Projekte des Willy Brandt Center Jerusalem

Das WBC beherbergt momentan drei Projekte, die hier ausführlich vorgestellt werden.

"Brücken für den Frieden" der IUSY-Organisationen...

.. ist das trilaterale (palästinensisch-deutsch-israelische) Projekt der Parteijugendorganisationen, und geht zurück bis zum Kooperationsbeginn 2000. Das Projekt will Vertrauen und Solidarität zwischen MultiplikatorInnen und AktivistInnen politischer Jugendorganisationen in Israel, Palästina und Deutschland stärken.

Ein Team der Partnerorgnisasitonen Fateh-Jugend, Labour-Jugend und Meretz-Jugend koordiniert gemeinsame mit der deutschen Juso-Friedensfachkraft die Projektaktivitäten. Es gibt sowohl Projektmaßnahmen, die sich an die einzelnen Organisationen wenden (zB youth for democratic change), als auch trilaterale Maßnahmen in Form von Begegnungen in Israel/Palästina und Deutschland, sowie trilateralen Konferenzen.

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Social Art Projects...

..füllen das "Zentrum für Begegnungen und Verständigung" durch Kritische Kunst mit Leben. Hierzu gehören zum einen regelmäßig stattfindende öffentliche Veranstaltungen wie die "Red Lounges", "Politische Cafés", "Ausstellungen", zu denen KünstlerInnen eingeladen werden, die sich kritisch mit verschiedenen soziokulturellen und politischen Aspekten unserer Gesellschaften auseinandersetzen.

Zum anderen gibt es Projekte, in denen junge Menschen zu aktiven GestalterInnen ihrer Lebenswelt werden, indem sie über den Weg von Kunst alternative Wege ausprobieren können. Zu letzterem Format gehörten die Projekte "WaterFonie" und "Hip Hop Hudna".

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Creating Partnership for a Social Change in the Middle East - Education for a Social(ist) Change

Das regionale IFM-SEI-Projekt im Willy-Brandt-Zentrum in Jerusalem...

...Ist die regionale Zusammenarbeit der Mitgliedsorganisationen der IFM-SEI (International Falcon Movement - Socialist Education International).

Auf dem Kongress der IFM-SEI in Wien 2007 beschlossen die Mitgliedsorganisationen der "Region Nahost", ihre Zusammenarbeit, die sie 2004 eingestellt hatten, unter dem Dach der IFM-SEI erneut zu beginnen.

Das regionale Projekt der IFM-SEI wird von einer Leitungsgruppe (der "regional leading group") gestaltet, die aus VertreterInnen der beteiligten Verbände und der Projektkoordinatorin und Friedenfachkraft besteht. Diese Gruppe ist für den gemeinsamen Prozess der Verbände verantwortlich und hat sich zu Beginn auf Ziele und Struktur der Kooperation verständigt: In drei Phasen sollen unterschiedliche Zielgruppen einen gemeinsamen Lernprozess durchlaufen; in der ersten Phase die Mitglieder der Leitungsgruppe, in der zweiten GruppenhelferInnen und FunktionärInnen ("guides"), und in der dritten Phase JunghelferInnen. Die neuen Gruppen kommen jeweils hinzu während die bereits bestehenden weiterarbeiten. Die Lernprozesse aus den einzelnen Phasen sollen in die Mitgliedsverbände zurückgetragen werden. Daher gestalten innerhalb des IFM-SEI-Projekts die einzelnen Verbände auch ihre eigenen Projektseminare.

Das erste Jahr der gemeinsamen Arbeit war der Definition von gemeinsamen Werten, die jetzt die gemeinsame Basis bilden, innerhalb der "regional leading group" gewidmet.




Im zweiten Jahr wurde die Kooperation erweitert um "guides" der Verbände, die an gemeinsamen Seminaren teilnahmen.


Im dritten Jahr entstanden regionale Kreativgruppen gegründet, die sich aus Mitgliedern der einzelnen Organisationen zusammensetzen. Themen der Kreativgruppen waren und sind "Friedenskultur", "Medien" und "Friedenserziehung - peace education".

Die gemischten Arbeitsgruppen entwickelten Instrumentarien der Bildungsarbeit, die sowohl innerhalb der eigenen Verbandsarbeit als auch in der gemeinsamen Bildungsarbeit eingesetzt werden können.

Thematisch drehte sich das erste Jahr insbesondere um die Themen "Identität", "critical thinking", "human equality" und "non-formal education". Am Ende fasste die leading group ihre Ergebnisse wie folgt zusammen:

a)"Critical thinking": Als sozialistische Organisationen glauben wir daran, dass die Realität beeinflusst wird von ökonomischen, politischen, nationalen und religiösen Gruppen, die nur ihren eigenen Machterhalt und ihre eigenen Interessen verfolgen. "critical thinking" ist daher das Werkzeug und die Perspektive der Bildungsarbeit hin zu einer anderen Wirklichkeit. Kritisches Denken soll auf allen Ebenen die Kooperation der Verbände leiten und begleiten.

b)"human equality": das menschliche Leben ist die wichtigste Ressource der Gesellschaft. Gewalt gegen menschliches Leben jeglicher Form ist die Eleminierung von "human equality". Die Besatzung ist unmoralisch, korrumpiert beide Gesellschaften und muss beendet werden.

c) Alle unterschiedlichen Identitäten (nationale Identitäten, Verbandsidentitäten, etc) müssen in der regionalen Zusammenarbeit akzeptiert, verstanden und als gleichberechtigt anerkannt sein.

d)Non-formal education ist sozialistische Erziehung und Basis unserer Kooperation. Sie beinhaltet "critical thinking" und eine Bildung auf der Grundlage unserer Wertebasis (human equality, Sozialismus, Demokratie, Respektierung der Identitäten, Solidarität, Säkularismus, etc).

Inhaltlich arbeiteten die verschiedenen Zielgruppen in den vergangenen zwei Jahren unter anderem an folgenden Themen:

‚Staat‘, ‚Frieden‘, ‚jüdische und palästinensische Nation‘, ‚Friedensvorstellungen der Verbände‘, ‚Narrativen und Geschichte‘,

‚Besatzung‘, ‚Einheit des palästinensischen Territoriums‘, ‚Siedlungen‘, ‚Rolle der palästinensischen Minderheit in Israel‘, ‚Identität‘, "human equality", ‚wer gewinnt am Konflikt‘ ‚welche Gruppen kontrollieren wen und wie‘, ‚die Verbindung von ökonomischer Situation und Friedenswilligkeit‘, ‚der Krieg in Gaza", ‚die Rolle von Medien im Krieg‘, ‚Partnerschaft in Zeiten von Krisen‘, ‚die Rolle von Jugendverbänden bei der Gestaltung ihrer Gesellschaft‘, ‚Wege der Förderung einer Zwei-Staaten-Lösung", etc..
Die regionale Kooperation der IFM-SEI in Nahost durchschritt bislang verschiedene Höhen und Tiefen. Bisher hat sie Bestand, da alle beteiligten Verbände überzeugt sind, dass Frieden die einzig existierende Alternative und Lösung darstellt, und dass die gemeinsame Arbeit ihren Teil dazu beitragen kann.

Die Zusammenarbeit der regionalen Verbände erfolgt auf der Grundlage folgender Ziele:

  • Die Förderung des sozialen Wandels im Geiste der menschlichen Gleichheit, des Sozialismus und des Friedens.
  • Das Erarbeiten und beständige Vertiefen einer gemeinsamen Wertebasis zwischen den Partnerorganisationen.
  • Die Zusammenarbeit wird beständiger Teil der innerorganisatorischen Diskussionen.
  • Der Prozess berücksichtigt die Bedürfnisse aller beteiligter Organisationen und soll die Organisationen auch selbst stärken.
  • Die "leading group" der Kooperation bildet die regionale Plattform der IFM-SEI.
  • Die Zusammenarbeit ist der Prozess einer langfristigen Bildungskooperation im Nahen Osten.
  • Die gemeinsame Bildungsarbeit dient dazu, die aktuelle Situation "der anderen" kennenlernen, eine gemeinsame Gesellschafts- und Systemanalyse entwickeln, die "anderen Seite" gut zu kennen und verstehen zu lernen mit ihrer jeweiligen Sprache, Kultur, Geschichte und Narrative, permanent gemeinsam die Realität der Region zu analysieren, und sich mit dem Komplex "two states for two nations" auseinanderzusetzen.
  • Über die Kooperation werden alle Partnerorganisationen darin bestärkt, mit ihrer eigenen Bildungsarbeit ihre eigenen Gesellschaften für menschliche Gleichheit und Frieden in der Region zu gewinnen.

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