Die geheime Magie der Hierarchie
03.11.2003: Einmischen - Mitmischen - Aufmischen. Beschluss des Bundesausschusses der SJD-Die Falken zu Geschlechterdemokratie
Bei uns heißt Politik machen, gemeinsam eine andere, eine sozialistische Welt im alltäglichen Handeln zu antizipieren. Wir wollen solidarisch miteinander die Welt umgestalten. Macht im sozialistischen Sinne kann nicht definiert werden als die Macht des Einzelnen innerhalb institutioneller Gefüge - welche es ja zu bekämpfen gilt -, sondern als Macht des Kollektivs, welches es vermag miteinander die Welt zu verändern. Und auch nur so kann es uns gelingen, indem wir gemeinsam für eine demokratische, gleichberechtigte und sozialistische Welt streiten und diese dann auch gemeinsam erleben.
Dieser Politikbegriff muss sich in unseren Verbandsstrukturen wieder finden. Dazu soll folgendes unternommen werden:
- Um Frauen aus den Gliederungen einzubinden und zur Gremienarbeit zu motivieren, muss die Arbeit in den Vorständen transparent und eine intensive Kommunikation zwischen Mitgliedern und Vorständen gegeben sein.
- Der Bundesvorstand und die Gliederungen werden aufgefordert, Gender-Trainings durchzuführen, unter anderem mit dem Ziel die Vorstände und verbandlichen Strukturen im Sinne eines Gender Mainstreamings zu durchleuchten. Hierfür wird der Bundesvorstand in Zusammenarbeit mit den beiden Bundesbildungsstätten ein Konzept als Handreichung erarbeiten. Die Ergebnisse und hieraus entstehende Forderungen und Veränderungen für den Verband werden dokumentiert.
- Der Bundesvorstand wird aufgefordert, im Rahmen der Weiterbildungsangebote für SekretärInnen ein Gender-Training anzubieten.
- In der Verbandsgeschichte gab es noch nie eine gewählte Bundesvorsitzende. Dies liegt unter anderem an den mit diesen Posten verknüpften Vorstellungen über eine Machtposition und der hohen Arbeitsbelastung, die eine zumeist von Männern favorisierte Lebensplanung zur Folge hat.
- Für einen emanzipatorischen Kinder- und Jugendverband sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass verantwortliche Positionen von beiden Geschlechtern gleichmäßig besetzt sind. Daher werden der Bundesvorstand und die Vorstände der Gliederungen aufgefordert zu prüfen, wie in ihren Bereichen die Verteilung verantwortlicher Positionen und Funktionen sowie die Teilung von Leitungsverantwortung und Arbeitsbelastungen zukünftig geschlechtergerechter vorgenommen werden kann und gegebenenfalls entsprechende Strukturveränderungen vorzubereiten.
- Um Männern, die in der geschlechterpolitischen Arbeit aktiv sind, ein Forum zu bieten und sie in ihrer emanzipatorischen Arbeit zu unterstützen, veranstaltet die Mädchen- und Frauenkommission eine offene Sitzung zum Thema: "Frauen, Männer und Macht".
<i>Beschluss des Bundesausschusses der SJD - Die Falken am 11./12. Oktober 2003 in Regensburg.</i>







