Rosa & Karl 2014: Aufruf zur Aktionswoche

10.12.2013: Wir planen die bundesweite Aktionswoche vom 06.01.-10.01.2014

Vom 06.01.-10.01.2014 soll die bundesweite Aktionswoche zum Gedenken an Rosa & Karl stattfinden. Hierzu könnt ihr entweder als Falkengliederung oder im Bündnis mit anderen, uns nahestehenden Organisationen, verschiedene Veranstaltungen rund um die Thematik zum Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht planen und durchführen.

Die Aktionswoche (siehe auch unter Termine)hat zum ersten Mal im Januar 2013 in Berlin stattgefunden. Es wurden Workshops, Lesungen zu Luise Kautsky und Rosa Luxemburg, Diskussionsveranstaltungen und vieles mehr erfolgreich durchgeführt.

Die Aktionswoche ist eine super Vorbereitung für das Seminar-Wochenende "Rosa & Karl", das vom 10. bis 12. Januar 2014 in der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein stattfinden wird, und die neue Form des Gedenkens am Sonntag, den 12. Januar 2014, dies wollen wir nun bundesweit versuchen umzusetzen. Hierzu seid ihr mit euren Ideen für die Aktionswoche bei euch vor Ort gefragt.

Mehr zu den geplanten Aktionen auf der Seite des Aktionsbündnisses:
rosaundkarl.blogsport.de


Aufruf zur Rosa und Karl - Aktionswoche 2014

"Fragend blicken wir zurück. Fragend schreiten wir voran."

Die Erinnerung an bestimmte historische Entwicklungen und ihre Analyse sind bedeutender Teil unterschiedlichster "linker" Bewegungen. Je nach theoretischem Ansatz erfüllt hierbei die Auseinandersetzung mit Geschichte verschiedene Funktionen. Vor über einem Jahr haben wir uns in den Diskurs um das Erinnern an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht eingemischt. Im Januar 2013 fanden eine Aktionswoche und eine Demonstration zum Gedenken an die Kämpfe der Jahre 1918/19 statt. Wir stehen auch weiterhin für einen kritischen Blick auf linke Geschichte:

Die Geschichte des Kapitalismus ist das Ergebnis historischer Machtkämpfe und sie wird von den Herrschenden geschrieben. Wir setzen auf eine andere Form der Erzählung. Geschichte ist nicht statisch, sie ist vielschichtig, wird von vielen erlebt und gemacht und ist durchaus auch widersprüchlich. Sie ist nicht zwangsläufig. Für uns bedeutet eine alternative Geschichtserzählung auch, die Ideen, Gedanken und Theorien für die z. B. Rosa Luxemburg stand, in den Vordergrund zu rücken und sich mit ihnen kritisch auseinanderzusetzen.

Vor der Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts flammten im Januaraufstand die nicht eingelösten Hoffnungen auf einen sozialistischen Wandel wieder auf. In Folge der Ermordung der Beiden spitzten sich diese Hoffnungen noch einmal in den Ausrufungen der Räterepubliken von Bremen bis München zu. Die Verabschiedung der Weimarer Verfassung am 11. August 1919 stellte das formale Ende der schon im Mai niedergeschlagenen Kämpfe dar.

Wenn wir heute Rosa und Karl gedenken, bedeutet dies, sich die Niederlage ihres Kampfes bewusst zu machen. Wir möchten aber auch daran erinnern, dass eine von Ausbeutung und Zwang befreite Welt möglich war und ist. Ende 1918 Anfang 1919 bestand die Hoffnung auf eine sozialistische Republik in Deutschland. Ob diese im Ergebnis freiheitlich gewesen wäre, bleibt offen. Die Revolution in Russland hat in trauriger Weise vorgeführt, wie eine berechtigte sozialistische Hoffnung zunichte gemacht wurde. So hat sie mit dem Stalinismus eines der menschenfeindlichsten Systeme des 20. Jahrhunderts hervorgebracht. Doch lässt uns die Betrachtung der Geschichte nicht verzagen, sondern mutig und sensibel werden. Mutig, weil sie zeigt: Veränderungen sind möglich. Sensibel, weil wir wissen: Neben allen zu erkämpfenden Verbesserungen besteht Gefahr, dass Hoffnungen und Erwartungen enttäuscht werden. Unser Anspruch ist es, an die Widersprüche innerhalb der Geschichte der Arbeiter*innenbewegung zu erinnern. Nur aus der Auseinandersetzung mit der Widersprüchlichkeit kann eine emanzipatorische Politik für die Gegenwart hervorgehen. Denn all diese Widersprüche zeigen eines: Es gibt keine einfache Geschichte, kein simples Schwarz und Weiß.

Gerade deshalb setzen wir uns für ein emanzipatorisches Gedenken ein, das die Widersprüchlichkeit dieser Welt aushält. Eine "linke" Heiligenverehrung mit übergroßen Porträts vermeintlicher Polit-Ikonen, unkritisch aneinandergereiht passt nicht zu unserer Form des Gedenkens. Das ist in unseren Augen politische Religion, zutiefst reaktionär und dogmatisch.

Unser Gedenken - und damit eine gesamte Veranstaltungswoche - und unsere Demonstration stehen im Zeichen eines Eintretens für eine bessere Gesellschaft jetzt und hier! Ausbeutung und Arbeitszwang auf der einen, Massenarbeitslosigkeit auf der anderen Seite. Nicht eingelöste Glücksversprechen eines guten Lebens für alle, Perspektivlosigkeit bei jungen und alten Menschen, ein auf die Verwertung sogenannter "Humanressourcen" ausgerichtetes Bildungssystem, nationaler Wirtschaftsprotektionismus , ein unsolidarisches Europa, geprägt von einer Erstarkung der Rechten und die rassistischen Aufmärsche von Bürger*innen in Berlin-Hellersdorf, Duisburg , Schneeberg und anderswo- all dies hat in einer Gesellschaft der Freien und Gleichen keinen Platz!

Als Jugendverbände in der Tradition der Arbeiter*innenjugend sind wir nicht bereit, die menschenunwürdigen Bedingungen, die der Kapitalismus schafft, weiter hinzunehmen. Als Jugend sind wir gefordert aufzustehen, uns zu bilden und zu organisieren, um den bestehenden Verhältnissen eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Zwang entgegenzusetzen.

Wir rufen auf:

Kommt zur Auftaktveranstaltung am 4. Januar , nehmt teil an unseren Veranstaltungen vom 4. - 11. Januar und demonstriert mit uns am 12. Januar auf der Straße!

"Wir müssen nichts so machen wie wir's kennen, nur weil wirs kennen wie wirs kennen." (Die Sterne)


Wenn ihr auch schon etwas geplant habt, ihr noch Infos zum Mitmachen braucht oder oder euch Ideen für Veranstaltungen fehlen, dann meldet euch bei Nina Dehmlow im Bundesbüro.

Rosa & Karl 2014: Aufruf zur Aktionswoche


Am Abend des 15. Januar 1919 wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin von Freikorpsoffizieren ermordet. Mit ihrem politischem Engagement für Demokratie und Sozialismus, gegen Militarismus und Krieg und ihren Analysen zu Kapitalismus und Herrschaft sowie ihrer radikalen Kritik an der Mehrheits-Sozialdemokratie ihrer Zeit sind sie bis heute Vorbilder für SozialistInnen.

Rosa und Karl gehören zu den wichtigsten VertreterInnen eines Sozialismus, der durch die Ideale des Internationalismus, des Antimilitarismus, der Gerechtigkeit und der radikalen Demokratie inspiriert ist.