Menschenkette für Kinderrechte

17.11.2011: Wäre sie echt, würde sie gleich mehrmals um den Reichstag fassen: die Internet-Menschenkette für Kinderrechte.

Mehr als 1.300 Menschen jeden Alters aus rund 400 Städten reihten sich ein - darunter auch prominente Politikerinnen und Politiker wie Bundestagsvizepräsident Dr. h.c. Wolfgang Thierse oder Manuela Schwesig, Ministerin für Soziales und Gesundheit aus Mecklenburg-Vorpommern.

Bei der Gemeinschaftsaktion von National Coalition Deutschland und SJD - Die Falken konnten Besucherinnen und Besucher der Internetseite www.fuer-kinderrechte.de eine virtuelle Figur erstellen und sich dabei für ein bestimmtes Kinderrecht stark machen. Diese Initiative für Kinderrechte läuft noch bis zum 20.11.2011, dem 22. Jahrestag der Verabschiedung der Kinderrechtskonvention durch die UN-Generalversammlung.

Dr. Sabine Skutta und Prof. Dr. Jörg Maywald, Sprecher der National Coalition betonten anlässlich des Jahrestags: "Ziel der Menschenkette war, die Kinderrechte weiter bekanntzumachen. Sie zeigt auf, welche Kinderrechte denen, die mitgemacht haben, besonders wichtig sind. Wir nehmen ihre Botschaft ernst."

"Die Vielfalt der Kinderrechte, die genannt werden, unterstützt uns in unserem Anliegen", so Skutta und Maywald weiter, "die Kinderrechte endlich auch auf Bundesebene zu stärken. Nur über eine Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz kann gesichert werden, dass sämtliche Kinder betreffende Belange wirklich bei allen gesetzgeberischen, politischen und gerichtlichen Entscheidungen berücksichtigt werden müssen."

Am häufigsten wurden die Kinderrechte auf Schutz vor Missbrauch und Ausbeutung, auf gewaltfreie Erziehung und das Recht auf Spiel und Freizeit ausgewählt.

Für Sven Frye, Bundesvorsitzender der SJD - Die Falken, ist die häufige Nennung des Rechtes auf Spiel und Freizeit kein Zufall: "Wir beobachten mit großer Sorge, dass inzwischen selbst Vorschulkinder unter Stress leiden, weil bei aller gut gemeinten Förderung kaum noch Freiräume zur Selbstentfaltung bleiben."

Grund dafür sei die zunehmende Angst von Eltern, ihre Kinder könnten den Anforderungen der Leistungsgesellschaft nicht gerecht werden. "Dabei sind Kinder eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Und sie haben ein Recht auf freie Entfaltung. Um dies klar zu machen, müssen Kinderrechte endlich im Grundgesetz verankert werden", so die Forderung von Frye.

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