Laut werden gegen Rechts! Extrem demokratisch - radikal solidarisch!

Wenn junge Menschen bei den Falken in Zeltlagern und Gruppen ein solidarisches und demokratisches Miteinander erleben, ist dies die wirksamste Prävention gegen Rassismus und Intoleranz!

Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sind in Deutschland nach wie vor bittere Realität! Die Verachtung menschlichen Lebens ist dabei die zentrale Triebfeder der Nazis. Wir Falken, die wir uns offen und aktiv gegen Faschismus und rassistische Entwicklungen in der Gesellschaft stellen, fordern:

  • Keine Genehmigungen für Nazi-Aufmärsche und ein entschlossenes Vorgehen gegen Rechtsextremisten jeder Art!
  • Es darf nicht sein, dass Nazis marschieren, dass sie hetzen, schlagen und morden - und das mit Hilfe der Staatsgewalt!
  • Es darf nicht sein, dass die Bundesregierung faschistische Parteien und Organisationen nicht verbietet und damit gegen geltendes Recht verstößt.
  • Es darf nicht sein, dass der Staat durch seine Politik die Faschisten schützt und Rassismus und Nationalismus schürt.
  • Es darf nicht sein, dass der antifaschistische Widerstand kriminalisiert wird!
  • Lasst ihn uns verstärken!
  • Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Laut werden gegen Rechts!  Extrem demokratisch - radikal solidarisch!

Um die rechte Szene ist es scheinbar still geworden in den vergangenen Jahren. Nach den feigen Morden von Mölln und Solingen als auch den rassistischen Pogromen von Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda in den 1990er Jahre schien mit Beginn der 2000er Jahre das "Problem im Griff" zu sein. Jedenfalls wies die amtliche Kriminalstatistik seit dem nur noch vereinzelt rassistisch motivierte Morde aus. Die Menschen in Deutschland haben sich offensichtlich daran gewöhnt, dass an fast jedem Wochenende irgendwo in dieser Republik neue und alte Nazis aufmarschieren und dass sich in einigen Regionen eine rechtsradikale Jugendkultur etabliert hat, die den Kampf um die Straße jeden Tag führt. Die NPD sitzt in zwei Landesparlamenten und dennoch wurde die Lage in den letzten Jahren immer wieder verharmlost.

Entsprechend gelassen wurde auch die öffentliche Debatte zum Thema Rechtsextremismus geführt. Massenmedien berichteten nur noch punktuell und aus aktuellem Anlass. Der Verfassungsschutz vermeldete in seinem Bericht des Jahres 2010: "Das rechtsextremistische Personenpotenzial war 2010 erneut leicht rückläufig." Auch dadurch konnte in der breiten Öffentlichkeit der Eindruck entstehen, dass Rechtsextremismus in Deutschland weitgehend überwunden sei und nur noch als Randgruppenphänomen Vereinzelter, die den Nationalsozialismus verherrlichen, sein Dasein fristet.

Doch der Eindruck trügt. Die Neonaziszene hat starke Strukturen aufgebaut, sie ist vernetzt, finanziell gut aufgestellt, u. a. durch Gelder des Verfassungsschutzes, und ist Teil von kriminellen Strukturen - z.B. im Bereich des Drogenhandels und der Prostitution. Sie bildet Ihre Mitglieder aus, kauft und verbreitet Waffen. Ganze Stadteile und Landstriche werden von der Szene terrorisiert. Zeitgleich führen konservative und liberale Regierungen mit Geldern, die für die Stärkung der Demokratie gedacht sind, einen Feldzug gegen ihre politischen GegnerInnen in dem sie Linke als verfassungsfeindlich, extremistisch oder radikal diffamieren.

Im November 2011 gab es dann plötzlich einen lauten Knall, der manche aus dem Schlaf gerissen hat. Durch das Bekanntwerden der Mordserie der rechten Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) dürfte jeder, der es bisher nicht glauben wollte, erkennen: Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sind in Deutschland nach wie vor bittere Realität! Die Verachtung menschlichen Lebens ist dabei die zentrale Triebfeder der Nazis.

Wir Falken, die wir uns offen und aktiv gegen Faschismus und rassistische Entwicklungen in der Gesellschaft stellen, wissen das aus eigener Erfahrung. Denn regelmäßig finden wir Nazi-Schmierereien an den Wänden unserer Gruppenräume und Einrichtungen, werden wir von gewaltbereiten Rechten beschimpft oder bedroht, das ist der ganz alltägliche Terror fernab der Massenmedien. Besonders schlimm hat es im vergangenen Jahr das Anton-Schmaus-Haus der Falken von Berlin-Neukölln getroffen, das 2011 innerhalb von wenigen Wochen gleich zweimal Ziel eines Brandanschlages geworden ist. Wir führen einen langen Kampf (über 100 Jahre) für Demokratie und Solidarität. Viele unserer GenossInnen haben gegen den Faschismus gekämpft und viele wurden dafür gefoltert oder umgebracht.


Trotz der Angriffe von Neonazis auf unsere Einrichtungen lassen wir uns nicht einschüchtern, sondern setzen unsere Arbeit für eine vielfältige, weltoffene und menschliche Gesellschaft weiter fort - weil wir fest davon überzeugt sind, dass

  • alle Menschen ein Recht auf ein Leben in Würde haben!
  • alle Menschen das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben haben und aktiv an Gesellschaft teilhaben können!
  • alle Menschen gleich, aber trotzdem verschieden sind!

Rassismus, Faschismus und Antisemitismus stehen einer Gesellschaft der Freien und Gleichen entgegen. Dies zu vermitteln und zu leben ist eine zentrale Aufgabe unserer Bildungsarbeit als Kinder- und Jugendverband. In unseren Gruppen und bei Gedenkstättenfahren beschäftigen sich Kinder und Jugendliche mit der rechtsextremen Bedrohung. In unserem Verband leben und lernen wir Demokratie. In unseren Zeltlagern herrscht Vielfalt und Solidarität.

Unser Selbstverständnis als SJD - Die Falken ist ein Programm gegen den Faschismus. Auch deshalb haben wir die Initiative "Laut werden gegen Rechts! Extrem demokratisch - radikal solidarisch" gestartet. Mit dieser Initiative wollen wir ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die neonazistische Bedrohung real ist und Demokratie nicht selbstverständlich, sondern immer wieder vermittelt und auch verteidigt werden muss.

Laut werden gegen Rechts!  Extrem demokratisch - radikal solidarisch!

Wir Falken fordern:

Keine Genehmigungen für Nazi-Aufmärsche und ein entschlossenes Vorgehen gegen Rechtsextremisten jeder Art!

Es darf nicht sein, dass Nazis marschieren, dass sie hetzen, schlagen und morden - und das mit Hilfe der Staatsgewalt!

Es darf nicht sein, dass die Bundesregierung faschistische Parteien und Organisationen nicht verbietet und damit gegen geltendes Recht verstößt.

Es darf nicht sein, dass der Staat durch seine Politik die Faschisten schützt und Rassismus und Nationalismus schürt.

Es darf nicht sein, dass der antifaschistische Widerstand kriminalisiert wird!

Lasst ihn uns verstärken!

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Deshalb: Macht mit und werdet laut gegen Rechts!