Antirassistische Pädagogik

27.12.2016: In der neuen Ausgabe unserer Zeitschrift aus der Reihe "24 Stunden sind kein Tag" geht's um bunt. Pädagogik ohne Diskriminierung ist unser Anspruch, der Weg dahin manchmal gar nicht so leicht. Unser Bericht aus Theorie und Praxis:

in Zeiten, in denen Rechtspopulist*innen in der bürgerlichen Demokratie die Oberhand gewinnen, weil sie angeblich die besseren und leichteren Antworten auf die Probleme der Menschen haben, wird Rassismus wieder salonfähig und die Hemmschwelle, menschenverachtende Sprüche oder Handlungen zu machen, sinkt. Es findet eine starke Abgrenzung zwischen "Uns" und den "Anderen" statt.

Antirassismus wird in der bundesrepublikanischen Linken bzw. linksliberalen "Szene" heute viel zu oft nur im Zusammenhang des Zuwachses von Geflüchteten gesehen. Aber nein, Rassismus gab es schon vor Trump und vor der sogenannten "Flüchtlingswelle" und der vielgepriesenen Willkommenskultur. Wir alle sind Teil von Rassismus, denn wir sind in einer Welt aufgewachsen, in der rassistische Kinderbücher, abwertende Afrikabilder, weiße Perspektiven und weiße Schönheitsideale als ganz "normal" und alltäglich angesehen werden. Alle Menschen sind also Teil des Problems, aber das heißt nicht, dass wir es einfach hinnehmen sollten. Nein, es geht darum, Rassismus zu erkennen, zu reflektieren und so zu bekämpfen.

Die vorliegende Zeitschrift soll einen Beitrag dazu leisten, wie wir als SJD - Die Falken in unserer Bildungsarbeit Rassismus entgegenwirken können, um so die Welt gleicher und solidarischer zu machen.

Auch diese Ausgabe der 24 Stunden sind kein Tag zu antirassistischer Pädagogik ist wieder in zwei Teile gegliedert.

In dem ersten, dem theoretischen Teil, beginnt die Zeitschrift mit einer Einführung in Rassismus. Der Einführungstext beschäftigt sich mit den Leitfragen:

  • Was ist eigentlich Rassismus?
  • Wo kommt Rassismus überhaupt her?
  • Was hat das mit Kolonialismus zu tun? und
  • Wie funktioniert Rassismus?

Zudem gibt es einen weiteren Artikel zu der Thematik antirassistischer Pädagogik. Bei diesem Artikel geht es darum, was das sein soll, welche Bedeutung Antira-Pädagogik hat, wo die Pädagogik überhaupt herkommt und welche Kritik es daran gibt. Darauf folgt ein Gastbeitrag des IDA e.V., der Impulse gibt, wie rassismussensible Bildungsprozesse in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen angestoßen werden können.

Des Weiteren könnt ihr einen Artikel mit dem Titel: "Positiver Rassismus und Helfer*innen Syndrom vs. Solidarität" lesen. Bei diesem Artikel geht es vor allem darum, wie wir als Aktive der SJD - Die Falken mit Nicht-Weißen, in diesem Fall vor allem Geflüchteten, zusammenarbeiten sollten. Anschließend kommt eine Buchrezension von Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus von Noah Sow. Die Rezension geht näher auf die Inhalte des Buches ein. Deutschland Schwarz Weiß. zeigt, wie tief Rassismus in Gesellschaft, Kultur und unser aller Köpfe verankert ist und lädt weiße Leser*innen ein, sich mit alltäglichen Rassismen auseinanderzusetzen.

Die Brücke zwischen theoretischem und praktischem Teil bildet der Artikel "Rassismus in Kinder- und Jugendbüchern ". Dieser Artikel zeigt, dass sich Rassismus auch in Kinder- und Jugendbüchern niederschlägt und so die Vorurteile und die damit verbundenen kolonialistischen und rassistischen Bilder immer weiter reproduziert werden. Nach diesen Artikeln, die die Themen Rassismus und antirassistische Pädagogik auf einer theoretischen Ebene behandeln, folgt der zweite, der praxisorientierte Teil. Zunächst gibt es da einen Debattenbeitrag zur Thematik, als Person of Color (PoC) aktiv bei der SJD - Die Falken zu sein, der Artikel trägt den Titel: Falken als weißer Verband. Dann folgt aus dem Landesverband Berlin ein Praxisbeispiel, ein Konzept und Erfahrungsbericht aus ihrem Sommercamp. Der Bericht geht darauf ein, wie das Zeltlagerteam versucht einen Schutzraum und ein Empowerment der PoC auf ihrem Sommercamp zu schaffen und dies mit einer gleichzeitigen Sensibilisierung der Nicht-PoC Teilnehmer*innen und Helfer*innen zu verknüpfen. Im Anschluss berichtet Yussef, der nach Deutschland flüchtete und heute in Luckenwalde lebt, über seine Rassismuserfahrungen und die damit wachsenden Ängste. Anschließend folgt ein Helfer*innen-Baustein. Hier befragt die Falkin Mieke Meier Ansgar Drücker vom IDA e.V., wie die Falken ein rassismuskritischer Verband sein können und was wir dafür in unserer Arbeit ändern müssen.

Diese Ausgabe der 24 Stunden sind kein Tag schließt mit einem ZZIMM für eine exemplarische Gruppenstunde für Fler*innen zur Thematik Diskriminierung und Rassismus.

Wir, der Bundes-F-Ring, bedanken uns ganz herzlich bei den Autor*innen für die Artikel und wünschen den Leser*innen viele Anregungen, Denkanstöße und Diskussionen beim Lesen!

Euer Bundes-F-Ring: Sascha, Karl, Julia und Alma

Gerne könnt ihr die Broschüre zum Preis von 0,50 € zzgl. Portokosten für eure Arbeit bei uns im Bundesbüro bestellen. Online geht es am einfachsten: Bestellt über den FALKENSHOP. Vorherige Ausgaben sind ebenfalls noch auf Lager, schaut einfach mal durch.