Schattenbericht 2009

Der Countdown ist abgelaufen: der Bericht liegt nicht vor - die Bundesregierung hinkt hinterher!

Der nächste "Staatenbericht zum Stand der Umsetzung der Kinderrechtskonvention in Deutschland" an den UN-Ausschuss wäre zum 4. April 2009 fällig gewesen. Mit einem Countdown begleitet durch Kritiken und Forderungen von Kindern und Jugendlichen haben wir der Bundesregierung die Tage gezählt. (siehe unten)

Nun ist der Countdown abgelaufen: - und wir zählen weiter: mit einem Countup addieren wir die Tage, die der Bericht schon überfällig ist. Zur Überbrückung der Wartezeit empfehlen wir die DVD "Hand in Hand für Kinderrechte! Ein Beitrag zum Schattenbericht."

Hier geht's zur Bestellung dieser spannenden Studie aus dem echten Leben!


Begleitend zum besseren Verständnis und für die jugendpolitische Verortung vorweg:
die "Resultierende Positionierung" des Bundesvorstands!
Übersetzung für Erwachsene! (PDF, 4253 kb)



Begleitet wurde der COUNTDOWN zum offiziellen Abgabetermin von Kritiken und Forderungen von Kindern und Jugendlichen:


Montag, 30.03.2009: Lebensbereich Politik

"Respekt gegenüber Kindern und Jugendlichen!"
Im Lebensbereich Politik haben die Kinder und Jugendlichen geäußert, dass sie sich sehr wohl für viele, vermeintlich "uninteressante", Themen interessieren. Deshalb fordern sie mehr kind- und jugendgerechte Informationsquellen sowie mehr Mitsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten.
Kinder und Jugendliche wollen nicht gefragt werden, nur damit Kinder und Jugendliche auch zu Wort gekommen sind. Sie wollen ernstgemeinte Beteiligung und sie wollen greifbare Konsequenzen dieser Beteiligung. Wer Beteiligung nicht kennt, kommt nur schwer mit ihr zurecht. Kinder und Jugendliche haben das Recht auf Partizipation von klein auf und in allen Lebensbereichen. Diese Beteiligung gilt es gemeinsam auszugestalten und selbstverständlich alltäglich zu leben.
Vgl.: Artikel 12, 13 und 17, UN-KRK

Dienstag, 31.03.2009: Lebensbereich Umwelt

"Eine Erfindung, die Müll einfach in Nix auflöst!"
Kinder und Jugendlichen kritisieren, dass es zu wenig Grünflächen gibt, auf denen sie spielen dürfen. Und immer wieder heißt es, Vorrang für dreckige und laute Autos. Nicht zuletzt stinkt es ihnen, dass Menschen, die rauchen, auch Kinder und Jugendliche gefährden, die einfach nur dabei stehen oder mit den Menschen zusammenleben. Wenn alle Fahrrad fahren würden, wäre die Luft sauberer und die Menschen gesünder und besser für das Klima ist es ohnehin. Und damit viele Menschen mit der Bahn fahren, soll sie nichts kosten und mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
Vgl.: Artikel 3, 6 und 24, UN-KRK


Mittwoch, 01.04.2009: Lebensbereich Familie

"Zeit in der Familie!"
Kinder und Jugendliche kritisieren, dass zu wenig gemeinsame Zeit für Familie bleibt. Auch lässt die Gleichberechtigung sowohl zwischen Eltern und Kindern als auch unter den Geschwistern oftmals zu wünschen übrig. Insgesamt nehmen Kinder und Jugendliche auch deutlich wahr, dass großer Druck und hohe Ansprüche auf ihnen lasten. Aus dieser Wahrnehmung resultiert auch die Forderung der Kinder und Jugendlichen nach Freiraum und Freizeit, die selbstbestimmt genutzt und gestaltet werden können und die Ablehnung von Leistungsdruck, Konkurrenz und Schulstress. Und der Wunsch nach Zeit in der Familie, um etwa einfach mal gemeinsam eine Fahrradtour zu unternehmen!
Vgl. bspw.: Artikel 3, 7, 12, 31, 32, UN-KRK


Donnerstag, 02.04.2009: Lebensbereich Schule

"Die Kinderrechte sollen die Schule gestalten!"
Kinder und Jugendlichen betonen, dass oftmals die schulischen Räumlichkeiten eine schlechte Lernatmosphäre schaffen und so erfolgreiches Lernen erschweren. Sie spüren, dass großer Druck auf ihnen lastet und sie schon früh mit Konkurrenz und Leistungsdruck konfrontiert, um sich bestmöglich auf dem Arbeitsmarkt behaupten zu können. Kinder und Jugendliche wollen lernen - aber sie erwarten dafür ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Lernen und Freizeit! Und sie wünschen sie sich z.B. eine Pausen-Lounge, in der sich SchülerInnen und LehrerInnen auf Augenhöhe und abseits der alltäglichen Rollenmuster begegnen und persönlich kennen lernen können.
Vgl. bspw.: Artikel 3, 12, 13, 28, 29 und 31, UN-KRK


Freitag, 03.04.2009: Lebensbereich Freizeit

"Mehr Platz für Kinder und Jugendliche!"
Kinder und Jugendlichen kritisieren, dass sie zu wenig Freiraum haben um selbstbestimmt die Zeit zu verbringen. Sie haben das Bedürfnis nach mehr Zeit und einer anderen Zeitgestaltung. Außerdem sind viele Freizeitangebote zu teuer und das schränkt die Beteiligungsmöglichkeiten ein. Dieser fehlende Freiraum schränkt die kinderrechtlich garantierte (bestmögliche) Entwicklung der jungen Menschen erheblich ein.
Der Bau eines Parkhauses in einem dicht bebauten Stadtteil, auf der einzigen Grünfläche, wo Kinder ihren Freiraum haben, ist nicht im Interesse der Kinder. Dies müssen die Verantwortlichen akzeptieren.
Vgl. bspw.: Artikel 3 und 31, UN-KRK


Samstag, 04.04.2009: Release der DVD "Hand in Hand für Kinderrechte"

Alle Forderungen & alle Kritiken!
Pünktlich zum Abgabetermin für den 3./4. Staatenbericht präsentiert der Kinder- und Jugendverband die DVD "Hand in Hand für Kinderrechte", die sämtliche Kritiken und Forderungen umfasst, die im Rahmen des KinderrechteCamps formuliert wurden. Über 1.200 Kinder und Jugendliche haben in über 70 Workshops die Umsetzung der Kinderrechtskonvention in Deutschland überprüft.

Die SJD - Die Falken ist Mitglied in der "National Coalition für die Umsetzung der Kinderrechtskonvention in Deutschland". Zusammen schreiben wir einen "Schattenbericht" - der den offiziellen Staatenbericht begleitet und korrigiert. Die Kritiken und Forderungen der Kinder und Jugendlichen werden Teil sein des "Schattenberichtes" an den UN-Ausschuss in Genf.
Hier gibt's die vollständigen Pressemitteilungen.

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