundeskonferenz 2007 sein erstes bundesweites Ergebnis finden, in dem Bewusstsein, dass sich Organisationsentwicklung eben als Prozess darstellt, der naturgemäß zwar einen Anfang, in dem eigentlichen Sinne aber kein abschließendes Ende wird haben können und von daher dauerhaft fort zu führen sein wird.

Grundlage des OE-Prozesses ist das Selbstverständnis der Falken als demokratische Selbstorganisation und sozialistischem Erziehungsverband. Daher muss auch in Zukunft die Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen in unserem Verband oberste Priorität haben. Der OE-Prozess soll folgende Anforderungen erfüllen:

  • Die Gesamtstruktur des Bundesverbandes und seiner Gliederungen muss in ihrer Vielfältigkeit im Prozess Berücksichtung finden. Die Gliederungen beteiligen sich daher aktiv am Prozess.
  • Die Gesamtstruktur des Bundesverbandes und seiner Gliederungen ist daraufhin zu überprüfen, inwieweit die derzeitigen Organisationsformen für die Aufgaben des Verbandes zweckdienlich erscheinen und aufrechterhalten werden können o der neu gestaltet werden müssen.
  • Die dem Verband angegliederten Vereine und Einrichtungen sind in der Analyse in geeigneter Art und Weise weitest möglich mit einzubeziehen.
  • Der vom Verband beschlossene Gender-Mainstreaming-Ansatz muss im Prozess eine Rolle spielen.
  • Die besonderen Herausforderungen des Verhältnisses zwischen Haupt- und Ehrenamtlichkeit im Verband müssen berücksichtigt werden. Dabei wird die Aufgabenteilung zwischen Haupt- und Ehrenamt sowie innerhalb der hauptamtlichen Ebene überprüft.
  • Der Prozess muss für die Gliederungen transparent sein. Der Bundesvorstand dokumentiert der Verbandsöffentlichkeit die Sach- und Verfahrensstände der Organisationsentwicklung regelmäßig, mindestens aber zu den Bundesausschusssitzungen in schriftlicher Form.

Ein umfassender OE-Prozess kann nur Aufgabe des Gesamtverbandes sein. Daher sind alle Gliederungen aufgefordert sich aktiv am Prozess zu beteiligen.