Heute ist IDAHOT!

17.05.2017: Heute, am 17. Mai, ist Internationaler Tag gegen Homo- und Biphobie, Trans*- und Inter*feindlichkeit.

Dieser Tag macht darauf aufmerksam, dass homo-, bi- und asexuelle Menschen, Trans*- und Inter*personen in unsere Gesellschaft noch immer diskriminiert werden. Auch in Ländern des globalen Nordens, deren Politiker*innen sich mit ihrer Toleranz brüsten, gehören Trans- und Homophobie zur Tagesordnung. Noch immer gehen sogenannte besorgte Eltern gegen Vielfalt in Schule und Lehrplänen auf die Straße, noch immer wehren sich rechte und konservative Kräfte gegen den sogenannten "Gender-Wahn" an deutschen Hochschulen und noch immer werden LGBTQIA* Ziel von Ausgrenzung, Diskriminierung und Angriffen - wie am Wochenende in Berlin und München. Das Wahlergebnis in Nordrhein-Westfalen am Sonntag scheint diesen Kurs nur noch zu bestärken. Diesem Rechtsruck treten wir als Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken entschieden entgegen!

Wir blicken mit Sorge und Wut auf die immer größer werdenden rechten Mehrheiten in den Parlamenten, denn sie bedeuten nicht nur die Verhinderung von rechtlichen Verbesserungen für LGBTQIA* oder sogar die Verschlechterung der Situation. Das Beispiel USA hat gezeigt, dass eine starke Stellung queerfeindlicher und sexistischer Politik auch den Mob auf die Straßen ruft, der dann bereit ist, mit physischer Gewalt gegen alle vorzugehen, die in ihren Augen anders sind oder die für eine freiere Gesellschaft kämpfen.

Ein kleiner Lichtblick ist das vor kurzem in den Bundestag eingebrachte (längst überfällige) Selbstbestimmungsgesetz, das Änderungen von Namen und Geschlechtseinträgen deutlich vereinfachen soll und das Transsexuellengesetz ersetzen soll, das Trans*identität immer noch als krankhaft behandelt und Trans*personen übergriffige und intimsphärenverletzende Behandlungen verordnet, damit ihr Geschlecht auch behördlich anerkannt wird. Heute berät der Bundestag zudem über das Gesetz zur Abschaffung des Eheverbots für gleichgeschlechtliche Paare und das Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts. Und auch wenn wir Falken die Ehe als Institution kritisch sehen, wäre es doch ein wichtiger, auch symbolträchtiger, Schritt hin zu einer Gesellschaft, die Vielfalt akzeptiert und willkommen heißt.

Unser Verband steht für gelebte Vielfalt, selbstbestimmtes Leben und Akzeptanz von Schwulen, Lesben, Bi- und Asexuellen, Trans*-, Inter*personen und aller anderen queeren Menschen! Diese Akzeptanz leben wir in unserer Bildungsarbeit, in unserer Politik und im alltäglichen Verbandsleben, z.B. auf Zeltlagern oder in der Gruppenstunde.

Wir kämpfen für eine Gesellschaft, in der vielfältige Lebensentwürfe gleichberechtigt nebeneinander existieren können und in der Menschen über sich und ihren Körper selbst bestimmen. Wir fordern Gesetze, die diese Haltung widerspiegeln, die vor Diskriminierung und Gewalt schützen, die Selbstbestimmung stärken und die geschlechtliche und sexuelle Vielfalt als Grundsatz unserer Gesellschaft in Bildung und Politik verankern! Wir rufen alle Menschen dazu auf, gemeinsam gegen den menschenverachtenden Backlash zu kämpfen, für eine freiere Gesellschaft einzustehen und unsere Kämpfe zu verbinden! Deshalb heute und an jedem Tag: Solidarität mit Schwulen, Lesben, Bi- und Asexuellen, Trans*-, Inter*personen und allen anderen queeren Menschen - und allen anderen Betroffenen von Gewalt!